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Donnerstag, 26. April 2012

Off topic: Zwei gute Gerichtsurteile


Für den Fall, dass die Tierfreunde/innen, die hier mitlesen, diese Urteile nicht kennen:

http://www.oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=22004&article_id=105275&_psmand=134

Die Stadt Bad Sachsa muss die Rechnung eines Tierarztes begleichen, der eine verletzte Fundkatze behandelt hatte.

Das ist ein sehr gutes Urteil, weil es Veterinären die Sorge nehmen kann, dass sie auf den Kosten sitzenbleiben, wenn sie Fundtiere ohne vorherige Zahlungszusicherung behandeln. (Das würde ohnehin nicht jeder machen. Diejenigen, die es machen, sollen nicht auch noch um ihr Honorar kommen.)

Erstaunlich ist, dass die Stadt dem Tierschutzverein laut Pressemitteilung des Gerichts jährlich nur 2000 Euro für die Aufnahme und Versorgung von Fundtieren zahlt. Das ist eine jämmerliche Summe. Tierschutz ist schließlich eine öffentliche Aufgabe. Vielleicht könnte die Kommune auf neue Verkehrsschilder o. ä. verzichten (dafür scheint ja immer Geld da zu sein) oder mehr Verkehrsraser abkassieren und dem Tierheim mehr bezahlen. 


Zu begrüßen ist auch diese Entscheidung:

http://www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=24142&tx_ttnews%5BbackPid%5D=9&cHash=baa6308474

Hier hat ein Verwaltungsgericht einem Veterinäramt Schranken gesetzt, das einem Tierschutzverein unnötige bürokratische Schwierigkeiten machen wollte. Das Gericht stellte fest, dass Rettung und Vermittlung von Auslandshunden - die im Herkunftsland misshandelt und/oder getötet worden wären - durch den Tierschutzverein keine auf Gewinnerzielung ausgerichteten gewerblichen Tätigkeiten sind. Wer die Arbeit solcher Auslandstierschützer/innen kennt, kann sich in der Tat schwer vorstellen, wie man dabei finanziellen Gewinn machen könnte.

Ausnahmen mag es geben, aber es ist weit überzogen, den Auslandstierschutz insgesamt als illegalen Tierhandel zu brandmarken. Denn in der Regel legen die Tierschützer/innen in solchen Vereinen drauf, sie opfern ihre Zeit und oft genug auch eigenes Geld. Zudem sind sie dabei häufig mit grauenhaften Zuständen konfrontiert, was auch nicht jeder Mensch ertragen könnte.

Natürlich kann man darüber streiten, ob es sinnhaft ist, einzelne Tiere aus dem Ausland zu retten, statt Kastrationsaktionen etc. zu unterstützen. Oft wird aber sowieso beides gemacht oder zumindest versucht.

Man könnte auch darüber reden, warum nur bestimmte Spezies unser tätiges Mitleid erwecken: Warum werden Katzen, Hunde, Pferde oder Esel gerettet, nicht aber Rinder, Schweine oder Hühner? Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Montag, 16. April 2012

Off topic: Frischernährung, Salmonellen und Trockenfutter

Eines der beliebtesten Argumente gegen Frisch-, also Rohernährung für Katzen und Hunde ist die angebliche Keimgefahr: Salmonellen, E. coli, Campylobacter, Yersinien, Clostridien, Giardien etc. pp. Die Botschaft ist stets: Leute, kauft Fertigfutter, rohes Fleisch ist eine Bakterienbombe! Eure Tiere werden alle krank! Und ihr auch!

Warum aber warnen die ach so besorgten Experten

- i. d. R. Tierärzte, die direkt im Sold von Futterherstellern stehen oder mit Futterverkauf in der Praxis Umsatz machen -

niemals vor Trockenfutter?

Immer wieder werden Salmonellen und andere Keime im Trofu (und auf Kauartikeln) gefunden. Nicht nur in den USA, auch bei uns.

Doch darüber schweigen sich die Barf-Warner konsequent aus. Kein Pieps über die Risiken von Trofu.

In den USA warnen Kinderärzte schon lange: Hände weg vom Trofu - Bakteriengefahr! Trofu raus aus Küche - Bakteriengefahr! Krabbelkinder vom Trofu-Napf fernhalten - Bakteriengefahr!

Wer aber empfiehlt den Tierhaltern so gern diese Keimschleudern? Und wer verkauft sie mit satten Gewinnspannen?

Wäre es nicht an der Zeit, dass die Pädiater auch mal die Tierärzte aufrütteln?

Sonntag, 15. April 2012

Mal was anderes



Dieses hübsche Tierchen hüpfte neulich hinter dem Haus umher. Die Kater waren fasziniert. Gelegentlich werden sie von Eichhörnchen, die auf dem Ahorn sitzen, lautstark beschimpft. Dieses hier aber hat nur verächtlich auf die Kater herabgesehen und ist dann weitergehopst.

Durch Draufklicken lässt sich das Foto etwas vergrößern.

Montag, 9. April 2012

Den Tierhaltern was vom Pferd erzählen

Wenn Tierärzte ihre Impfprogramme von der jährlichen Komplettimpfung auf dreijährliche Impfintervalle umstellen, ist das immer noch willkürlich, weil der Schutz gegen die wichtigsten Infektionen nicht nach drei Jahren abbricht, aber es ist doch etwas besser als die jährliche Volldröhnung.

Nicht schön ist, was eine US-Veterinär(zeitschriften)website den Tierärzten hierbei für den Umgang mit den Patientenbesitzern empfiehlt. Und das anno 2012. Laut diesem Rat sollen Tierärzte dann so tun, als wären sie an der Speerspitze des wissenschaftlichen Fortschritts. Die Forschung zur Dauer des Impfschutzes (Staupe, Parvo, Hepatitis, bzw. Katzenseuche) liege zwar schon seit Jahrzehnten vor, "aber die Tierhalter brauchen das ja nicht zu wissen". Und weiter: "Erzählen Sie ihnen, dass Sie das praktizieren, was die neueste Forschung verlangt."

