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Montag, 29. April 2013

"Hunde impfen - Der kritische Ratgeber": Warum dieser Preis?



"Hunde impfen", den neuen kritischen Ratgeber für Hundefreunde, finden manche Käufer möglicherweise ganz schön teuer. Das Büchlein ist eigentlich nur ein Heftchen und wirkt - rein äußerlich - nicht gerade hochwertig.

Leider ging es nicht billiger.

Das Vorgänger-Buch "Haustiere impfen mit Verstand" hatte 108 Seiten, viele Farbfotos, einen festen Einband und kostete 19,80 Euro. Warum kostet das weniger aufwendig hergestellte 63seitige HiKR 14,80 Euro?

Antwort: HaimV wurde in größerer Auflage gedruckt als HiKR. Je größer die Auflage, desto weniger Fixkosten entfallen auf jedes Exemplar. Außerdem hat der Verlag HaimV seinerzeit  quersubventioniert, indem Papier verwendet wurde, das von einem anderen Projekt übrig war.

Vom Preis von 14,80 Euro für HiKR geht erst einmal die Umsatz-, bzw. Mehrwertsteuer ab, bleiben 13,83 Euro.

Von diesen 13,83 Euro kassiert Amazon satte 8,30 Euro.

Von dem, was dann noch übrig ist, sind alle anderen Kosten zu bestreiten: Satz/DTP, Druck, Allgemeinkosten des Verlags und Autorenhonorar.

Wenn an diesem Büchlein einer was verdient, dann ist es Amazon.(*)


Warum nicht einfach auf Amazon verzichten? Das wäre nicht ratsam, dazu hat der Online-Händler eine zu dominierende Stellung im Buchvertrieb. HaimV wurde zu etwa 80 Prozent über Amazon gekauft.

Und: Ist ein Buch bei Amazon nicht erhältlich, kann leicht der Eindruck entstehen, es sei überhaupt nicht lieferbar.

Die Alternative wäre, gar kein Impfbuch mehr zu veröffentlichen. Das würden viele Interessenten nicht verstehen.

Eine andere Möglichkeit wäre die Publikation als E-Book. Das wäre allerdings für viele potentielle Leser/innen keine gute Lösung, weil sie keinen Reader haben und/oder weil sie Gedrucktes vorziehen.

Tja.



(*) Dass der aggressive Multi und Fast-Monopolist Amazon seine Beschäftigten - Festangestellte, Leiharbeiter, Saisonkräfte - mies bezahlt, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Wir wünschen der Belegschaft und der Gewerkschaft Verdi viel Erfolg in den aktuellen Tarifverhandlungen und im wahrscheinlich unvermeidlichen Streik.

Amazon gehört außerdem zu den Großunternehmen, die sich durch allerlei Steuerkonstruktionen so arm rechnen, dass sie in Deutschland und in anderen umsatz- und ertragsstarken Märkten fast keine Unternehmenssteuern zahlen. Eine Tatsache, die zum Himmel stinkt und die wir den Politikern (GrüneSPDCDUCSUFDP) zu verdanken haben.
S. a.: http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2013/april/amazon-und-die-strategie-der-toedlichen-umarmung

Montag, 22. April 2013

"Hunde impfen - Der kritische Ratgeber" ab 2. Mai im Buchhandel




Ab 2. Mai ist der neue Impfratgeber für Hundefreunde im stationären und Online-Buchhandel erhältlich:

Monika Peichl: "Hunde impfen - Der kritische Ratgeber". Verlag Norbert Höpfinger, Konstanz 2013, 14,80 Euro, 63 Seiten.





Das Büchlein wurde, damit der Preis nicht zu hoch wird, schlicht gestaltet.(*)

Wem es zu teuer ist, der/die möge vom Erwerb absehen.(**)

HikR ist in zwei Teile gegliedert: einen praktischen Teil, der eine schnelle, dennoch umfassende Übersicht über die Impfstoffe und die Impfprogramme bietet, und einen Grundlagen-Teil für diejenigen Leser/innen, die es genauer wissen möchten.

