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Mittwoch, 21. Dezember 2011

Haustierimpfung als Losgewinn

Eine Haustierimpfung als Losgewinn - ist das eine gute Idee? Eine Tierarztpraxis hat für eine Adventskalender-Aktion im Raum Gießen eine Impfung für Hund oder Katze gestiftet.

Abgesehen von der medizinischen Fragwürdigkeit

- Stichwort Über-Impfung der Haustiere -

ist das auch wettbewerbsrechtlich bedenklich. Tierärzte unterliegen, wie andere Angehörige von Heilberufen, dem Heilmittelwerbegesetz, und das untersagt in § 11 den Heilberuflern u. a. die Werbung "mit Preisausschreiben, Verlosungen oder anderen Verfahren, deren Ergebnis vom Zufall abhängig ist".

Tollwut in Deutschland, zweites Quartal 2011

Laut Rabies Bulletin Europe wurden im zweiten Vierteljahr 2011 in Deutschland

drei Fälle von Fledermaustollwut

amtlich festgestellt (Cuxhaven, Frankfurt/Oder, Hannover).

Das war zu erwarten, weil Fledermaustollwut nicht auszurotten ist (Impfstoffe für Fledermäuse gibt es nicht und wird es wohl niemals geben).

Deutschland hat weiterhin seinen Status tollwutfrei, weil Fledermaustollwut hierbei nicht zählt.


PS: Die amtlichen Zahlen werden immer mit einigem Zeitabstand veröffentlicht.

Montag, 5. Dezember 2011

US-Richtlinien für Hundeimpfung: neue Version

Die US-Tierarztorganisation American Animal Hospital Association (AAHA) hat ihre Richtlinien für die Impfung von Hunden überarbeitet. Die neue Fassung vom November 2011 enthält u. a. die Feststellung, dass Viruslebendimpfstoffe schon nach einmaliger Verabreichung einen belastbaren Impfschutz erzeugen, sofern der Impfling keine maternalen Antikörper (Nestschutz von der Mutter) mehr hat. Das gilt beispielsweise für die Impfstoffe gegen Staupe, Parvo und Hepatitis.

Es ist erfreulich, dass dies endlich einmal in den Richtlinien klar gesagt wird. Denn unter Tierärzten herrscht immer noch die Überzeugung, Hunde (oder Katzen)  müssten mindestens zweimal mit Viruslebendimpfstoffen traktiert werden, damit Impfschutz entsteht - egal wie alt die Tiere bei der Impfung sind. Auch Impfstoffhersteller erzählen das gern. So behauptet etwa Intervet, man müsse zweimal oder noch häufiger hintereinander impfen, damit sich "Antikörper mit höherer Affinität bilden (Affinitätsreifung)", s. a. HaimV-Blog vom August 2011. Nö, das ist gar nicht nötig, und nun kann man es auch in den US-Guidelines nachlesen.

Ebenfalls nachlesen kann man dort, dass inaktivierte Impfstoffe (Totimpfstoffe, also Impfstoffe mit abgetöteten, nicht mehr infektiösen Erregern) mindestens zweimal gegeben werden müssen, mit einer Ausnahme: Tollwutimpfstoffe. Diese Totimpfstoffe sind so immunogen, dass sie schon nach einmaliger Verabreichung einen  belastbaren Schutz erzeugen. Deshalb steht im Beipackzettel fast aller in Deutschland zugelassenen Tollwutimpfstoffe für Katzen und Hunde, dass die Grundimmunisierung aus EINER Impfung besteht. Was viele Tierärzte aber nicht daran hindert, die Patienten mehrmals hintereinander zu impfen.

Lobenswert ist ferner, wie ausführlich das Thema Impfnebenwirkungen behandelt wird.

(In den deutschen Impfrichtlinien, die sich pompös "Leitlinien" nennen, kommen Nebenwirkungen überhaupt nicht vor.)

Dabei wird u. a. erwähnt, dass nach Impfungen Immunsuppression eintreten kann, also eine Schwächung der Abwehr. Und zwar ab dem dritten Tag für eine Dauer von sieben bis zehn Tagen. "Die Abwehrschwäche kann mit erhöhter Anfälligkeit für andere Krankheiten einhergehen", so die Richtlinien (Übers. von mir). Wenn also ein Hund bald nach einer Impfung zum Beispiel an einer Atemwegs- oder Harnwegsinfektion erkrankt, dann kann das sehr wohl mit der Impfung zusammenhängen. Das haben wir nun sozusagen amtlich.

Amerika, Du hast es besser. Jedenfalls was die Haustierimpfungen betrifft.




Zwingerhusten ausgerottet?

Aufregende Neuigkeiten verkündet der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) in einer PR-Mitteilung vom 2. Dezember zu Hunde- und Katzenwelpen als Weihnachtsgeschenk: Zwingerhusten ist demnach in Deutschland ausgerottet. 

In der Mitteilung heißt es u. a., man solle Welpen nicht im Internet und nicht von unbekannten Züchtern kaufen, sondern sich an anerkannte Züchter oder an Tierheime wenden. So weit, so gut. Dann aber heißt es in dem Text:

"Auch gibt es gerade in südeuropäischen Ländern heute noch Krankheiten, die in Deutschland aufgrund einer guten Prophylaxe als ausgerottet gelten. Zwingerhusten oder Herzwurm bei Hunden sind dafür gute Beispiele."

Wie, Zwingerhusten ist in Deutschland ausgerottet? Das wäre ja eine Sensation. Wahr ist es natürlich nicht, denn Zwingerhusten lässt sich genauso wenig ausrotten wie die Erkältungskrankheiten beim Menschen. Es gibt viele verschiedene Erreger für Zwingerhusten, daher erkranken auch gegen Zwingerhusten geimpfte Hunde daran. Zwingerhusten ist laut Professor Ron Schultz keine impfpräventable Krankheit.

Noch erstaunlicher ist die Behauptung, dass Herzwurm in Deutschland aufgrund einer guten Prophylaxe als ausgerottet gelte. Ja, war der Herzwurm denn jemals da?

Unseres Wissens nicht, und Prophylaxe gegen diese (in Mittelmeerländern vorkommende) Parasiteninfektion ist in Deutschland bisher völlig unüblich.

Vielleicht sollte der BfT seine PR-Texte künftig von einem Veterinärmediziner gegenlesen lassen.



Donnerstag, 17. November 2011

Tierärztinnen gegen Trockenfutter

Hat nichts mit Impfungen zu tun, ist aber für die Katzengesundheit noch wichtiger als der Verzicht auf überflüssige (Nach-) Impfungen:

In den USA gibt es inzwischen einige Tierärztinnen, die sich vehement gegen Trockenfutter für Katzen aussprechen. Dabei lehnen sie industriell gefertigtes Futter nicht generell ab, sondern argumentieren speziell gegen Trofu.

Ihre eigenen Katzen ernähren sie allerdings roh - weil sie entdeckt haben, dass das die gesündeste und bekömmlichste Nahrung für die Tiere ist: rohes Fleisch mit den nötigen Zusätzen an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren.

Eine dieser Tierärztinnen ist Dr. med. vet. Lisa Pierson, auf deren vorzügliche Website hier schon hingewiesen wurde: http://catinfo.org/

Eine andere ist Dr. med. vet. Elizabeth Hodgkins:

http://yourdiabeticcat.com/

Interessanterweise hat sie viele Jahre in leitender Position bei einem weltweit operierenden Fertigfutterhersteller gearbeitet, das gibt ihren Aussagen contra Trofu eine besondere Note.

