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Mittwoch, 30. Mai 2012

Tollwutsituation in Deutschland

Weil so viele Leser/innen Info zur aktuellen Tollwutsituation in Deutschland suchen:

Deutschland ist tollwutfrei.

Das heißt: In Deutschland erworbene Tollwutinfektionen bei am Boden lebenden Tieren (zB Füchse) sind schon lange nicht mehr aufgetreten. (Die letzten Fälle wurden 2006 festgestellt, im Herbst 2008 wurde D für tollwutfrei erklärt.)

Es gibt nach wie vor Fledermaustollwut, genauso wie in anderen Ländern, die ebenfalls den Status tollwutfrei besitzen. Die Gesamtzahlen für 2011 sind noch nicht veröffentlicht worden, sie dürften aber etwas höher sein als 2010.

Mit Fledermaustollwut können sich auch am Boden lebende Säugetiere (zB Marder oder Katzen) anstecken, und zwar bei engem (Biss-)Kontakt. (Fledermaustollwutviren kommen nicht durch die Luft geflogen.) Tollwut durch die in West- oder Mitteleuropa vorkommenden Fledermaus-Virustypen ist bei Hunden unseres Wissens noch nicht festgestellt worden.

Die Impfstoffe für Katzen und Hunde schützen auch vor Fledermaustollwut.

Soweit die Lage. Im Grunde müssten Tierärzte das auch wissen, dennoch impfen manche von ihnen Katzen weiterhin jährlich gegen Tollwut, sogar Katzen, die keinerlei Freigang und auch keinen Kontakt zu Fledermäusen haben. Jährliche Tollwutimpfungen sind ohnehin längst obsolet (und setzen die Katzen einem unnötigen Risiko für Impfsarkome aus), weil es Impfstoffe mit Zulassung für zwei, für drei und sogar für vier Jahre gibt, und zwar seit 2006.

Ein Tierarzt, der Katzen immer noch jährlich gegen Tollwut impft, hätte unser Vertrauen nicht.

Erst recht nicht jener Tierarzt, der laut dem Bericht einer Tierhalterin deren acht Jahre alte Katze wie folgt impfen wollte:
Letzte Tollwutimpfung 2010, bis dahin jährlich, und zwar mit Virbagen T (zugelassen bei Katzen für zwei bis drei Jahre, dh der TA kann ruhig auch drei Jahre eintragen).
Wegen einer Auslandsreise sollte dieses Jahr nachgeimpft werden -  was sowieso nicht nötig gewesen wäre, denn für die Impfung von 2010 hätte der TA als Geltungsdauer 2013 eintragen können. 
Der TA wollte aber nicht nur einmal nachimpfen, nein, er wollte zweimal. Also noch mal "grundimmunisieren".
Und das bei einer schon mehrmals im Jahresabstand tollwutgeimpften Katze. 
Doch es kommt noch besser: Bei dieser vollkommen überflüssigen "Grundimmunisierung" wollte der TA die zweite Impfung eine Woche nach der ersten geben. 
Worauf dieser TA sein Impfprogramm stützt, möchten wir uns lieber nicht vorstellen. Medizinisches Wissen kann es nicht gewesen sein.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Was anderes: Mutige Mäuse

Trotz der Kater wohnt wieder einmal eine Mäusefamilie hinter dem Haus. Die knopfäugigen Tierchen bedienen sich regelmäßig am Vogelfutter (Ganzjahresfütterung) - auch dann, wenn die Kater nur ein, zwei Meter entfernt auf den Gartenstühlen schlafen.



Dienstag, 22. Mai 2012

Seuche-Impfung für Kätzchen - kein Schutz trotz dreimaliger Impfung?

Diese Studie dürfte den Impfstoffherstellern und den Autoren der Impfempfehlungen ("Leitlinien") noch Kopfzerbrechen machen: Veterinäre vom Paul-Ehrlich-Institut haben die Impfantikörper von 62 Kätzchen untersucht und festgestellt, dass 36,7 Prozent auch nach drei Impfungen keinen Schutz gegen Katzenseuche aufwiesen.

