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Samstag, 4. November 2017

Tollwut in Deutschland 2017



Laut Rabies Bulletin Europe wurden in Deutschland im bisherigen Jahresverlauf 


11 Fälle von Fledermaustollwut 

amtlich festgestellt. 

Null Fälle von Tollwut bei am Boden lebenden Wildtieren.

Null Fälle von Tollwut bei Haustieren. 



Damit liegt die Gesamtzahl in diesem Jahr wieder im langjährigen Durchschnittswert von plus/minus 10. 

Es ist nicht anzunehmen, dass bis Jahresende noch Fälle hinzukommen.  

2016 wurden 23 Fälle von Fledermaustollwut registriert. Vermutlich haben Nässe im Frühling und Trockenheit im Sommer den Tieren letztes Jahr zugesetzt. 


PS: Wenn das (Flug-) Insektensterben durch Ackergifte und industrielle Landwirtschaft so weitergeht, werden die Fledermäuse vielleicht noch zu unseren Lebzeiten völlig verschwinden. 

PPS: 2016 entfielen 22 der Fälle auf Bundesländer nördlich des Mains, vor allem auf Niedersachsen; 1 Fall wurde in Bayern diagnostiziert. 



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Samstag, 28. Oktober 2017

OT: Der Horror naht



Der Horror naht, aber damit meinen wir nicht Halloween, sondern die Grippe (Influenza). 

Vor allem in britischen Medien, aber auch in deutschsprachigen wird in den letzten Wochen düster gewarnt vor einer "Horror-Grippe", die in Australien schrecklich gewütet haben soll. 

Wirklich?

Öhm, nein. 

Das erfahren wir aus einem Bericht des australischen Staatssenders ABC.

Diesem Sender kann man ganz gewiss keine impffeindliche Agenda nachsagen. 



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In der zu Ende gegangenen australischen Saison wurden der ABC zufolge etwa zweieinhalbmal so viele Fälle von laborbestätigter Influenza gezählt wie im Vorjahr.

Doch so hoch war der Anstieg wohl nicht. Denn laut Professor Peter Collignon von der Australian National University ist die Zahl irreführend, weil zumindest ein Teil davon auf mehr Schnelltests zurückgehe. 

Gemessen an grippebedingten Arzt- und Krankenhauskontakten ergebe sich bisher eine Zunahme um etwa 50 Prozent. 

Also nicht 250 Prozent. 

Besonders schlimm waren die Erkrankungen übrigens nicht, sondern mild bis mäßig.*

Es stimmt auch nicht, dass es die Kinder mehr als sonst getroffen habe, wie in manchen Berichten behauptet wurde. 


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Inzwischen steht fest, dass der aktuelle Impfstoff in Australien nicht zu dem Influenza-Stamm passt, der die meisten Erkrankungen verursacht hat. 

Das passiert häufig, so Collignon. Aber selbst wenn der Impfstoff die relevanten Stämme enthalte, sei er oftmals nicht so wirksam wie erwartet. "Wir wissen nicht, warum."

***

In einem Meinungsbeitrag für das (sehr renommierte) British Medical Journal schreibt Collignon zusammen mit einem Kollegen über die Grippeimpfung für medizinisches Personal und wie man sich am besten auf Influenza-Epidemien vorbereitet: 

"Drei Optionen sind verfügbar: Impfung, antivirale Medikamente und Hygienemaßnahmen. Die größte Aufmerksamkeit wird der Impfung zuteil, was eigenartig ist, denn ihre Wirksamkeit ist enttäuschend. 

Laut einem kürzlich aktualisierten Cochrane-Review senkt die Impfung die laborbestätigten Influenza-Fälle nur von zwei auf ein Prozent, was sich bei gesunden Erwachsenen (einschließlich schwangerer Frauen) ... gar nicht bemerkbar macht in der Flut der influenza-ähnlichen Erkrankungen (...)