Hoffentlich wird ihr ausgezeichnetes, wissenschaftlich fundiertes Buch "Your Cat - Simple New Secrets to a Longer, Stronger Life" (New York 2007, Thomas Dunne Books, 283 Seiten) endlich ins Deutsche übersetzt. Es behandelt alle möglichen Aspekte der Katzenhaltung vom Kätzchen zur betagten Katze, der Schwerpunkt liegt dabei auf ernährungsbedingten, dh vor allem trofu-bedingten (chronischen) Krankheiten: Adipositas, Diabetes, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Allergien, Erkrankungen des Pankreas und der Leber, Erkrankungen der Harnwege und der Nieren, usw.

Es ist schön, dass sich Tierärzte/innen - zumindest im englischsprachigen Raum - mit solchem Nachdruck gegen den fatalen Trockenfutterdreck einsetzen. Und mehr als nötig. Denn der Irrsinn galoppiert: Erst werden die Katzen mit dem Dreck krank gemacht, dann sollen sie auch noch den überteuerten Spezial-Dreck gegen die trofu-bedingten Krankheiten essen (wovon sie natürlich nicht gesund werden).

Go, girls, go!

Montag, 10. Oktober 2011

Off topic: Diabetes bei Katzen

Zum Heulen - komme gerade aus einer Tierklinik, habe dort einen absolut reizenden, lieben Maine-Coon-Kater gesehen, der an Diabetes erkrankt ist. Das Tier ist neun oder zehn Jahre alt, sehr dünn und hat auffallend struppiges, strähniges Fell.

Diabetes ist kein unabwendbares Schicksal - Diabetes ist eine ernährungsbedingte Erkrankung!

Diabetes ist sogar reversibel, dh man kann eine Katze durch Ernährungsumstellung wieder so weit hinkriegen, dass sie kein Insulin mehr braucht. Die Fütterung mit Diabetes-Spezialtrockenfutter ist aber genau der falsche Weg. Trockenfutter ist im Grunde "Getreide mit Fleischaroma", wie es Margaret, Betreiberin der Website feline-nutrition.org, nennt. Katzen sind obligate Karnivoren, kohlenhydratreiche Kost ist völlig unnatürlich für ihren Organismus und kann ihnen schwer schaden. Ja, es gibt Katzen, die mit Trofu gut zurechtkommen und nicht an Diabetes oder Harnwegsleiden erkranken. Aber spätestens dann, wenn eine Katze Diabetes hat, gehört das Trofu ein für allemal verbannt. 

Hier

schildert eine US-Tierärztin, wie sie Diabetes-Katzen zu einem insulinspritzenfreien Leben verholfen hat: nämlich durch strengen Verzicht auf Trofu und Umstellung auf Nassfutter.  

Leider nur in Englisch.

Freitag, 9. September 2011

Alle Jahre wieder - importierter Tollwutfall in Frankreich

Im Département Vendée (Westfrankreich) ist Anfang August ein drei Monate alter Welpe an Tollwut gestorben. Das Tier war von Urlaubern illegal aus Marokko mitgebracht worden. Nach Bestätigung der Diagnose durch ein Labor wurden Kontaktpersonen und Kontakttiere ermittelt. Sechs Personen mussten gegen Tollwut geimpft werden; vier davon erhielten Impfstoff plus Immunglobuline, weil sie von dem Welpen gebissen worden waren. Eine ausgewachsene Katze und zwei Kätzchen, die direkten Kontakt mit dem Welpen hatten, wurden eingeschläfert, weil sie keinen Impfschutz besaßen. 

Damit ist dieser Fall noch vergleichsweise glimpflich abgelaufen. In einem ähnlichen Fall im Jahr 2008 mussten insgesamt 152 Schulkinder geimpft werden, weil sie mit einem tollwutinfizierten Hund in Berührung gekommen waren.

Der Welpe hätte überhaupt nicht nach Frankreich einreisen dürfen - für eine Tollwutimpfung war er zu jung. In Marokko und anderen nordafrikanischen Ländern ist Hundetollwut noch relativ häufig, daher gelten strikte Regeln für die Einfuhr von Haustieren aus diesen Ländern.  

Tollwut in Deutschland, erstes Quartal 2011

Laut Rabies Bulletin Europe wurden im ersten Vierteljahr 2011 in Deutschland

null Fälle

von Tollwut amtlich festgestellt.

PS: Die amtlichen Zahlen werden immer mit einigem Zeitabstand veröffentlicht.

Dienstag, 30. August 2011

Dreijahresimpfstoff gegen FeLV ("Leukose") - Grund zum Jubeln?

Kürzlich ist ein neuer Impfstoff gegen die Feline Leukämievirusinfektion (FeLV, oft als "Leukose" bezeichnet) auf den Markt gekommen, der als Dreijahresimpfstoff beworben wird. Wir sind davon nicht beeindruckt. 

Das neue Produkt, Versifel FeLV von Pfizer, soll zweimal im Welpenalter, dann noch einmal mit etwa einem Jahr und danach "nur" noch alle drei Jahre verabreicht werden.

Alle anderen FeLV-Impfstoffe am deutschen Markt sind unseres Wissens nur für ein Jahr zugelassen, dh im Beipackzettel wird die jährliche Wiederholung "empfohlen".

Stellt Versifel FeLV also einen Fortschritt dar? Wir meinen: nein.

1. Brauchen Katzen diese Impfung lebenslang?

Empfänglich für eine persistierende FeLV-Infektion sind vor allem Kätzchen im Alter bis zu einem Jahr. Wenn sie mit Virusausscheidern in Kontakt kommen, haben sie ein hohes Risiko, sich auf Dauer zu infizieren und früher oder später Krankheitssymptome zu entwickeln.

Ausgewachsene Katzen haben ein sehr viel geringeres Risiko, sich auf Dauer mit FeLV zu infizieren. Grund: Ihr Immunsystem kann den Erreger viel besser abwehren als das Immunsystem von Kätzchen und Jungkatzen.

Durch die Impfung wird die körpereigene Abwehr bei ausgewachsenen Katzen nicht erhöht. Bei Impfstoff-Experimenten werden aus diesem Grund keine ausgewachsenen Katzen als ungeimpfte Kontrolltiere eingesetzt, sondern Katzenwelpen. Ausgewachsene Kontrolltiere lassen sich im Challenge-Test kaum dauerhaft mit FeLV infizieren.

2. Was ist drin im Impfstoff?

FeLV-Impfstoffe zählen zusammen mit den Tollwutimpfstoffen zu den Hauptverursachern der meist tödlichen Impfsarkome (= Krebs an der Impfstelle). Fast alle dieser Impfstoffe enthalten Adjuvantien (= Wirkverstärker), die eine starke Entzündung an der Impfstelle auslösen. Aus der Entzündung kann ein Impfsarkom entstehen.

Versifel FeLV enthält als Adjuvantien, resp. Zusatzstoffe:

- Quil A, ein Saponin (ein Extrakt aus dem Seifenrindenbaum Quillaja)
Saponine sind unseres Wissens bisher bei Humanimpfstoffen nicht zugelassen. In der "Pharmazeutischen Zeitung" hieß es dazu: "Quillaja-Saponine können ... auch mit Zellmembranen interagieren und weisen dadurch zytotoxische Wirkungen auf. Aus diesem Grund ist Quil A für den Menschen zu toxisch, um als Adjuvans eingesetzt zu werden." Aha, das Zeug ist also ein Zellgift und für Menschen zu toxisch, aber bei Katzen (und anderen Tieren) soll es unbedenklich sein?

