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Sonntag, 4. August 2013

WSAVA, Titer und Heavy Metal




Unser Posting über die WSAVA-Impfrichtlinie für Welpenbesitzer (Mai 2013) wird immer noch durchs Web verbreitet, leider auch von Leuten, die nicht ganz begriffen haben, warum die Sache so ein Knüller ist. 

So wird auf einer Hunde-Website behauptet, die WSAVA empfehle einen jährlichen Check, "bei dem auch die Titerbestimmung gegen Infektionskrankheiten durchgeführt würde".

Jährliche Titerbestimmungen empfiehlt die WSAVA in dieser Richtlinie GANZ UND GAR NICHT. Sie weist vielmehr auf die Möglichkeit hin, nach der letzten Welpenimpfung die Titer zu messen, damit man weiß, ob die Impfung gegen Staupe-Hepatitis-Parvo geklappt hat. Wenn ja, ist eine weitere (dritte oder gar vierte) SHP-Impfung unnötig, und zwar für den Rest des Hundelebens.

Für unsere Abschreiber/innen jetzt noch mal ganz langsam (und bitte diesmal korrekt abpinseln): 

Die WSAVA stellt in dieser Richtlinie klar, dass ein Welpe FÜRS GANZE LEBEN AUSREICHEND GEIMPFT IST, wenn die Titermessung ergibt, dass er Impfantikörper gegen S und P hat (H braucht man nicht zu messen). Dasselbe gilt übrigens auch für Hunde, die ihre SHP-Impfung erst jenseits des Welpenalters erhalten.

"If the dog is already immune to these three core diseases, re-vaccinating will not add any extra immunity" (WSAVA-Guideline, Abschnitt Core vaccine, Punkt 5).

Deshalb ist es unnötig, S- und P-Titer ein weiteres Mal oder gar jedes Jahr erneut zu messen.

Warum werden bei Menschen keine Impftiter, beispielsweise für Masern, gemessen? Weder beim Kleinkind gleich nach der Impfung noch bei Jugendlichen oder Erwachsenen, deren Impfung schon sehr lange zurückliegt? WEIL ES ÜBERFLÜSSIG IST.

Aber Hunde sind halt Privatpatienten, da ist die Versuchung zu unnützen medizinischen Maßnahmen immer gegeben.    

Anderes Beispiel: 

Eine Vertreterin alternativmedizinischer Ideen lobt die WSAVA-Richtlinie und stellt die These auf, dass Hunde durch die Nachimpferei mit "Schwermetallen" und "hochtoxischen Stoffen" krank gemacht würden.

Oha, Schwermetalle und hochtoxische Stoffe in SHP-, also Viruslebendimpfstoffen? Das wär' uns aber ganz neu, dass sich in diesen Impfstoffen Cadmium oder Blei usw. befinden. Auch sonst sind sie nicht "hochtoxisch".

Seufz. Man kann gegen unnötige SHP-Impfungen viel einwenden, aber um Schwermetalle geht es hier überhaupt nicht. 

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