Überdies besitzen diejenigen, die sich wiederholt impfen lassen, aus unbekannten Gründen weniger Schutz."***

(Übers. u. Hervorh. MP) 


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Eine beeindruckend präzise Einschätzung zur australischen "Horror-Grippe" lieferte eine österreichische Gesundheitsexpertin, die in Medien wie folgt zitiert wurde: 

"Es ist immer wieder so, dass, wenn in Australien eine starke Saison war, es in Europa auch so werden kann."**

Yeah. Es wird auch so, oder es wird halt anders.  




* Die Zahl der Grippetoten betrug nach ABC-Angaben vom September rund 370, davon die meisten in Altenpflegeheimen. Australien hat etwa 24 Millionen Einwohner. 


** Soweit ersichtlich, enthalten die für Europa produzierten Influenza-Impfstoffe die gleichen (von der WHO ausgesuchten und empfohlenen) Stämme wie die australischen. Sie dürften also genauso nutzlos sein wie die australischen Vakzinen, sollte hier der gleiche dominierende Stamm zirkulieren.

*** Es gibt eine durch Studien gestützte Hypothese, warum das so ist, siehe hier


Dienstag, 17. Oktober 2017

OT: Ökozid durch Glyphosat


Lief soeben auf Arte und steht ab sofort in der Arte-Mediathek: 


Roundup - der Prozess



Ein Doku-Film über das, was Glyphosat anrichtet - bei Menschen, Tieren und Pflanzen. 

Ökozid = Umweltmord, flächendeckend. 

Die Monsanto-Vorstände und -Aktionäre häufen die Millionen an, egal dass Menschen, Tiere und Pflanzen verrecken. 

(Ja, sogar die genmanipulierten Sojabohnen, die durch Roundup so super gedeihen sollen.)

Einer der besten Doku-Filme, die wir je gesehen haben. 

Absolut sehenswert. 


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Interessiert mich nicht, betrifft mich nicht, geht mich nix an? 

Doch, geht Dich was an. 

Spätestens dann, wenn Dein Nachbar anfängt, mit der Giftspritze in seinem Garten herumzunebeln. 

Und: Glyphosat steckt natürlich auch im Industriefutter für Katzen und Hunde


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Gibt es eigentlich noch Leute, die glauben, dass die Behörden - national oder auf EU-Ebene - uns vor Gift und Umweltzerstörung schützen



Donnerstag, 28. September 2017

Zum Welttollwuttag 2017


Zum heutigen Welttollwuttag gibt es, wie jedes Jahr, jede Menge Verlautbarungen, und nicht alle sind sachkundig. 

So ermahnt der Landkreis Zwickau die Tierhalter, regelmäßig gegen Tollwut nachimpfen zu lassen, und begründet das so: 

"Auch wenn Deutschland seit 2008 tollwutfrei ist, kann das Virus jederzeit wieder nach Europa eingeschleppt werden (...) Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren passiert, dass bei illegal nach Deutschland gebrachten Hunden das Tollwut-Virus festgestellt wurde" (Hervorh. MP). 

"Immer wieder"? Ja, wie oft ist das denn passiert?

Das verrät uns die Ständige Impfkommission Vet:

"Seit 1978 sind insgesamt nur 10 Fälle bekannt geworden, in denen infizierte Hunde nach Deutschland eingeführt worden sind." 

Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, Version 2017, S. 31

Also: Ganze zehn Fälle in fast 40 Jahren. 

Wir würden da nicht von "immer wieder" sprechen. 


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Eine erfreulich entspannte Einstellung zum Thema hat der Ulmer Tierarzt Ralph Rückert, auf dessen Blog wir hiermit sehr gern hinweisen


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Und wenn es nun doch einmal zum Äußersten käme? 

Wie man bei Tieren mit abgelaufener Tollwutimpfung verfahren könnte, zeigen die Tierärzte im öffentlichen Dienst der US-Bundesstaaten

Und die sind wahrlich nicht dafür bekannt, dass sie Tollwut auf die leichte Schulter nehmen würden. 