- Cholesterol (Fett, wie es auch im menschlichen Körper vorkommt)

- DDA (Dimethyl-Dioctadecyl-Ammoniumbromid)
Das ist ein Stoff, der das Immunsystem ähnlich stark stimuliert wie das Komplette Freund-Adjuvans (= Gemisch aus Paraffin, abgetöteten Bakterien und einem Emulgator). DDA soll nicht ganz so nebenwirkungsträchtig sein wie das Freund-Adjuvans. In Humanimpfstoffen wird DDA unseres Wissens nicht eingesetzt, Freund-Adjuvans sowieso nicht.

- Carbopol
Das ist eine Polyacrylsäure, die zur Gel-Bildung dient. Sie wird in Humanimpfstoffen unseres Wissens nicht verwendet.

Fazit:

Der Nutzen jährlicher oder dreijährlicher FeLV-Nachimpfungen für ausgewachsene Katzen ist nicht erwiesen. Daher stellt ein "Dreijahresimpfstoff" gegen FeLV keinen Fortschritt dar.

FeLV-Impfungen sind bei Katzenwelpen sinnvoll, wenn sie mit Virusausscheidern in Kontakt kommen können. Wegen des Sarkomrisikos sollte man dabei dem adjuvansfreien FeLV-Impfstoff (Purevax FeLV) den Vorzug geben. Wer meint, dass auch ausgewachsene Katzen gegen FeLV nachgeimpft werden sollten, sollte ebenfalls das adjuvansfreie Produkt verabreichen lassen. Der neue "Dreijahresimpfstoff" enthält starke Adjuvantien und könnte daher das Impfsarkomrisiko vergrößern. 


©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/



Siehe hierzu auch unseren Beitrag "Neun Wahrheiten über Beipackzettel"

Samstag, 20. August 2011

Tödliche Nierenentzündung durch maßloses Impfen

Wissenschaftler aus Chile beschreiben in einer internationalen Fachzeitschrift den Fall eines Beagle-Welpen, der an einer impfbedingten Glomerulonephritis starb, einer Nierenentzündung durch Immunkomplexe aus (Impf-) Antigen und (Impf-) Antikörpern.

Das sieben Monate alte Tier wurde wegen Lethargie, Appetitverlust, Erbrechen und Durchfall in der Tierklinik vorgestellt. 

Diagnostisch wurden Krebs, angeborene (Nieren-) Krankheiten und Infektionen bei dem Welpen ausgeschlossen, der bis dahin laut Besitzer immer gesund gewesen war. 

Allerdings gab der Besitzer an, er habe den Hund siebenmal (!) im Monatsabstand selbst geimpft, und zwar mit einem Kombinationsimpfstoff Staupe-Hepatitis-Parvo-Parainfluenza-Lepto.

Die Tierärzte stellten bei der Untersuchung Geschwüre in der Maulhöhle, blasse Schleimhäute, starken Maulgeruch, Schmerzempfindlichkeit in der Nierenregion sowie Austrocknung fest. 

Per Ultraschall zeigte sich, dass beide Nieren bereits geschrumpft waren. Dazu passten auch die Laborwerte, zum Beispiel stark erhöhtes Kreatinin. Der Welpe starb trotz stationärer Behandlung nach drei Tagen in der Tierklinik.

Bei der anschließenden Sektion fanden die Veterinäre deutliche Veränderungen der Nieren, u. a. verdickte Gefäßwände der Glomeruli (Nierenkörperchen). Unter dem Elektronenmikroskop zeigten sich dichte Ablagerungen, die durch Tests als Immunkomplexe identifiziert wurden, also Verklumpungen von Antigen und Antikörpern. 

Immunkomplexe können sich immer mal bilden, werden aber normalerweise vom Immunsystem beseitigt. Sie treten auch auf bei bestimmten Infektionskrankheiten oder bei Autoimmunerkrankungen. All das lag bei dem Beagle nicht vor. Vielmehr handelte es sich, wie ein Antikörpertest (plus Kontrolltests) ergab, um Impfantigen und Impfantikörper.

Nach Meinung der Veterinäre ist dieser Hund "possibly" (= möglicherweise, oder: wohl) durch die Hyperimmunisierung, also die übermäßige Impferei, an der tödlichen Nierenentzündung erkrankt. 

Aufgrund ihrer sorgfältigen Untersuchungen darf der Kausalzusammenhang getrost als ziemlich sicher angenommen werden.

Grundsätzlich sollten Hunde vom Tierarzt geimpft werden, schon damit man bei einer allergischen/anaphylaktischen Reaktion sofort die nötigen Medikamente geben kann. In manchen Ländern ist es jedoch relativ einfach, sich als Nichtveterinär Haustierimpfstoffe zu besorgen. 

Man fragt sich, was den Besitzer geritten hat, seinem Welpen siebenmal (!) hintereinander einen Fünffachimpfstoff reinzuhauen. Wahrscheinlich war er überzeugt, dass viel impfen viel hilft. Eine Überzeugung, die auch manche Tierärzte propagieren, ohne allerdings in derartige Impf-Exzesse bei Welpen zu verfallen. 

Dass übermäßiges Impfen die Nieren auf Dauer schädigen kann, ist keine neue Erkenntnis. Eine Wissenschaftlergruppe untersuchte dies an Nerzen (Shelley Newman et al. 2002). 

Die exzessiv geimpften Versuchstiere hatten deutlich mehr Immunkomplexe als die normal geimpften Kontrolltiere. 

In der Studie wird darauf hingewiesen, dass Haustiere üblicherweise häufig nachgeimpft werden und dass dies bei bestehendem hohem Antikörpertiter eine vorübergehende oder chronische Glomerulonephritis auslösen kann.

(Nähere Angaben zur chilenischen Fallbeschreibung auf Anfrage.) 



Off topic: Telepathinnen am Werk

"Tierkommunikation" = "telepathische" Kommunikation mit Tieren ist eine Form der Tierhalter-Abzocke, die von immer mehr "Telepathinnen" im Web offeriert wird.

In der Regel läuft das so ab: ein Foto des Tiers schicken, Geld bezahlen (meist um die 50 Euro), dann am Telefon oder schriftlich erzählt bekommen, was das Tier angeblich kommuniziert hat ("Der Hund fühlt sich manchmal unsicher" und dergleichen Gemeinplätze).

Es fällt schwer zu glauben, dass jemand auf so einen Humbug hereinfällt. Aber es gibt ja auch Leute, die zu Wahrsagerinnen gehen.

Lustig ist, wie Tierkommunikatorinnen ihre Telepathie verteidigen. Besonders beliebt ist die Analogie zur Schwerkraft: Die habe es schließlich auch schon gegeben, bevor Newton ihre Gesetze formuliert habe.

Ja, Dummerchen, die Menschen haben die Schwerkraft in der Tat schon lange vor Newton gekannt. Mehr noch, sie haben sie GENUTZT. Sie wussten, dass Wasser nicht von unten nach oben fließt und dass Baumstämme nicht bergauf rollen. Newton hat dem alltäglichen Umgang mit der Schwerkraft nichts hinzugefügt, er hat sie nur wissenschaftlich beschrieben.

