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Dienstag, 31. Mai 2011

Tollwut in Deutschland 2010

Laut Rabies Bulletin Europe (Mai 2011) wurden für das Gesamtjahr 2010 in Deutschland sechs Fälle von Tollwut bei Tieren festgestellt: ein Fall bei einem Hundewelpen aus Bosnien, fünf Fälle bei Fledermäusen.

Weil es sich um einen importierten Tollwutfall handelte - der Welpe hatte sich nachweislich nicht in Deutschland infiziert -, besitzt die Bundesrepublik nach wie vor den amtlichen Status tollwutfrei, der seit Herbst 2008 gilt. Die Fledermaustollwut zählt hierbei sowieso nicht. Sie tritt auch in Ländern auf, die schon lange als tollwutfrei gelten, zum Beispiel in Großbritannien.

Nach Angaben von nordbayern.de hatte der infizierte Welpe in Deutschland Kontakt zu zwei Hunden. Beide hätten nachweislich unter Tollwutimpfschutz gestanden. Der Fall verdeutlicht wieder einmal, dass man aus Tollwutländern keine Welpen mitbringen sollte. Der Besitzer des Tiers musste sich gegen Tollwut impfen lassen (postexpositionelle Impfung). Der Fall zeigt zudem, dass man Hunde regelmäßig gegen Tollwut nachimpfen lassen sollte. Und zwar richtig, und nicht mit "Nosoden" von der Tierheilpraktikerin/Tierhomöopathin. Wer nicht (nach-) impfen lässt, sollte sein Tier wenigstens strikt von Hunden unbekannter Herkunft fernhalten.

Fledermaustollwut wird neuerdings von Tierärzten als Argument für jährliche Tollwutimpfungen aufgetischt. Das ist aber Unsinn: Hunde, die richtig grundimmunisiert und mit Dreijahreseintrag geimpft sind, sind nach allen bisherigen Erkenntnissen auch gegen Fledermaustollwut geschützt. Zudem ist Fledermaustollwut in West- und Mitteleuropa unseres Wissens noch nie bei einem Hund festgestellt worden. Bei Katzen hat es Fledermaustollwutinfektionen bereits gegeben, etwa in Frankreich. (In Deutschland bisher nicht.) Katzen, die mit Fledermäusen in Kontakt kommen können, sollten gegen Tollwut geimpft sein, vorzugsweise mit einem für vier Jahre gültigen Impfstoff.

Im Gesamtjahr 2010 wurden in Deutschland 14.248 (am Boden lebende) Wildtiere, 82 Fledermäuse und 497 Haustiere auf Tollwut untersucht.

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