PS: In den letzten Wochen haben viele Freibäder zum Hundebadetag eingeladen. Doch ohne gültige Tollwutimpfung dürfen die Hunde i. d. R. nicht rein - vor dem Einlass ist der Impfpass vorzuzeigen. Wir würden wirklich gern erfahren, auf welche Rechtsgrundlage sich die Kommunen dabei stützen. Die Tollwutverordnung kann es nicht sein, denn da sind irgendwelche Anmeldepflichten für Hundeveranstaltungen (und die daraus resultierenden Impfkontrollen) nur in tollwutgefährdeten Bezirken vorgesehen - von denen gibt es aber in Deutschland seit Herbst 2008 keinen einzigen mehr.




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Dienstag, 26. September 2017

Hundeimpfung: Neue US-Richtlinien mit altem Inhalt



Die American Animal Hospital Association (AAHA) hat diesen Monat eine neue Version ihrer Impfrichtlinien für Hunde veröffentlicht. 

Was Neues findet sich in diesen Guidelines nicht. Alles wie gehabt: Staupe-Hepatitis-Parvo (SHP) im Abstand von drei (oder vielleicht auch mehr) Jahren, andere Impfungen je nach Lebensstil, usw., usf. 

Geändert hat sich die Präsentation: Früher wurden die Guidelines im Journal der AAHA als Print und PDF publiziert, heute gibt es im Journal nur noch eine Rumpfversion, die hauptsächlich aus Tabellen besteht. Etwas Text steht auf der Website der AAHA, für den eiligen Gebrauch. 

Eine wissenschaftliche Basis für SHP-Nachimpfungen beim bereits immunisierten Hund oder für jährliche Nachimpfungen (Lepto usw.) sucht man auch dieses Mal vergeblich. 


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Warum das so ist, wird gleich auf der Startseite der Richtlinien klar: 

"These guidelines were sponsored by a generous educational grant from Boehringer Ingelheim, Merial, Merck Animal Health, and Zoetis."

Eben. Großzügig finanziert von den Impfstoff-Multis*.



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Worauf beruhen diese Richtlinien? Laut AAHA-Task Force darauf:

"Evidence-based support for specific recommendations has been cited whereever possible and appropriate. Other recommendations are based on practical clinical experience and a consensus of expert opinion."

Also: Soweit vorhanden und angemessen (?), werden für die Empfehlungen wissenschaftliche Belege zitiert; andere Empfehlungen basieren auf klinischer Erfahrung und Expertenkonsens. 

Tja. Und das bedeutet, dass wir es an den kritischen Stellen vor allem mit Consensus-Medizin zu tun haben, die aus guten Gründen in der Humanmedizin verrufen ist.** Eine Gruppe von Fachleuten tagt und einigt sich auf das, was ihren Finanziers gefällt.  


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Dass nicht viel Wissenschaft dahinterstecken kann, zeigt sich aufs schönste bei den Empfehlungen zur Impfung der Welpen gegen Staupe-Hepatitis-Parvo. 

AAHA 2017: SHP-Impfungen ab der sechsten Woche im Abstand von zwei bis vier Wochen bis zum Alter von etwa 16 Wochen, eine weitere Impfung ein Jahr danach. Bei Hochrisiko-Umgebung könnten Welpen von einer abschließenden Impfung mit 18 bis 20 Wochen profitieren. Hochrisiko: wenn Parvo und Staupe häufig vorkommen oder Welpen oft Kontakt mit anderen Hunden haben. 

WSAVA 2016: Der Weltverband der Kleintierärzte sieht das anders. In seinen Empfehlungen von 2016 plädiert er - ohne Rekurs auf Risikolagen - für eine vierte (je nachdem, sogar fünfte) Impfung im Welpenalter. Und zwar, weil es Welpen gibt, die wegen hohen Nestschutzes mit 16 Wochen immer noch nicht auf SHP ansprechen. Ist man unsicher, ob der Welpe/Junghund geschützt ist, wäre es unsinnig, die nächste SHP erst mit 16 Monaten zu geben - das Tier wäre in der Zeit ja ohne Schutz. 