Wenn es so etwas wie Telepathie gäbe und schon immer gegeben hätte - von der Wissenschaft bisher boshaft ignoriert -, dann müsste es ja auch alltägliche Anwendungen dieser spektakulären Geisteskraft geben. Doch die gibt es nicht. Statt dessen haben sich die Menschen solche Notbehelfe wie Meldeläufer, Rauchzeichen, berittene Boten, Postkutschen, Brief, Telegraphie, Funk, Telefon, E-Mail und Kommunikationssatelliten erfunden.

Hübsch sind auch die Ausschlussklauseln, mit denen sich Tierkommunikatorinnen gegen eine mögliche Überprüfung ihrer Fähigkeiten absichern: "Beweisfragen" sind unerwünscht und werden nicht beantwortet. Nach dem Aufenthaltsort entlaufener Tiere zum Beispiel darf díe Kundschaft nicht fragen. (Aber dafür darf man fragen, welchen Namen Fundtiere bei ihren früheren Besitzern hatten.) "Beweisfragen setzen mich unter einen großen Druck", teilt eine Tierkommunikatorin mit. Das glauben wir sofort.

Dieser Tierkommunikationsunfug erinnert an die Ferndiagnosen mancher "Tierheilerinnen" anhand eingesandter Haare. Mindestens zweimal haben sich kritische Personen den Spaß gemacht, diese Superdiagnostikerinnen vorzuführen. Im einen Fall wurden Haare eines an Altersschwäche gestorbenen Hundes eingeschickt - die Ferndiagnostikerin bescheinigte dem Tier posthum eine ganze Latte von Krankheiten, die es nachweislich niemals hatte. Im zweiten Fall wurden gar Haare von einem Plüschteddy eingeschickt und als Haare von "Meerschweinchen Max" ausgegeben. Auch da fand die Haardiagnostikerin jede Menge bedenkliche und behandlungsbedürftige Krankheiten.

Wer 50 Euro übrig hat, kann sich mal den Spaß machen und das Foto eines verstorbenen Haustiers an eine Tierkommunikatorin schicken. Bestimmt wird sie keinerlei Probleme haben, ins Jenseits zu kommunizieren. In der Welt der Wundergläubigen ist schließlich alles möglich.


Nachtrag 2015 - ein aktuelles Beispiel für die Fähigkeiten von "Tierkommunikatorinnen":


Wir freuen uns mit Familie B., dass die in Not und aus Verzweiflung heraus befragten Damen, die von sich behaupten, dass sie "Tierkommunikatorinnen" seien, alle 3 (drei!!!) mit ihrer "Begabung" so dermaßen daneben lagen, dass im Gegensatz zu ihren Aussagen der Kater lebt!

Donnerstag, 11. August 2011

Exzellente Tierarzt-Website zu Katzenimpfungen

Vaccines for Cats: We Need to Stop Overvaccinating

Lisa A. Pierson, DVM

(Impfstoffe für Katzen: Wir müssen mit dem übermäßigen Impfen aufhören/
Lisa A. Pierson, Veterinärmedizinerin)


http://catinfo.org/?link=vaccines

Natürlich ist das eine US-Website und daher in Englisch.

Auf eine kritische UND wissenschaftlich fundierte Impf-Website eines deutschsprachigen Tierarztes werden wir noch lange warten müssen.

Chicken the Cat - ein Blog über eine Katze mit Impfsarkom

"This is what Pfizer did to my cat" schreibt eine US-Bloggerin* auf das Foto, das ihre Katze mit einer riesigen Op-Naht nach dem Impfsarkom-Eingriff Ende 2010 zeigt. ("Das hat Pfizer meiner Katze angetan.")

Die Tierhalterin ist durch und durch empört: Sie sei niemals davor gewarnt worden, dass durch Impfstoffe (vor allem gegen FeLV und Tollwut) bösartige Tumore entstehen können. Sie hat für die Behandlung ihrer Katze 7.688,11 US-Dollar ausgegeben und will das Geld von Pfizer Animal Health USA zurück. Natürlich lehnt Pfizer das ab, angeboten wurde offenbar eine Teil-Erstattung von 1.254 US-Dollar. Die Bloggerin ruft andere Tierhalter dazu auf, sich keine Pfizer-Medikamente (human oder veterinär) mehr geben zu lassen.

Hier der Link:

Mit deutlichen Fotos. 

Die Bloggerin betont, dass Katzenhalter sich selbst über das Impfsarkom informieren müssen, denn: "Die Pharmaunternehmen werden euch gewiss nicht warnen."

"Research VAS and its risks. The pharmaceutical companies certainly won’t warn you."

*Ich vermute, dass es sich um eine Frau handelt, es sind fast ausschließlich Frauen, die gegen unnötige Impfungen in den Kampf ziehen und Impfschäden anprangern.

Purevax Rabies in Europa zugelassen

Siehe hierzu auch den neuen Eintrag von Juni 2012: 
http://haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/2012/06/purevax-rabies-gute-nachricht-fur.html

Purevax Rabies ist ein adjuvansfreier Tollwutimpfstoff für Katzen, der in den USA schon seit einigen Jahren am Markt ist. Vor ein paar Monaten ist er von der europäischen Behörde European Medicines Agency (Ema, früher Emea) zugelassen worden.

Der Hersteller Merial hat mit seiner Produktreihe Purevax darauf reagiert, dass Adjuvantien (= Wirkverstärker in Impfstoffen) an der Entstehung von Impfsarkomen beteiligt sind. Je stärker die Adjuvantien in einem Impfstoff, desto heftiger die lokale Entzündungsreaktion, die zur Tumorbildung fortschreiten kann.* Zur Produktreihe zählen Impfstoffe gegen Seuche, Schnupfen (Calici und Herpes), FeLV ("Leukose") und Chlamydien. (Auf die Chlamydienimpfung sollte man allerdings verzichten, sie bringt nichts.) 

Wann Purevax Rabies in Deutschland erhältlich sein wird, ist derzeit unbekannt. Von der Ema zugelassen ist das Produkt für nur ein Jahr. Die meisten anderen Tollwutimpfstoffe für Katzen sind für mehrere Jahre zugelassen (zwei, drei oder vier Jahre). Eine Impfpflicht für Tollwut besteht in Deutschland auch für Freigängerkatzen nicht, Deutschland ist seit Herbst 2008 tollwutfrei. Tollwutimpfschutz für Katzen ist jedoch sinnvoll, wenn Katzen mit Fledermäusen in Kontakt kommen können (s. a. ältere Beiträge in diesem Blog).

In den USA ist schon längst in Studien nachgewiesen worden, dass Purevax Rabies (mindestens) drei Jahre lang schützt. Allerdings ist er auch dort nicht für drei Jahre zugelassen. 

Es ist mehr als ärgerlich, dass die Ema das Produkt für ein Jahr zugelassen hat, statt sich vom Hersteller die experimentellen Daten zum Dreijahresschutz vorlegen zu lassen. (Wichtig: Siehe hierzu den Link oben. In Deutschland hat Purevax Rabies inzwischen die Zulassung für drei Jahre.) Damit hätte man eine realistischere Angabe zur Dauer des Impfschutzes erreicht. Aber nein, wieder einmal scheint für die Europa-Zulassungsbehörde das Umsatzinteresse des Herstellers wichtiger zu sein als das Interesse der Tierhalter, nicht mehr als nötig für Impfungen zu zahlen, und das Interesse der Tiere, nicht mehr als nötig geimpft zu werden. Und diese Leute werden von unseren Steuern (!) bezahlt.


