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Donnerstag, 21. Februar 2013

Blütenlese Tollwut: Fuchs-Abknallwoche im Spessart


Dominik Storr, Rechtsanwalt in Neustadt am Main, hat im Auftrag von Tierschutzorganisationen bei der Würzburger Staatsanwaltschaft Strafanzeige gestellt gegen die Verantwortlichen einer "Fuchswoche", bei der 92 Füchse abgeknallt wurden. Gerechtfertigt wurde diese Massentötung, die vom 20. Januar bis 3. Februar dieses Jahres dauerte, laut Lokalpresse mit angeblicher Seuchengefahr durch Tollwut, Fuchsbandwurm und Räude.(*)

Storr sieht darin einen mutmaßlichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetzweil die Jägerschaft nicht zuständig ist für die Abwehr von Tierseuchen. Die angebliche Seuchengefahr bezeichnet er als Jägerlatein. Deutschland ist seit 2008 tollwutfrei. Die Gefahr von Fuchsbandwurm gehört, wie er in seiner Anzeige belegt, "ins Reich der Legenden", auch die Räude könne die Massentötung nicht rechtfertigen (nur acht Füchse waren befallen).

Da Tollwut, Fuchsbandwurm und Räude als Jägerlatein entlarvt seien, bleibe als Grund für diese Massenjagd nur noch die Freude am Töten, so der Anwalt.

Zudem fand das revierübergreifende Mordsvergnügen zu einer Zeit statt, als anhaltender Frost mit geschlossener verharschter Schneedecke herrschte; Wildtiere in dieser harten Zeit über viele Tage zu hetzen und zu stressen ist alles andere als waidgerecht. 


Storrs Pressemitteilung und den Text der Strafanzeige kann man hier nachlesen:
http://www.buergeranwalt.com/2013/02/19/pressemitteilung-strafanzeige-wegen-der-massentotung-von-fuchsen-im-spessart/

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Die Aktion zeigt wieder einmal, dass Schießwütigen kein Pseudo-Argument zu blöd ist, um ihrem Trieb nachzugehen. Da wird dann sogar die Tollwut wieder hervorgeholt. Manche Jäger pflegen einen geradezu pathologischen Hass gegen Füchse und anderes "Raubzeug" und sind auch durch wissenschaftliche Fakten nicht von dem Wahn abzubringen, sie könnten die Fuchspopulation mit der Flinte regulieren.


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Wir wünschen dem Anwalt und seinen Mandanten von Herzen Erfolg. Da allerdings viele Staatsanwälte und Richter - notorisch sehr statusorientierte Berufsgruppen -  selbst Jäger sind, sind wir nicht sehr optimistisch.



(*) Die Staupe ist den sauberen Jägern als "Seuchengefahr" offenbar nicht eingefallen. 

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