Nebenbei: Eine wissenschaftliche Basis für die vierte (oder fünfte oder gar sechste) SHP-Impfung ein Jahr nach der letzten Runde im Welpenalter haben wir noch nie gesehen. Bei den allermeisten Welpen klappt die Impfung mit 16 Wochen, daher brauchen sie keine Nachimpfung mit 20 oder 24 Wochen oder 16 Monaten. Wer sicher sein will, lässt beim Welpen S- und P-Titer kontrollieren. - Wer's nicht glaubt, sollte so konsequent sein und seine Kinder vier- oder fünfmal gegen (zB) Masern impfen lassen. Und sich selbst alle drei oder vier oder fünf Jahre zur Masernnachimpfung begeben. 


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Chef der AAHA-Task Force war übrigens Professor Richard Ford, der uns kürzlich an anderer Stelle negativ aufgefallen ist. 




* Wobei die Konzentration auf immer weniger internationale Konzerne zügig weitergeht. Merial wurde dieses Jahr von Boehringer Ingelheim übernommen. 

** Consensus-Medizin, hergestellt auf Consensus-Konferenzen: Sie ist das ideale Einfallstor für Industrieinteressen und hat uns u. a. pharmafreundliche Grenzwerte für Blutfettwerte etc. pp. eingebrockt. Dieselbe Kritik gilt übrigens für Leitlinien, Richtlinien o. ä. 

Was genau für die AAHA-Task Force gezahlt wurde und wer wie viel bekommen hat, wird nicht verraten. Üblicherweise werden Anreise, Kost und Logis für die Zusammenkünfte von der Pharmaindustrie bezahlt (ggf. auch eine Runde auf dem schönen Golfplatz des Luxushotels). Und die Pharmaindustrie achtet immer auf ihren return on investment, also darauf, dass es sich auszahlt. 





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Donnerstag, 7. September 2017

Katzenschnupfen: Nachimpfung sinnlos



Das feline Herpesvirus (FHV) ist, neben dem Calicivirus, einer der zwei relevanten Erreger des Katzenschnupfenkomplexes. 

Bis Ende 2016 lautete die Empfehlung der "Ständigen Impfkommission Vet", Katzen jährlich oder, bei Wohnungshaltung, alle zwei Jahre gegen FHV nachimpfen zu lassen. 

Was sowieso ziemlich realitätsfern war. Denn gegen FHV und FCV wird mit Dreierkombis geimpft (Seuche plus Schnupfenerreger) oder sogar mit größeren Kombis (Seuche-Schnupfen-Chlamydien, Seuche-Schnupfen-FeLV, usw.). Nur-Schnupfen-Impfstoffe ohne Seuche usw. verwenden nach unserem Eindruck nur wenige Tierärzte. Also bekommen Katzen bei jährlicher oder zweijährlicher Schnupfenimpfung in der Regel auch mindestens den Seuche-Impfstoff reingehauen, der laut Stiko Vet alle drei Jahre gegeben werden soll. 

In der aktuellen Fassung der Leitlinie vom Dezember 2016 heißt es nur noch, es würden "je nach Hersteller Wiederholungsimpfungen im Abstand von 1 bis 3 Jahren empfohlen". 


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Impfabstände von drei Jahren mögen im Vergleich zur jährlichen Impferei fortschrittlich aussehen, aber begründet sind auch sie nicht. 

Das weiß man seit mindestens 20 Jahren.

Virusforscher aus den USA haben kürzlich eine Arbeit zum felinen Herpesvirus vorgelegt, die die Kritik an der Nachimpferei bestärkt (Munks et al. 2017). 


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Untersucht wurden Herpes-Antikörper bei Katzen aus Privathaltung.

Und zwar mit einer anderen Messmethode als in den älteren Studien zum Thema. 

Ergebnis: 

1. Ältere Katzen haben höhere FHV-Antikörpertiter als jüngere. 