Das widerspricht den aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkomission Vet und den Angaben der Hersteller zur Grundimmunisierung.

Auch die bisher geltenden Angaben, ab welchem maternalen Antikörperspiegel ein Impferfolg zu erwarten ist, wurden in der Studie nicht bestätigt. Vielmehr war der Impferfolg selbst bei sehr geringen oder negativen MAK-Spiegeln der Katzenwelpen nicht garantiert. Außerdem zeigte sich, dass die Impfstoffe unterschiedlich wirksam waren.

Das PEI regt nun die Stiko Vet an, darüber nachzudenken, "ob und unter welchen Bedingungen die Bestimmung des Antikörperspiegels zur Optimierung des Impfzeitpunktes, entweder beim Muttertier oder bei den Katzenwelpen, allgemein zu empfehlen ist".

Im Klartext: Wenn die bisherigen Annahmen, die den aktuellen Impfplänen für Welpen zugrunde liegen, nicht stimmen, sollte man wohl besser bei jedem Wurf den Seuche-Impfschutz durch Titermessung kontrollieren.







Mittwoch, 16. Mai 2012

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Dienstag, 15. Mai 2012

Leishmaniose-Impfstoff: Marketing geht los

Seit 2011 ist europaweit ein Leishmaniose-Impfstoff für Hunde zugelassen, der seit April 2012 auch in Deutschland am Markt ist. Das Marketing, das jetzt einsetzt, zielt hauptsächlich auf Hundehalter/innen ab, die ihre Tiere in südliche Urlaubsländer mitnehmen.

Was ist von dem neuen Impfstoff zu halten?

Leishmanien sind Einzeller und können auch beim Menschen schwerste Erkrankungen verursachen. Ein Impfstoff für Menschen steht jedoch nicht zur Verfügung, obwohl seit vielen Jahren intensivst daran geforscht wird. Das sollte uns stutzig machen. 

Als Adjuvans enthält der Impfstoff ein Saponin. Saponine werden unseres Wissens in Humanimpfstoffen bisher nicht verwendet, und zwar wegen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Verträglichkeit. Auch das sollte uns stutzig machen.

Zur Wirksamkeit des Impfstoffs sind harte Daten nicht zu bekommen. Zwei Feldstudien sollen die Wirksamkeit belegt haben. In der Veröffentlichung der Europa-Zulassungsbehörde Ema heißt es: "Rund 43 Prozent der Impflinge und 28 Prozent der ungeimpften Kontrolltiere blieben während der gesamten Phase der natürlichen Exposition leishmanien-frei." Anders gesagt: 57 Prozent der geimpften Hunde infizierten sich mit Leishmanien. 

Hinweis: Infektion ist nicht gleichbedeutend mit Erkrankung. Viele leishmanien-infizierte Hunde erkranken nicht.

Weiter ist in der Ema-Publikation zu lesen, dass ungeimpfte Hunde in den Feldstudien ein etwa viermal größeres Risiko gehabt hätten, an Leishmaniose zu erkranken. Absolute Zahlen werden jedoch nicht genannt, man erfährt nicht, wie viele von den geimpften und von den ungeimpften Hunden überhaupt an L. erkrankten. Wenn Pharmaunternehmen statt absoluter Zahlen Relationen nennen, ist immer Vorsicht angebracht. Wenn ein Risiko auf ein Viertel verringert wird, klingt das erst einmal gut. In absoluten Zahlen ist das häufig viel weniger beeindruckend.

Klar ist jedenfalls: Der Impfstoff schützt nicht zuverlässig vor Infektion und Erkrankung. Wer ihn geben lässt, sollte dennoch auf Parasitenschutz achten (zB Scalibor-Halsband).