*Leider ist es aber so, dass man mit adjuvansfreien Impfstoffen nicht völlig auf der sicheren Seite ist. Impfsarkome wurden auch bei Katzen festgestellt, die immer nur adjuvansfreie Produkte erhalten hatten.


"Affinitätsreifung" nur für Haustiere

Impfstoffhersteller und Veterinäre lassen sich immer wieder was Neues einfallen, um die schönen Umsätze mit den meist überflüssigen Nachimpfungen zu sichern.

Früher wurde einfach behauptet, dass die Impfungen gegen Staupe, Hepatitis und Parvo (SHP) nur ein Jahr lang halten. Das geht heute nicht mehr, weil es das Internet gibt. Da können Tierhalter nachlesen, dass das wissenschaftlicher Unfug ist.

Manche Hersteller versuchen jetzt, der Kundschaft die ständige Nachimpferei auf die sozusagen wissenschaftliche Tour unterzujubeln. Das hört sich nicht mehr so plump an wie früher, läuft aber bei näherer Betrachtung auf dasselbe hinaus. Beispiel: Intervet. Auf der Website dieses Pharmaunternehmens kann man nachlesen:

"Die Ausbildung einer belastbaren spezifischen Immunität wird durch die so genannte Grundimmunisierung gegen eine bestimmte Infektionskrankheit bewirkt. Sie muss durch regelmäßige Auffrischimpfungen (Booster-Impfung) erhalten werden." (Hervorhebung von mir)

Aha? Da wundern wir uns aber. Bis zum heutigen Tage werden Menschen gegen Masern nur zweimal geimpft - fürs ganze Leben. Aber das wäre doch leichtsinnig wenig, oder nicht?

Staupevirus und Masernvirus sind eng verwandt. SHP-Impfstoffe sind ebenso wie die Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffe Viruslebendimpfstoffe, sie werden auf ganz ähnliche Weise hergestellt.

Warum brauchen Menschen aber gegen MMR keine "regelmäßigen Auffrischimpfungen"? Und warum muss bei Hunden der Impfschutz gegen SHP "regelmäßig" aufgefrischt werden? Kann mal jemand der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Humanimpfungen und dem Robert-Koch-Institut Bescheid sagen? Die müssen ja völlig falsch liegen mit ihren MMR-Impfplänen ohne lebenslange regelmäßige Auffrischung.

Weiter heißt es auf der Intervet-Website:

"Die zweite sowie jede weitere Impfung führt dabei zu einer Selektion derjenigen B-Lymphozyten, die Antikörper mit höherer Affinität bilden (Affinitätsreifung). Dies trägt zusammen mit dem schnelleren und höheren Antikörperanstieg zu einer gesteigerten Effektivität und damit zum wirksamen Schutz vor Infektionen bei." (Hervorhebungen von mir)

Aha. Wieder müssen wir uns wundern, wie leichtfertig die Humanmediziner mit unseren Impfungen umgehen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist nämlich nicht einmal die zweite MMR-Impfung zwingend notwendig, und zwar dann nicht, wenn man den Impferfolg nach der ersten Impfung mit einer Titermessung kontrolliert. (Weil das aber teuer ist, rät das RKI davon ab.)

"Der Nachweis eines bestehenden Impfschutzes nach erster Impfung kann über eine serologische Untersuchung erhalten werden."

Also, eine zweite MMR ist laut RKI nicht zwingend nötig. Aber Moment, wie war das mit der "Affinitätsreifung" und der "gesteigerten Effektivität" - brauchen wir Menschen die etwa nicht? In den Impfplänen für Menschen steht, wenn es um Viruslebendimpfstoffe wie zum Beispiel MMR geht, nichts von "Affinitätsreifung" und "gesteigerter Effektivität" durch "regelmäßige Auffrischimpfungen".

Offenbar gilt in der Veterinärmedizin eine ganz eigene Immunologie. Wir vermuten, es ist die veterinärmonetäre Immunologie. 

Noch ein Hinweis am Rande: Im Beipackzettel für Nobivac SHP von Intervet steht, dass bei einem Erstimpfalter von über zwölf Wochen EINE Impfung als Grundimmunisierung genügt. Also kann man ausgerechnet bei Welpen - für die Staupe, Hepatitis oder Parvo besonders gefährlich sind - auf die "Affinitätsreifung" und die "gesteigerte Effektivität" verzichten? Logik geht anders. 

Donnerstag, 28. Juli 2011

Wie Tierhalter systematisch hinters Licht geführt werden

Der Murdoch-Sender Fox News USA ist zwar ein abscheulicher rechtsradikaler Propagandasender, dennoch lohnt es sich, diesen Beitrag anzusehen (in Englisch):


http://www.myfoxtwincities.com/dpp/news/investigative/investigators-vet%2C-vaccines-and-vagaries-jul-27-2011#

Im Lokalprogramm für Saint Paul-Minneapolis (Minnesota) zeigt ein Reporter, wie die Hundehalter mit unnötig häufigen Tollwutimpfungen systematisch über den Tisch gezogen werden.

In den USA gibt es Tollwutimpfstoffe mit Einjahres- und mit Dreijahreszulassung.

(Es sind genau dieselben Impfstoffe, sie unterscheiden sich nur hinsichtlich der Zulassung. Die Produkte mit einjähriger Zulassung sind für die paar rückständigen US-Bundesstaaten, wo noch die jährliche Tollwutimpfung verlangt wird. Engagierte Tierhalter/innen arbeiten daran, dass sich das auch in diesen rückständigen Staaten ändert.)

Tollwutimpfstoffe mit Zweijahreszulassung gibt es in den USA überhaupt nicht. In vielen Tierarztpraxen, bzw. Tierarztpraxis-Ketten wird aber einfach nur für zwei Jahre geimpft. Die Tierhalter werden auch nicht darüber aufgeklärt, dass die verwendeten Impfstoffe eine amtliche Zulassung für drei Jahre haben.

Als Experte wird in dem Bericht übrigens Prof. Ronald Schultz befragt, der Vorkämpfer für wissenschaftlich begründete Impfprogramme.

So einen Bericht könnte man ohne weiteres auch in Deutschland drehen: Auch hierzulande gibt es etliche Tierärzte, die ihre Kunden zu unnötig häufigen Tollwutimpfungen einbestellen.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Leitlinie Kleintierimpfungen? Da wird drauf gepfiffen


Seit 2006 gibt es auch in Deutschland Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis, in denen man ein klein wenig von der jährlichen Komplettimpfung abrückt. Für einige Impfstoffe wird ein Nachimpfintervall von drei Jahren empfohlen (Staupe, Parvo, Hepatitis beim Hund, Seuche bei der Katze). Eine wissenschaftliche Basis hat auch die dreijährliche "Auffrisch"-Impfung nicht. Vielmehr ist durch Studien belegt, dass die Impfungen gegen diese Erreger weit mehr als drei Jahre schützen.