Inhalt

Einleitung
Impfungen für Hunde: Was, wann und wie oft
SHPPi/LT und Konsorten
Die Hauptimpfungen: Staupe, Parvo, Hepatitis
Staupe
Hepatitis
Parvovirose
Fazit Staupe-Hepatitis-Parvo
Titerkontrollen statt SHP-Nachimpfung?
Häufig gestellte Fragen zu SHP
Tollwut
Optionale Impfungen
Leptospirose
Zwingerhusten
Canines Herpesvirus
Borreliose
Babesiose (Hundemalaria)
Leishmaniose
Pilzimpfstoffe
Tetanus
Welpenimpfung
Impfnebenwirkungen in Kürze
Häufig gestellte Fragen
Grundlagen
1. Immunsystem und Impfungen
2. Impfstoff-Typen
3. Zusatzstoffe
4. Studien zur Dauer des Impfschutzes
5. Impfnebenwirkungen
Literatur und Quellen (Auswahl)
Wichtige Begriffe



PS: Bitte nicht mehr bei Autorin und Verlag nachfragen, wann denn endlich das neue Impfbuch erscheint.
PPS: Falls jemandem die schöne Hundenase bekannt vorkommt: Ja, der Verlag hat wieder das bewährte Cover-Model von HimV genommen.

(*) Die Autorin hat inzwischen ihr erstes Exemplar in Händen und festgestellt, dass es wirklich sehr schlicht gestaltet ist. Es ist eigentlich nicht mal ein Büchlein, sondern eine Broschüre. Das tut dem Inhalt keinen Abbruch. Aber es kann natürlich sein, dass man anderes erwartet hat. Aufmachung und Preisgestaltung sind Sache des Verlags, die Autorin hatte darauf keinen Einfluss. 
(**) Es sei noch mal erwähnt, dass Amazon, der Fast-Monopolist im Online-Buchhandel, 60 Prozent kassiert.  Wird ein Titel nicht über Amazon verkauft, wird er dort trotzdem gelistet, allerdings mit der Angabe, er sei "derzeit nicht erhältlich" o. ä. Das kann bei Interessenten den Eindruck erwecken, das Buch sei nirgendwo lieferbar. 

Donnerstag, 18. April 2013

Nicht das Gelbe vom Ei



Ältere Impfstoffe gegen Lepto enthalten zwei Serovaren (= Typen von Leptospiren), und zwar Leptospira canicola und icterohaemorrhagiae. Neuere Produkte hingegen warten mit mehr Serovaren auf. Im Angebot sind nunmehr ein Dreifachprodukt (ict., can., grippotyphosa) und ein Vierfachprodukt (ict., can., grippotyphosa, bratislava).

Hurra? Nach einer neuen Studie von Laboklin wohl nicht.

Untersucht wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2011 Proben von rund 3900 Hunden, deren Impfstatus und Krankheitsgeschichte nicht bekannt waren.(*)

2009 waren etwa zehn Prozent aller Proben positiv, 2010 etwa elf Prozent und 2011 etwa zwölf Prozent. Als positiv gewertet wurden Proben mit einem Titer von 1:400 oder höher.

Die am häufigsten gefundenen Serovaren waren (gerundete Zahlen)

2009: bratislava (25 Prozent), ict. (= Impfserovar; 21 Prozent), australis (14 Prozent)

2010: bratislava (24 Prozent), australis (18 Prozent), ict. (14 Prozent),

2011: ict. (23 Prozent), bratislava (20 Prozent), australis (18 Prozent).


Die Angaben für grippotyphosa: 2009 8,5 Prozent, 2010 8,1 Prozent, 2011 5,5 Prozent.

L. saxkoebing lag bei jeweils fünf Prozent, canicola (= Impfserovar) bei fünf bis acht Prozent, sejroe wurde nicht gefunden.

Die höchsten Antikörperspiegel (1:3200) fand das Labor für bratislava, autumnalis, australis und ict.


***


Die Aussagekraft dieser Untersuchung ist beschränkt, da keine Angaben zum Impfstatus und zu möglichen Erkrankungen der Hunde vorlagen. Trotzdem ist sie interessant. Sie zeigt, dass die neuen Lepto-Impfstoffe hinsichtlich ihres Serovar-Spektrums nicht das Gelbe vom Ei sind. Gut sind sie sowieso nicht, weil auch sie Ganzkeim-Bakterine sind, die jede Menge reaktogene = nebenwirkungsträchtige Proteine enthalten.

In einer Studie aus Süddeutschland wurden bei lepto-kranken Hunde diese Serovaren am häufigsten gefunden: grippotyphosa, saxkoebing, copenhageni (ict.), can. und bratislava.






PS: Zum Kombi-Impfstoff SHPPi mit Lepto-Dreifachprodukt plus EINJAHRES-Tollwutimpfstoff s. a.
http://haustiereimpfenmitverstand.blogspot.com/search?q=dreifach
 
(*)  Lepto-Infektion ist nicht gleichbedeutend mit Lepto-Erkrankung, viele Infektionen verlaufen ohne Symptome. Und: Die Impfung verhindert auch nicht die Infektion mit Serovaren, die im Produkt enthalten sind.