"The current feline vaccine recommendations assume that immunity wanes over time. Thus we were surprised to find a positive correlation between antibody and age (...)"

Die Forscher fanden zu ihrer Überraschung einen positiven Zusammenhang zwischen Alter und Höhe der Antikörpertiter.

Aber: Liegt das womöglich daran, dass ältere Katzen schon mehr Impfungen bekommen haben? 

Nein. Denn die Forscher fanden auch dies

2. FHV-Antikörper hängen nicht ab vom Zeitabstand zur letzten Impfung und auch nicht von der Gesamtzahl der Impfungen. 

"FHV-1 antibodies are not dependent on recent vaccination or total vaccinations."


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Wozu also nachimpfen?




PS: Die Katzen hatten FHV-Lebendimpfstoffe erhalten. Die meisten Schnupfenimpfstoffe enthalten abgeschwächtes Lebendvirus, in den USA und auch in Europa. Die Impfung verhindert NICHT die Infektion mit Herpesvirus, soll aber Krankheitssymptome vermindern können (was in stressiger Umgebung oft nicht funktioniert). 

Munks et al. stellen die Frage, ob die Langzeitantikörper ("this very long-lived antibody response") auf den Lebendimpfstoff zurückzuführen sind oder auf eine Infektion mit Herpeswildvirus (die ja auch bei geimpften Katzen passiert); die Infektion besteht lebenslang und kann das Immunsystem ständig anregen, neue Antikörper zu bilden.



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Kleine Hunde, große Hunde




Der Sommer, bzw. die Monsun-Saison ist vorbei, nun müssen wir nach und nach abarbeiten, was in der Zwischenzeit liegen geblieben ist. 

Zum Beispiel das hier: 

Brauchen große Hunde mehr Impfungen oder größere Impfdosen als kleine?

Diese Frage wurde in der Münchener Parvo-Antikörper-Studie aufgeworfen, über die wir hier berichtet haben

Wir hatten seinerzeit angekündigt, das Thema aufzugreifen; was wir hiermit tun.  

Von den 14 Hunden, die den (umstrittenen) Mindesttiter von 1:80 verfehlten, erreichten sieben auch nach der Nachimpfung nicht diesen Wert. Und alle sieben waren in der Gewichtsklasse ab 10 kg. 

"A deficient stimulating effect on the immune system of large dogs might be the explanation", heißt es in der Münchener Studie. 

Die Erklärung (für die paar Hunde ohne Mindesttiter) könne darin liegen, dass die Parvo-Impfstoffe das Immunsystem in den oberen Gewichtsklassen unzureichend stimulierten.


Vielleicht liege es aber auch daran, dass große Hunde mehr Unterhautfettgewebe haben; Fettgewebe könne die Immunantwort vermindern.


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Wir haben lange in der Fachliteratur nach aussagekräftigen Studien gesucht, doch es scheint nichts Vernünftiges zu geben zur Frage, ob große Hunde mit der üblichen Dosierung womöglich zu wenig Impfantigen erhalten. Eine deutliche Korrelation zwischen Körpergröße/Gewicht und Impftiter besteht bei Tollwutimpfstoffen, aber die sind ein anderer Fall als die SHP-Lebendimpfstoffe. 

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Muss man sich also Sorgen machen, dass große Hunde keinen Impfschutz haben?

Muss man nicht, wenn man den Herstellern glaubt. 

Wir bekommen doch ständig erzählt, wie gut die Impfstoffe sind und wie sorgfältig sie auf Wirksamkeit (und Verträglichkeit) getestet werden. 

Und das muss ja dann auch für große Hunde gelten. 





PS: Falls sich jetzt jemand doch Sorgen macht wegen des Parvo-Impfschutzes beim Rottweiler oder bei der Dogge: Jeder messbare Titer, auch ein niedriger, zeigt an, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert hat und dass ein Immungedächtnis angelegt ist. Sagt u. a. der Weltverband der Kleintierärzte WSAVA. 





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