Immerhin signalisiert die Dreijahresempfehlung für einige Impfungen, dass auch die deutsche Veterinärmedizin auf die wachsende Kritik an der jährlichen Impferei in den Kleintierpraxen reagieren möchte. Seit 2009 werden die Impfempfehlungen als "Leitlinie" bezeichnet. Leitlinien haben in der Humanmedizin ein hohes Renommee, was dort steht, gilt als Stand des Wissens und als medizinischer Standard. Allerdings wird dieses Renommee durch die Tatsache getrübt, dass manche ihrer Autoren mit der Pharmaindustrie finanziell verflochten sind und somit monetäre Interessen in die Leitlinien einfließen.

Urheber der "Leitlinie zur Impfung von Kleintieren" ist die "Ständige Impfkommission Vet im Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V.". Diese Kommission aus Veterinären, bzw. Veterinärprofessoren ist also angesiedelt in einem Verband, der vor allem die wirtschaftlichen Interessen von praktischen Tierärzten vertritt. (In der Humanmedizin werden Leitlinien von wissenschaftlichen Fachgesellschaften erarbeitet, nicht von Vereinen mit wirtschaftlicher Ausrichtung.)

Im Vergleich zu den US-Impfempfehlungen für Katzen und Hunde fällt die deutsche "Leitlinie" stark ab, sie wirkt geradezu zusammengeschustert. Weder die Studien zur Dauer des Immunschutzes der wichtigen Impfungen ("core vaccines") noch die Studien zu Impfnebenwirkungen werden erwähnt. Impfnebenwirkungen kommen in der deutschen "Leitlinie" überhaupt nicht vor, in den US-Guidelines hingegen werden sie ausführlich behandelt.

Das ist alles unerfreulich, dennoch könnte die "Leitlinie" als – wenn auch kleiner – Fortschritt gewertet werden, da ja wenigstens angedeutet wird, dass Tierärzte die Hunde und Katzen nicht jedes Jahr mit allem, was der Markt an Impfstoffen hergibt, traktieren sollten.

Bei den Tierärzten scheint diese Botschaft allerdings bisher kaum anzukommen. Auch im Jahr 2011 finden sich im Web massenhaft Tierarzt-Homepages, in denen unverdrossen die jährliche Komplettimpfung propagiert wird. Berichte von Tierhaltern bezeugen, dass die Einladung zur jährlichen Komplett-"Auffrisch"-Impfung eher die Regel als die Ausnahme ist. Sogar von der jährlichen Tollwutimpfung wollen etliche Tierärzte nicht lassen, und das, obwohl Deutschland seit Herbst 2008 offiziell tollwutfrei ist.

Auf die "Leitlinie" wird also weitgehend gepfiffen, sie interessiert viele praktische Tierärzte überhaupt nicht, und es scheint auch völlig egal zu sein, ob sie von den Praktikern beachtet wird oder nicht. Tierhalter/innen müssen sich also nach wie selbst darum kümmern, dass ihre Tiere nicht häufiger als nötig geimpft werden – und dass sie möglichst nur diejenigen Impfstoffe erhalten, deren Nutzen erwiesen ist.

Ein interessanter Aspekt ist darüber hinaus, wie sich nationale und internationale Impfempfehlungen oder Impfleitlinien unterscheiden: zum Beispiel die des Weltkleintierarztverbands WSAVA, der deutschen Stiko Vet und des europäischen ABCD, einer von Merial gesponserten Organisation, die sich mit Katzenkrankheiten befasst. Dazu demnächst mehr.
 

Mittwoch, 13. Juli 2011

Dreijahrestollwutimpfung in Texas: Impfquote gestiegen

Texas gehört zu denjenigen US-Bundesstaaten, die erst spät die dreijährliche Tollwutimpfung bei Katzen und Hunden erlaubt haben. (In Kalifornien war sie schon über zwei Jahrzehnte lang eingeführt.) Die Neuregelung, die 2003 in Kraft trat, war seinerzeit von Hunderten texanischen Tierärzten erbittert bekämpft worden. Manche Veterinäre machten geltend, dass dadurch die Impfquote (= Anteil der tollwutgeimpften Haustiere an der Gesamtzahl der Haustiere) sinken würde. Laut einer im Juni dieses Jahres veröffentlichten Untersuchung ist aber genau das Gegenteil eingetreten.

Untersucht wurden die Impfquoten vier Jahre vor und vier Jahre nach Einführung der Dreijahresimpfung. Bei Hunden stieg der Anteil der tollwutgeimpften Tiere von 46 auf 56 Prozent, bei Katzen von 18 auf 30 Prozent. Also ganz klar eine positive Entwicklung.

Dazu noch ein paar Anmerkungen. In Texas gibt es - anders als in Deutschland - noch viel Wildtiertollwut und immer wieder auch Tollwut bei Haustieren. Im Jahr 2010 wurde Tollwut bei 15 Hunden und 20 Katzen amtlich festgestellt. Insgesamt betrug die amtliche Zahl der Tollwutfälle bei Haus- und Wildtieren im vergangenen Jahr 773.

In Deutschland, das seit 2008 offiziell tollwutfrei ist (abgesehen von der Fledermaustollwut), sind die Impfquoten bei Hunden und Katzen gemäß den mir bekannten Schätzungen deutlich höher als in Texas. Vor diesem Hintergrund und angesichts der guten Erfahrungen in Texas ist es mehr als albern, wenn Tierärzte immer noch behaupten, wegen der Dreijahrestollwutimpfung werde die Tollwutgefahr in Deutschland steigen, o. ä.

(Nähere Angaben zum Paper auf Anfrage.)

Montag, 27. Juni 2011

Tollwuttiter: Kommt es auf den Impfstoff an?


Ob ein Hund den für manche Länder geforderten Tollwutimpftiter erreicht, hängt nicht nur von der Zahl der Impfungen, sondern auch vom verwendeten Impfstoff ab. Das ergibt sich aus Titermessungen am Schweizer Rabies Center in Bern. Von 214 Hunden, die nur eine einzige Impfung mit Rabdomun erhalten hatten, verfehlten 18,2 Prozent den geforderten Wert von 0,5 Internationalen Einheiten (I. E.). Bei Nobivac Rabies waren es 11 Prozent (von 390 Hunden), bei Defensor 3 (Pfizer-Produkt, in Deutschland nicht unter diesem Namen am Markt) waren es 6,7 Prozent (von 210 Hunden) und bei Rabisin nur 1,5 Prozent (von 266 Hunden).

Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass diejenigen Impfstoffe, die hier schlechter abgeschnitten haben, schlechter schützen. Erstens ist der Titerwert von 0,5 I. E. sowieso willkürlich gewählt, er enthält eine beträchtliche Sicherheitsmarge. Laut dem Wissenschaftler Michel Aubert sind geimpfte Hunde bereits bei einem Titer von 0,2 I. E. geschützt. Zweitens basiert der Schutz gegen eine Tollwutinfektion nicht nur auf den Impfantikörpern, sondern auch auf der zellvermittelten Immunität.

Eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Erfolgsquoten je nach Impfstoff ist laut den Autoren, dass die jeweils enthaltenen Impfvirusstämme mehr oder weniger eng verwandt sind mit dem Challengevirusstamm, der im Labor beim Test auf neutralisierende Antikörper verwendet wird. US-Wissenschaftler hatten an Humanimpfstoffen gegen Tollwut gezeigt, dass höhere Titer gemessen werden, wenn der verwendete Challengevirusstamm mit dem Impfvirusstamm eng verwandt ist. Anders gesagt: Wird ein heterologer Virusstamm beim Test verwendet, kommen niedrigere Titer heraus als bei einem homologen Stamm.