Dienstag, 9. April 2013

Impfempfehlungen mit ein paar guten Details





Der Fachbereich Veterinärmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München ist sicherlich Deutschlands fortschrittlichster, wenn es um Impfungen für Katzen und Hunde geht.

Münchener Hochschullehrer, vor allem Prof. Hartmann, haben relativ früh das Dreijahres-Kompromissmodell aus den USA aufgegriffen und versucht, es den Praktikern nahezubringen.(*)

Etwas versteckt finden sich auf der Website der Medizinischen Tierklinik der LMU Impfempfehlungen für praktische Tierärzte, in Form von Texten und Tabellen. Sie weichen teilweise erheblich von der "Leitlinie" der deutschen "Ständigen Impfkommission Vet" ab.

Alles in allem sind sie nicht so schlecht wie die "Leitlinie", vor allem die Empfehlungen zu Katzenimpfungen. Und zwar schon deshalb, weil Fibrosarkome an der Impfstelle, also Impfsarkome erwähnt werden.

In der "Leitlinie" der Stiko Vet kommen Nebenwirkungen gar nicht vor.

Gemäß "Leitlinie" sollen Katzen jährlich oder zweijährlich gegen Schnupfen (Herpes und Calici) nachgeimpft werden, den Münchenern genügt ein Dreijahresabstand. Vielleicht haben sie bedacht, dass Tierärzte sowieso nur Seuche-Schnupfen-Kombis verwenden.

Für FeLV empfiehlt die Uni-Tierklinik die Grundimmunisierung mit 16 und 20 Wochen, eine Drittimpfung mit 15 Monaten und danach Dreijahresabstände bis etwa zum achten Lebensjahr.

Die Altersresistenz gegen diesen Erreger entwickeln Katzen allerdings unseres Wissens nicht erst mit acht Jahren. Der Nutzen dieser Impfung bei adulten Tieren ist nicht belegt.

Immerhin wird angeraten, das adjuvansfreie FeLV-Produkt zu verwenden (wg. Sarkomverhütung).  

In den Münchener Empfehlungen für Hunde-Impfungen werden Nebenwirkungen ebenfalls aufgeführt. Für Parvo und Staupe wird ein Intervall von "drei oder vier" Jahren genannt, der Vierjahresimpfstoff, auf den hier verwiesen wird, ist allerdings nicht mehr am Markt. (Informierten Tierhaltern/innen sind die SHP-Beipackzettel ohnehin wurscht.)

Die Empfehlungen zur Lepto-Impfung lassen eine gewisse Reserve zum Nutzen der alten Zweifach-Produkte erkennen. Interessanterweise wird die Lepto-Impfung, anders als in der "Leitlinie", nicht zu den Hauptimpfungen (die alle Hunde haben sollen) gezählt, sondern zu den optionalen (non-core). Produkte mit drei oder mit vier Serovaren sind noch nicht berücksichtigt.

Die Impfung gegen Borreliose wird "generell nicht empfohlen", auch nicht mit den relativ neuen Impfstoffen, die andere Borrelien enthalten als das alte Produkt.

Nicht korrekt ist die Angabe in den Texten, dass die Tollwutimpfung gesetzlich vorgeschrieben sei. Nein, ist sie nicht. Sie ist vorgeschrieben für den Grenzübertritt innerhalb Europas, aber im Inland besteht keine gesetzliche Pflicht zum Tollwutschutz.

In den tabellarischen Darstellungen stecken ebenfalls zwei Fehler: Für Hunde gibt es in Deutschland KEINEN Vierjahrestollwutimpfstoff, sehr wohl aber für Katzen.(**)


***


Fazit: Die Münchener Empfehlungen lassen auch zu wünschen übrig, in Details sind sie aber doch um Klassen besser als die elende "Leitlinie" der Stiko Vet.







(*) Das ist verdienstvoll. Es bleibt aber die Tatsache, dass die Dreijahresabstände eine immunologische Luftnummer sind. Der Dreijahres-Kompromiss ist genauso willkürlich wie die jährliche Impferei, weil nicht wissenschaftlich fundiert. Auch Kleinsäuger haben ein Immungedächtnis, das länger als dreimal 365 Tage funktioniert.

(**) Und zwar Enduracell T und Rabdomun. Zwecks Impfsarkomverhütung sollte man jedoch das adjuvansfreie Dreijahresprodukt Purevax Rabies vorziehen.