Neueste Forschung, toll.

Gibt es das in Deutschland auch? Aber gewiss doch. Es gibt jede Menge Tierärzte, die den Patientenbesitzern weismachen, dass erst die gaaaanz neuen Impfstoffe längere Intervalle erlaubten und dass die früheren Staupe-Hepatitis-Parvo-, resp. Seuche-Impfstoffe halt nicht so lange geschützt hätten. Völliger Käse. Entweder erschreckendes Unwissen oder absichtliche Täuschung. Beides spricht nicht für den Berufsstand.





Freitag, 6. April 2012

Staupe bei Füchsen und anderen Wildkarnivoren



Staupeviren können viele Wildkarnivoren befallen. Bei uns trifft es vor allem Füchse und Marder. 

Wird Staupe bei Wildtieren festgestellt, geht in den regionalen Medien die gleiche alte Leier los: Hunde impfen, Hunde impfen!

Das wäre völlig in Ordnung, wenn es darum ginge, ungeimpfte oder nicht ausreichend geimpfte Hunde gegen diese Virusinfektion zu schützen

Also Hunde, die bisher noch nie oder nur ein einziges Mal als junge Welpen gegen Staupe geimpft worden sind.

Doch das meinen die Herrschaften, die zur Impfung mahnen, nicht. Ihnen liegt vielmehr die "regelmäßige Nachimpfung" ganz arg am Herzen (bzw. Portemonnaie). 

***


Zur Erinnerung: 

Das Staupevirus ist eng verwandt mit dem Masernvirus beim Menschen. 

Maserninfektionen und -erkrankungen treten in Deutschland immer noch auf. Im vergangenen Jahr (2011) dürften es über 1600 Fälle gewesen sein. 

Das ist hochgefährlich für Säuglinge, die noch zu jung für die Impfung sind, und für Jugendliche oder Erwachsene ohne Masernschutz (durch natürliche Infektion oder Impfung).

Deshalb wird die Bevölkerung bei Ausbrüchen zur Masernimpfung aufgerufen. 

Und wie wird das gemacht, welcher Personenkreis ist gemeint?

Zur Impfung werden aufgerufen:

- Personen der Jahrgänge ab 1970, die noch niemals gegen Masern geimpft wurden,

und

- Personen der Jahrgänge ab 1970, die nur ein einziges Mal gegen Masern geimpft wurden. 

Die nur einmal gegen Masern Geimpften sollen sich eine zweite Masernimpfung geben lassen.


Es wird also NICHT die gesamte Bevölkerung dazu aufgerufen, sich gegen Masern nachimpfen zu lassen.

Der Aufruf zu Impfung oder Nachimpfung richtet sich NICHT an mittelalte oder alte Menschen (geboren vor 1970) und nicht an Menschen, die zweimal gegen Masern geimpft wurden. 

***

In der Veterinärmedizin aber scheint eine ganz andere Immunbiologie zu gelten. 

Denn nach Meinung ewiggestriger Fachleute (?) sind Hunde nur dann gegen Staupe geschützt, wenn sie "regelmäßig nachgeimpft" werden.

So heißt es zum Beispiel auf einer Veterinär-Website:
 
"Zur Vorbeugung der gefährlichen Hundestaupe bietet nur eine lückenlose Schutzimpfung die Möglichkeit, sein Tier zu schützen. Auch die Wiederholung und Auffrischung des Impfschutzes im Alter ist wichtig, da das Abwehrsystem des Tieres erneut an die Gefahr des Virus erinnert werden muss." (Hervorh. MP)

Aha. 

Und wie ist das mit alten Menschen, warum muss deren Immunsystem NICHT "erneut an die Gefahr des (Masern-) Virus erinnert" werden? 

Warum zitieren die Gesundheitsbehörden nicht die Rentner zur Masernimpfung?

***

Gern wird in den Berichten über Wildtierstaupe auch die angebliche Impfmüdigkeit der Hundehalter angeprangert. 

So etwa in einem aktuellen Bericht auf der Website eines öffentlich-rechtlichen Senders: Dort versteigt sich ein Veterinär gar zu der Behauptung, die "Impfmüdigkeit der Hundehalter" sei Ursache für die Häufigkeit der Staupefälle. 

Ein Beleg dafür wird selbstverständlich nicht geliefert.

***

Eine neue Variante der Staupe-Mahnpredigt bietet die Website eines oberbayerischen Zeitungsverlags. Dort wird geschildert, dass sich die Staupe bei Wildtieren ausbreite, und dann kommt dies:

"Aus diesem Grund sei dringend eine Impfung aller Hunde und Katzen erforderlich." (Hervorh. MP)

Huch, da sollen auch noch Katzen gegen Staupe geimpft werden. Ist ja egal, dass Katzen keine Staupe kriegen und übertragen und dass es deshalb gar keine Staupe-Impfstoffe für Katzen gibt:

Hauptsache, man hat mal wieder ordentlich Panik gemacht. 

©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/




Sonntag, 1. April 2012

Hinweis/Mitgliedschaft

Leserinnen und Leser dieses Blogs werden gebeten, sich NICHT als Mitglieder anzumelden. Ich möchte keine Mitglieder, ich weiß nicht, wozu das gut sein soll.
 
Fürs Lesen ist eine Mitgliedschaft nicht erforderlich.

Danke.
 
PS: Wer gern Datenkraken füttern will, kann das ja auf Facebook oder Google+ ausleben.