Wie andere Autoren in ähnlichen Studien empfehlen die Schweizer Wissenschaftler, Hunde zweimal hintereinander impfen zu lassen, um den für einige Reiseländer geforderten Titerwert zu erreichen. Das gilt vor allem für Schweden und Norwegen, weil diese Länder für die Einreise einen mindestens viermonatigen Abstand zwischen Impfung und Blutabnahme für den Titertest verlangen. Je länger der Abstand zwischen Impfung und Blutabnahme beim erstgeimpften Tier, desto höher das Risiko, dass der Mindestwert nicht erreicht wird.

Allerdings verpufft auch der Effekt der Doppelimpfung ziemlich schnell. Hunde, die wie empfohlen zweimal im Abstand von höchstens 30 Tagen geimpft worden waren, hatten fünf bis sechs Monate danach die gleiche Misserfolgsquote wie die nur einmal geimpften. Wer also wegen einer Reise nach Schweden oder Norwegen mit Hund den Mindesttiternachweis braucht, sollte vorsorglich zweimal impfen lassen und für die Blutabnahme die vier Monate Wartefrist nicht überschreiten. Über einen längeren Zeitraum ausreichend wurden die Titer laut der Schweizer Studie erst dann, wenn zwischen der ersten und zweiten Impfung ein Abstand von mindestens einem Jahr lag. Die dauerhaftesten Titer ergaben sich, wenn die Hunde mehr als zwei Tollwutimpfungen erhalten hatten.

Kleine Hunderassen sowie Katzen hatten auch in dieser Untersuchung ein deutlich geringeres Risiko, den geforderten Impftiterwert zu verfehlen: Je geringer das Körpergewicht, desto höher der Titer nach Tollwutimpfung.

Ob sich die unterschiedlichen Titerergebnisse je nach Impfstoff auf andere Länder, etwa auf Deutschland, übertragen lassen, ist fraglich. Denn es ist möglich, dass in den hiesigen Laboren, die Tollwuttitermessungen machen, andere Challengevirusstämme verwendet werden als in dem Berner Labor. Damit könnte der Vorteil der engen Verwandtschaft eines bestimmten Impfvirusstamms zum Teststamm entfallen.

(Nähere Angaben zur Schweizer Studie auf Anfrage.)

PS: Der Nachweis eines ausreichenden Tollwutimpftiters für die EU-Länder Großbritannien, Irland, Schweden und Malta ist nur noch bis zum 31. 12. 2011 erforderlich. Danach gelten für die Einreise mit Hunden, Katzen oder Frettchen dieselben Vorschriften wie für die anderen EU-Länder: also EU-Heimtierpass, gültige Tollwutimpfung, Identifikation des Tiers (Transponderchip). Abweichend davon kann es allerdings besondere Vorschriften zur Fuchsbandwurmbekämpfung geben. Näheres siehe:
www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Verbraucherschutz/Reisen-Verkehr/Heimtiere/HeimtiereEinreiseregelung.html

Dienstag, 14. Juni 2011

Katze mit Fibrosarkom durch Chip

Dass Mikrochips an der Entstehung von Sarkomen beteiligt sein können, ist schon länger bekannt. Beschrieben wurden Fälle bei Labornagern (Mäuse und Ratten) sowie bei Hunden (bei denen allerdings an der Tumorstelle auch Impfungen im Spiel gewesen sein können). Italienische Wissenschaftler haben nun ein Mikrochip-Sarkom bei einem neunjährigen Kater beschrieben. Das Tier hatte den Chip bereits vier Jahre getragen, bevor der Tumor zu wachsen begann. 

2008 hatten US-Kleintieronkologen bei einer 14 Jahre alten Katze ein Fibrosarkom in nächster Nähe zu einem Chip gefunden. Weil das Tier aber im selben Areal Impfungen bekommen hatte, war es laut der Fallbeschreibung nicht möglich, eine Kausalbeziehung zwischen Tumor und Chip herzustellen.

Die italienischen Forscher hingegen halten bei ihrem Fall den Zusammenhang zwischen Chip und Tumorentstehung für wahrscheinlich. Das Tier sei jährlich gegen Seuche/Schnupfen sowie Tollwut geimpft worden, habe aber alle Impfstoffe entsprechend der Empfehlung des US-Fachtierarztverbands AAFP in die Hinterbeine injiziert bekommen.

Das überrascht, weil die Empfehlung der AAFP gerade nicht lautet, alle Impfungen in die Hinterbeine zu geben. Vielmehr lautet sie: Seuche/Schnupfen an der vorderen Körperhälfte (aber nicht zwischen die Schultern), Tollwut ins rechte Hinterbein, FeLV ins linke. Also ist der Kater nicht gemäß AAFP-Richtlinien geimpft worden.

Leider verraten die Autoren nicht, woher sie die Gewissheit nehmen, dass der Kater niemals in der Hals-Nacken-Schulter-Region geimpft worden ist. In Deutschland wird immer noch munter zwischen den Schultern geimpft, obwohl die Empfehlungen zur Impflokalisation schon seit weit über einem Jahrzehnt bestehen und auch hierzulande publiziert worden sind.

Man kann also bezweifeln, dass der Kater wirklich immer und ausschließlich ins Hinterbein geimpft wurde. Dennoch kann es natürlich zutreffen, dass es der Chip war, der die chronische Entzündung auslöste, die schließlich zur Tumorentstehung führte.

Angesichts der enormen Zahl der implantierten Chips und der wenigen gemeldeten Nebenwirkungen sollte sich niemand vom Chippen abschrecken lassen, meinen die Autoren. Weiter heißt es, Tierärzte sollten die Patientenbesitzer zu einer langfristigen Beobachtung der Implantatstelle anhalten. Außerdem sollten sie die Empfehlungen der AAFP zur Impflokalisation befolgen und nicht im Implantationsareal impfen. Das hätte auch den Effekt, dass man den Auslöser von Fibrosarkomen (Chip oder Impfung) besser bestimmen könnte.

Ein frommer Wunsch, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel in den deutschen Impfempfehlungen - inzwischen zur "Leitlinie" geadelt - kein Wort über Impfsarkome und empfohlene Impfstellen steht. Das ist in Italien vermutlich nicht anders.

(Nähere Angaben zum Paper auf Anfrage.)

Samstag, 11. Juni 2011

Aus gegebenem Anlass: eine Wiederholung

Fundamentalistische Impfgegner/innen werden freundlich gebeten, hier nicht mitzulesen und vor allem hier nicht abzuschreiben. Das betrifft insbesondere gewisse Tierheilpraktikerinnen, die sich gern aus meinen Online-Texten und Büchern bedienen, die abgekupferten Sätze mit viel krausem Zeug vermischen und damit ihre Websites bestücken. Sie sollen doch bitte aus eigener Kraft in ihren Miasmen-Sümpfen herumstümpern. 

Mittwoch, 8. Juni 2011

Injektionssarkom beim Kaninchen



Forscher aus Norditalien haben ein Impf-, resp. Injektionsstellen-Fibrosarkom bei einem Zwergkaninchen beschrieben, nach unserer Kenntnis ist das der erste publizierte Fall bei dieser Tierart. 

