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Dienstag, 14. Juni 2011

Katze mit Fibrosarkom durch Chip

Dass Mikrochips an der Entstehung von Sarkomen beteiligt sein können, ist schon länger bekannt. Beschrieben wurden Fälle bei Labornagern (Mäuse und Ratten) sowie bei Hunden (bei denen allerdings an der Tumorstelle auch Impfungen im Spiel gewesen sein können). Italienische Wissenschaftler haben nun ein Mikrochip-Sarkom bei einem neunjährigen Kater beschrieben. Das Tier hatte den Chip bereits vier Jahre getragen, bevor der Tumor zu wachsen begann. 

2008 hatten US-Kleintieronkologen bei einer 14 Jahre alten Katze ein Fibrosarkom in nächster Nähe zu einem Chip gefunden. Weil das Tier aber im selben Areal Impfungen bekommen hatte, war es laut der Fallbeschreibung nicht möglich, eine Kausalbeziehung zwischen Tumor und Chip herzustellen.

Die italienischen Forscher hingegen halten bei ihrem Fall den Zusammenhang zwischen Chip und Tumorentstehung für wahrscheinlich. Das Tier sei jährlich gegen Seuche/Schnupfen sowie Tollwut geimpft worden, habe aber alle Impfstoffe entsprechend der Empfehlung des US-Fachtierarztverbands AAFP in die Hinterbeine injiziert bekommen.

Das überrascht, weil die Empfehlung der AAFP gerade nicht lautet, alle Impfungen in die Hinterbeine zu geben. Vielmehr lautet sie: Seuche/Schnupfen an der vorderen Körperhälfte (aber nicht zwischen die Schultern), Tollwut ins rechte Hinterbein, FeLV ins linke. Also ist der Kater nicht gemäß AAFP-Richtlinien geimpft worden.

Leider verraten die Autoren nicht, woher sie die Gewissheit nehmen, dass der Kater niemals in der Hals-Nacken-Schulter-Region geimpft worden ist. In Deutschland wird immer noch munter zwischen den Schultern geimpft, obwohl die Empfehlungen zur Impflokalisation schon seit weit über einem Jahrzehnt bestehen und auch hierzulande publiziert worden sind.

Man kann also bezweifeln, dass der Kater wirklich immer und ausschließlich ins Hinterbein geimpft wurde. Dennoch kann es natürlich zutreffen, dass es der Chip war, der die chronische Entzündung auslöste, die schließlich zur Tumorentstehung führte.

Angesichts der enormen Zahl der implantierten Chips und der wenigen gemeldeten Nebenwirkungen sollte sich niemand vom Chippen abschrecken lassen, meinen die Autoren. Weiter heißt es, Tierärzte sollten die Patientenbesitzer zu einer langfristigen Beobachtung der Implantatstelle anhalten. Außerdem sollten sie die Empfehlungen der AAFP zur Impflokalisation befolgen und nicht im Implantationsareal impfen. Das hätte auch den Effekt, dass man den Auslöser von Fibrosarkomen (Chip oder Impfung) besser bestimmen könnte.

Ein frommer Wunsch, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel in den deutschen Impfempfehlungen - inzwischen zur "Leitlinie" geadelt - kein Wort über Impfsarkome und empfohlene Impfstellen steht. Das ist in Italien vermutlich nicht anders.

(Nähere Angaben zum Paper auf Anfrage.)

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