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Dienstag, 21. August 2012

Off topic: Frischfütterung und die AVMA

Der US-Tierarztverband American Veterinary Medical Association (AVMA) hat kürzlich eine Resolution gegen die Frischfütterung von Katzen und Hunden verabschiedet.

Und in China ist ein Sack Reis umgefallen.


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http://haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/2012/06/ein-perfektes-geschaftsmodell.html
http://haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/2012/04/off-topic-frischernahrung-salmonellen.html

(Oder Suchwort Trockenfutter in Blog-Suchmaske oben links eingeben)


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Richtig putzig ist, was die Vize-Chefin der AVMA-Kommunikationsabteilung dazu von sich gegeben hat: Die Resolution sei kein Versuchdas Recht der Tierhalter einzuschränken, ihre Tiere so zu füttern, wie sie es für richtig halten.

Oh, danke, danke, liebe Kimberley - wir haben schon gebibbert, dass jetzt gleich die AVMA-Futterpolizei kommt.

Samstag, 18. August 2012

Schlauberger

Kaum ist "Haustiere impfen mit Verstand" beim Verlag ausverkauft, stellt ein Schlauberger/eine Schlaubergerin ein gebrauchtes (!) Exemplar zum Preis von 100 Euro (!) bei Amazon ein.

Der Oldie "Katzen impfen mit Verstand" wird vom selben Händler für 150 Euro (!) angeboten. Die Nachfrage scheint sich in Grenzen zu halten. Ob es wohl an der Preisgestaltung liegt?




Donnerstag, 16. August 2012

Gedränge auf dem Lepto-Markt

In den USA sind Vierfach-Impfstoffe gegen Leptospirose schon lange am Markt, in Deutschland bieten die Hersteller bisher seltsamerweise nur Produkte mit drei Lepto-Arten: ein Produkt von Pfizer, s. a. 

http://haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/search?q=lepto

und eines von Ecuphar (ein Unternehmen aus Belgien, das große Teile der Veterinärsparte von Riemser übernommen hat). Beide enthalten Leptospira icterohaemorrhagiae und canicola sowie grippotyphosa; auch das Produkt von Ecuphar ist eine Kombi mit einem nur für ein Jahr zugelassenen Tollwutimpfstoff.

Kürzlich hat Intervet bei der europäischen Zulassungsbehörde Ema für einen Vierfach-Leptoimpfstoff einen positiven Vorbescheid erhalten. Das Produkt Nobivac L4 enthält zusätzlich zu den oben genannten drei Lepto-Typen die Serovar bratislava. Wann es auf den Markt kommt, ist noch unbekannt.

Donnerstag, 9. August 2012

Ausverkauft

So, jetzt ist es soweit: "Haustiere impfen mit Verstand" ist ausverkauft.

Bei der Gelegenheit noch eine Anmerkung zum Preis.

Manche fanden 19,80 Euro zu teuer.

Den wenigsten Buchkäufern/innen dürfte bekannt sein, dass allein Amazon 60 Prozent vom Preis abkassiert.

Für Großverlage mit Millionenbestsellern dürften die Amazon-Konditionen besser sein, aber HaimV erschien nun mal in einem Kleinverlag und nicht in Millionenauflage.

Gedruckt und gebunden wurde das Buch in Deutschland, und es wurden hiesige Löhne gezahlt.

Großverlage lassen gern dort drucken, wo Arbeit fast nichts kostet.

Sollte es ein Nachfolgebuch für HaimV geben, wird auch das in Deutschland von Menschen hergestellt werden, die für ihre Arbeit halbwegs auskömmlich entlohnt werden.

Ende der Lektion über Buchpreise, Herstellungskosten und (Fast-) Monopolisten im Onlinebuchhandel.

PS: Lieben Dank für die netten Kommentare.
PPS: Kommentare werden hier nur veröffentlicht, wenn sie zusätzliche Sachinformation zu den Blogthemen bieten. 

Montag, 6. August 2012

Nachtrag: US-Rechtsstreit wg Impfsarkom

Eine Tierhalterin in der texanischen Stadt Corpus Christi ist gegen ihren Tierarzt vor Gericht gezogen, weil ihre Katze durch überflüssige Impfungen mit adjuvanshaltigen Impfstoffen an einem Impfsarkom erkrankte.
http://haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/2012/02/usa-rechtsstreit-wg-impfsarkom.html

Sie hat den Prozess leider verloren. Der Richter war der Meinung, dass der Tierarzt keine Verletzung seiner Sorgfaltspflicht usw. begangen habe, weil alle anderen Tierärzte am Ort genauso verfahren wie er: Sie impfen nach Lust und Laune und viel häufiger, als die Tierarztorganisationen empfehlen. Impfsarkom-Verhütung interessiert sie überhaupt nicht, sie geben Katzen adjuvanshaltige Impfstoffe, obwohl es adjuvansfreie Produkte gibt. 

Die Tierärzte von Corpus Christi brauchen laut Gericht nicht die Beipackzettel der Hersteller zu beachten und können Dreijahrestollwutimpfstoffe nach Belieben jährlich geben; sie brauchen sich nicht an Impfrichtlinien von Tierarztverbänden zu halten; sie brauchen die Tierhalter nicht über Impfrisiken aufzuklären. Usw., usf.

Traurig. Und skandalös.

Das Urteil läuft, nebenbei gesagt, auch noch darauf hinaus, dass sich Tierärzte - jedenfalls in Corpus Christi - nicht fortzubilden brauchen. Sie können so impfen wie vor 20 Jahren, sie können alles ignorieren, was in der Fachwelt seither zum Thema geschrieben und gesagt wurde. Sollte man solchen Veterinären sein Tier zum Beispiel für eine Op anvertrauen?

Wie wäre so ein Prozess in Deutschland ausgegangen? Vermutlich nicht besser. Wir haben es schon oft gesagt und wiederholen es: Es ist wenig aussichtsreich und zudem finanziell riskant, wegen eines (wahrscheinlichen oder mutmaßlichen) Impfschadens vor Gericht zu gehen.

In Deutschland wäre die Ausgangslage noch schwieriger als in den USA. Es hätte zum Beispiel keinen Zweck, als Tierhalter oder Sachverständiger vor Gericht bei einem Impfsarkom-Fall die hiesigen Impf-"Leitlinien" zu zitieren. Denn Impfnebenwirkungen und Impfsarkome bei Katzen kommen in den deutschen "Leitlinien" überhaupt nicht vor. Außerdem würde man hierzulande gar keinen kritischen Sachverständigen finden, der dem Richter erklären könnte, was an den Impfgewohnheiten vieler Tierärzte faul ist.

Was lernen wir aus dieser Geschichte?

Wir lernen wieder einmal, dass sich Tierhalter/innen nicht auf Tierärzte verlassen können, wenn es um vernünftige, wissenschaftlich fundierte Impfpläne geht,

- dass wir uns selbst informieren müssen,

- dass wir selbst entscheiden müssen, wie oft und wogegen unsere Tiere geimpft werden.

Die Entscheidung, wogegen und wie oft ein Tier geimpft wird, steht von Rechts wegen uns zu, nicht dem Tierarzt. Das sollten wir nutzen.