Das Kaninchen war 1999 zwischen den Schultern gegen Myxomatose (Lebendimpfstoff) und Chinaseuche (Totimpfstoff) geimpft worden. Weil es danach an der Injektionsstelle einen Knoten entwickelte, bekam es mehrmals ein Antibiotikum gespritzt. (Vermutlich dachte man, es handle sich um eine Entzündung durch Verunreinigung, daher das AB.) Die AB-Behandlung wurde eingestellt, als sich keine Änderung zeigte, in der Folge verschwand der Knoten dann doch noch. ´

Sieben Jahre später wuchs an dieser Stelle ein Tumor, der operativ entfernt wurde. Wie es in der Fallbeschreibung heißt, zeigte das entartete Gewebe eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zu den Impfsarkomen der Katze. (Die Autoren sprechen wie üblich nicht vom Impfsarkom, sondern vom "Injektionsstellensarkom". Mit dieser Sprachregelung soll wohl verschleiert werden, dass es sich in den allermeisten Fällen um Impfinjektionen handelt. Fibrosarkome können sich auch nach Injektion von Medikamenten und nach Chip-Implantierung bilden, überwiegend aber entstehen sie nach Impfungen.*)

Zwei Monate nach der Operation wuchs der Tumor bei dem Zwergkaninchen von neuem, der Besitzer ließ es einschläfern. Aus dem Fall lässt sich nur der Schluss ziehen, dass auch Kaninchenhalter ihre Tiere nicht ins Genick spritzen lassen sollten. Das verhütet kein Sarkom, aber an anderen Körperstellen kann man etwas besser operieren.
(Nähere Angaben zum Paper auf Anfrage.)

(*) Ob Medikamente wirklich Impfsarkome auslösen, ist jedoch strittig, weil nicht ausgeschlossen ist, dass zuvor an der Tumorstelle Impfungen gegeben wurden.

Freitag, 3. Juni 2011

Impressum


Monika Peichl
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Alle Rechte vorbehalten. Es ist nicht gestattet, Texte und Fotos dieses Blogs ganz oder in wesentlichen Teilen ohne Genehmigung der Bloginhaberin anderweitig zu veröffentlichen. 


Dienstag, 31. Mai 2011

Falsch deklariert: Staupeimpfvirus

Wissenschaftler aus Ungarn haben bei der genetischen Analyse des Staupeimpfvirus eines bestimmten Impfstoffherstellers entdeckt, dass es gar nicht der Stamm war, der es laut Hersteller sein sollte (Snyder Hill). Sie untersuchten das Impfvirus aus dem in vielen Ländern Europas (auch in Deutschland) vertriebenen Produkt im Jahr 2006 in Ungarn. Angesichts ihres überraschenden Resultats erweiterten die Forscher ihre Analyse und untersuchten ältere Chargen des Impfstoffs (von 1992 und 1994) sowie Chargen aus anderen Ländern (Malta, Israel und USA). Ergebnis: Seit mindestens 1992, wahrscheinlich sogar seit 1956 enthielt das Produkt gar nicht den Impfvirusstamm Snyder Hill, sondern einen Stamm, der bei der Untersuchung wie ein Staupewildvirus reagierte. Wie die Wissenschaftler in ihrem Paper mitteilen, wurde die Impfvirusbezeichnung Anfang 2009 - noch vor der Veröffentlichung dieser Arbeit - in den Produktinformationen weltweit geändert. Auch die europäischen Zulassungsbehörden hätten die Beweise für die falsche Klassifikation akzeptiert. Der Impfvirusstamm heißt seitdem übrigens N-CDV.

Hm.

(Nähere Angaben zu dieser Veröffentlichung auf Anfrage.)

Tollwut in Deutschland 2010

Laut Rabies Bulletin Europe (Mai 2011) wurden für das Gesamtjahr 2010 in Deutschland sechs Fälle von Tollwut bei Tieren festgestellt: ein Fall bei einem Hundewelpen aus Bosnien, fünf Fälle bei Fledermäusen.

Weil es sich um einen importierten Tollwutfall handelte - der Welpe hatte sich nachweislich nicht in Deutschland infiziert -, besitzt die Bundesrepublik nach wie vor den amtlichen Status tollwutfrei, der seit Herbst 2008 gilt. Die Fledermaustollwut zählt hierbei sowieso nicht. Sie tritt auch in Ländern auf, die schon lange als tollwutfrei gelten, zum Beispiel in Großbritannien.

Nach Angaben von nordbayern.de hatte der infizierte Welpe in Deutschland Kontakt zu zwei Hunden. Beide hätten nachweislich unter Tollwutimpfschutz gestanden. Der Fall verdeutlicht wieder einmal, dass man aus Tollwutländern keine Welpen mitbringen sollte. Der Besitzer des Tiers musste sich gegen Tollwut impfen lassen (postexpositionelle Impfung). Der Fall zeigt zudem, dass man Hunde regelmäßig gegen Tollwut nachimpfen lassen sollte. Und zwar richtig, und nicht mit "Nosoden" von der Tierheilpraktikerin/Tierhomöopathin. Wer nicht (nach-) impfen lässt, sollte sein Tier wenigstens strikt von Hunden unbekannter Herkunft fernhalten.

Fledermaustollwut wird neuerdings von Tierärzten als Argument für jährliche Tollwutimpfungen aufgetischt. Das ist aber Unsinn: Hunde, die richtig grundimmunisiert und mit Dreijahreseintrag geimpft sind, sind nach allen bisherigen Erkenntnissen auch gegen Fledermaustollwut geschützt. Zudem ist Fledermaustollwut in West- und Mitteleuropa unseres Wissens noch nie bei einem Hund festgestellt worden. Bei Katzen hat es Fledermaustollwutinfektionen bereits gegeben, etwa in Frankreich. (In Deutschland bisher nicht.) Katzen, die mit Fledermäusen in Kontakt kommen können, sollten gegen Tollwut geimpft sein, vorzugsweise mit einem für vier Jahre gültigen Impfstoff.

Im Gesamtjahr 2010 wurden in Deutschland 14.248 (am Boden lebende) Wildtiere, 82 Fledermäuse und 497 Haustiere auf Tollwut untersucht.

Warum ein Web-Tagebuch zu Haustierimpfungen?

"Update Haustierimpfung" ist für Leute, die mit Haustieren leben, sich für Haustierimpfungen interessieren und vielleicht auch eines meiner Bücher gelesen haben (s. http://www.haustiereimpfenmitverstand.de/).

Es gibt immer noch jede Menge Tierärzte, die haarsträubenden Unsinn über Impfungen erzählen und zu jährlichen Komplettimpfungen einladen. Daher tun Tierhalter/innen gut daran, sich zu informieren.

In diesem Update geht es aber nicht um grundsätzliche Fragen (welche Impfungen und wie oft). Vielmehr möchte ich hier in unregelmäßigen Abständen über Neues auf diesem Gebiet berichten.

Fundamentalistische Impfgegner/innen werden freundlich gebeten, hier nicht mitzulesen und vor allem hier nicht abzuschreiben. Das betrifft insbesondere gewisse Tierheilpraktikerinnen, die sich gern aus meinen Online-Texten und Büchern bedienen, die abgekupferten Sätze mit viel krausem Zeug vermischen und damit ihre Websites bestücken. Sie sollen doch bitte aus eigener Kraft in ihren Miasmen-Sümpfen herumstümpern.