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Donnerstag, 27. Februar 2014

Völlig OT: Die herrschenden Verhältnisse auf den Punkt gebracht




Ein Banker, ein "Bild"-Leser und ein Asylbewerber sitzen an einem Tisch mit zwölf Keksen. Der Banker nimmt sich elf von den Keksen und sagt dann zum "Bild"-Leser: "Du, pass auf, der Asylbewerber will dir deinen Keks wegnehmen!"





Montag, 24. Februar 2014

Impfsarkome: Der Fall R.




Seit den 80er Jahren weiß die Tiermedizin - auch in Deutschland! -, dass Katzen an Impfstellen bösartige Tumoren des Bindegewebes entwickeln können.

1986 (!) wurden in einer deutschen Veterinärdissertation 161 Fibrosarkome bei Katzen beschrieben, 125 davon stammten von Impfstellen.

Anfang der 1990er Jahre schlugen US-Pathologen Alarm, weil sie immer mehr Krebsgewebeproben von typischen Impfstellen eingesandt bekamen. Die Impfsarkome gaben den Anstoß dafür, dass die jährliche Impferei der Haustiere einer Revision unterzogen wurde. 

Neue - wissenschaftlich nach wie vor zweifelhafte - Richtlinien mit etwas verlängerten Impfabständen und neue Empfehlungen zur Impflokalisation sollten die Tumor-Epidemie eindämmen. 

Mit wenig Erfolg. Auch heute noch erkranken Tausende Katzen an Impfsarkomen.

So wie die neunjährige Katze von Eva D. aus Franken. 


Eva möchte, dass der Fall publik wird. "Es macht mich unendlich wütend, dass ich vorher nicht informiert wurde." 




Katze R., neun Jahre. Das Impfsarkom wächst an ihrem rechten Hinterbein und an der Hüfte.
Im November 2012 wurde die Tollwutimpfung ins rechte Hinterbein gegeben.  



Bei Ihrer neunjährigen Katze ist vor zwei Wochen ein Impfsarkom diagnostiziert worden. Haben Sie vorher gewusst, dass es so etwas gibt: Krebs durch Impfungen? Sind Sie über dieses Risiko jemals vom Tierarzt aufgeklärt worden?

Nein. Ich wusste überhaupt nichts von Impfsarkomen, und ich bin nie vom Tierarzt darüber informiert worden. 




Der Tumor von Katze R. Die bösartige Geschwulst
ist in die Hüfte gewuchert und inoperabel.



Der Tumor ist sehr groß und laut Tierarzt inoperabel. Hätten Sie den Knoten, als er Ihnen auffiel, zügig untersuchen lassen, wenn Sie von Impfsarkomen gewusst hätten?

Zuerst bemerkt habe ich den Knoten voriges Jahr im November. Das war ungefähr ein Jahr nach ihrer letzten Impfung. Ich hatte im Herbst 2013 eine Erinnerungskarte wegen der Impfungen bekommen, hatte darauf aber noch nicht reagiert. Seit Weihnachten ist der Knoten dann sehr schnell gewachsen, und ich dachte immer noch an etwas Gutartiges, weil meine Katze ganz früher mal so etwas hatte. Ich habe ihr auch nichts angemerkt, sie wirkte nicht krank. Erst im Februar bin ich mit ihr zum Tierarzt gegangen, und da war das Ding schon so groß. 


Wie oft ist Ihre Katze geimpft worden und wogegen?

Jährlich oder fast jedes Jahr. Unsere früheren Katzen wurden nicht so oft geimpft. Aber bei dieser Katze bekam ich immer die Erinnerungskarten von der Tierarztpraxis, also bin ich hingegangen. Ich dachte, das muss sein. 

Der Impfpass, den ich von ihr habe, ist erst ab 2008, was genau sie früher bekommen hat, will ich noch herausfinden. Meine Katze wurde laut Impfpass fast jedes Jahr gegen Seuche, Schnupfen, FeLV, FIP und Tollwut geimpft. Im Jahr 2008 wurde sie seltsamerweise zweimal kurz hintereinander gegen Tollwut (*) und alles andere geimpft, im September und im Oktober. Warum, weiß ich nicht, sie wurde ja schon vor 2008 gegen Tollwut geimpft. 2009 wieder das ganze Programm. Dann wieder im Januar 2011 Seuche, Schnupfen, FeLV und FIP, aber ohne Tollwut. Im November 2012 wieder Tollwut, FeLV, Seuche und Schnupfen, allerdings ohne FIP.  


Ein merkwürdiges Impfprogramm: diese häufigen Tollwutimpfungen 2008 und 2009 und die sinnlose FIP-Impfung. Hätten Sie weniger oft impfen lassen, wenn Sie vom Risiko Impfsarkom und von den seit 2006 bestehenden Empfehlungen der "Impfkommission Vet" gewusst hätten?

Wahrscheinlich. Aber vielleicht hätten die mir auch so viel Druck gemacht, dass ich meine Katze dann doch jährlich gebracht hätte. Von den neuen Impfempfehlungen wusste ich nichts, das wurde in der Tierarztpraxis nie erwähnt. 


Pharmaindustrie und Tierärzteschaft wollen das Wort Impfsarkom loswerden, sie propagieren den Begriff Injektionsstellensarkom. Angeblich kann jede Art von Injektion ein Sarkom verursachen. Könnte es bei Ihrer Katze eine andere Injektion gewesen sein?

Meine Katze wurde als Welpe kastriert, seither hat sie nie wieder eine Spritze bekommen. Sie hat am rechten Hinterbein und an der rechten Hüfte, also da, wo das Sarkom ist, nie eine andere Spritze bekommen als die Tollwutimpfung. Die wurde ins rechte Hinterbein gegeben, das weiß ich definitiv. Letztes Frühjahr hat sie sich an der Impfstelle kahl geleckt, und im Herbst hat sie wieder mit dem Lecken angefangen. 


Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen für eine bessere Aufklärung der Katzenhalter/innen?

Ich finde, die Tierärzte müssten dazu verpflichtet werden, dass sie die Tierhalter über Impfsarkome und überhaupt über Impfnebenwirkungen aufklären. Einen Beipackzettel habe ich nie zu lesen bekommen. Von den neuen Impfempfehlungen hatte ich noch nie gehört. Ich wusste auch nicht, dass die Tollwutimpfung gar nicht jährlich gegeben werden muss. Oder dass die FIP-Impfung bei meiner Katze sinnlos war. Auch über diese Dinge müssten Tierärzte ihre Kunden aufklären. Warum tun sie es nicht?



***


Anm. MP: Alle Tollwutimpfstoffe, die die Katze seit 2008 erhielt, waren und sind für drei Jahre zugelassen. Die drei Jahre gelten laut Beipackzetteln bereits nach einer einmaligen Erstimpfung im Alter von zwölf Wochen oder später. 




Sonntag, 23. Februar 2014

Impfen im Abo, lebenslang



Die Tierärzte in den USA spüren die anhaltende Wirtschaftskrise. Seit 2001 ist die Zahl der Praxisbesuche von Hunden laut dem US-Tierarztverband Avma um 21 Prozent gesunken, die Zahl der Praxisbesuche von Katzen um 30 Prozent. Das ist schmerzlich.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Tierärzte. Es wird ausgebildet auf Teufel komm raus, egal ob die Nachfrage damit mithält oder nicht. Das liegt erstens daran, dass der Beruf vielen jungen Menschen, vor allem Frauen, so attraktiv erscheint, zweitens aber noch mehr daran, dass die Hochschulausbildung in den USA durch und durch kommerzialisiert ist. Hochschulen sind in erster Linie Unternehmen, an die die Studierenden horrende Studiengebühren zahlen müssen. Je mehr Studenten, desto höher der Profit und desto höher auch die Einkommen der Führungskräfte an diesen Hochschul-Unternehmen. Das Geschäft wirft beträchtliche Gewinne ab - kein Wunder, dass sogar neue Vet Schools (veterinärmedizinische Hochschulen) gegründet werden.


In ihrer Not suchen die Veterinäre nach Mittel und Wegen, das Patientenaufkommen zu erhöhen oder wenigstens zu stabilisieren. Eine TA-Klinik in Massachussetts hat sich jetzt ein Programm ausgedacht, bei dem die Tierhalter/innen einen Einmal-Betrag zahlen, mit dem die Impfkosten für die gesamte Lebensdauer ihres Tiers abgegolten sind. Extra zu vergüten ist dann nur noch die Untersuchung beim Impftermin.

Das ist natürlich keine gute Idee. Wer halbwegs aufgeklärt ist, bewahrt sein Tier vor unnötigen Nachimpfungen. 

Das Modell ist aber aufschlussreich. Denn damit wird versucht, die Nachimpferei wieder zu dem zu machen, was sie über Jahrzehnte war (und heute noch oft genug ist): zum Garanten für einen zuverlässigen Patientenstrom, sprich: zur Umsatzgarantie. Ein Geschäftsmodell, das in den Orkus der Geschichte gehört. 




PS: Gegen Kundenbindungsprogramme für regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen wäre hingegen nichts einzuwenden.

PPS: Auch in Deutschland haben es viele praktische Tierärzte nicht gerade leicht. Vor allem die Bezahlung der Nachwuchs-Veterinäre/innen, die als Praxis- oder Klinikangestellte arbeiten, ist skandalös niedrig. Und in manchen Städten oder Stadtvierteln knäueln sich die TA-Praxen geradezu. Bei allem Verständnis für wirtschaftliche Nöte sind wir jedoch nicht bereit, für wissenschaftlich unbegründete und risikoträchtige Nachimpfungen zu löhnen. 







OT: Würmer, Immunsystem, Immunkrankheiten




Der Deutschlandfunk brachte im Januar einen interessanten Bericht über Wurmtherapien gegen Immunerkrankungen (Allergien, Morbus Crohn, multiple Sklerose usw.). 

Hier kann man das Manuskript lesen: 
http://www.deutschlandfunk.de/wurmtherapie-manuskript-mit-dem-feind-unter-einer-haut.740.de.html?dram:article_id=275660



Donnerstag, 6. Februar 2014

Ein idiotisches Ansinnen




Dieser Tage erhielten wir eine Anfrage von einer Person, die mit ihrem Chihuahua von Deutschland nach Großbritannien auswandern, das "sensible" Tier aber nicht gegen Tollwut impfen lassen möchte. Es gebe da doch "Umwege", schrieb sie, und dafür hätte sie von uns gern "Kontakte".

Da ist die Dame hier aber an der ganz falschen Adresse.


***


Wem die Impfvorschriften für grenzüberschreitende Reisen mit Haustieren nicht gefallen, der sollte zu Hause bleiben. 





Sonntag, 2. Februar 2014

Leishmaniose-Hunde und Tollwutimpfung




Soll man Hunde mit Leishmaniose gegen Tollwut impfen lassen?

Unsere Meinung dazu: nein. 

Gründe:

1. Ist die Tollwutimpfung wirklich nötig? Innerhalb Deutschlands sicherlich nicht. Denn Deutschland ist schon lange tollwutfrei, dh es gibt keine Tollwut mehr bei am Boden lebenden Tieren (Füchse usw.). Fledermaustollwut wurde in Europa unseres Wissens noch nie bei Hunden entdeckt. Eine gesetzliche Pflicht, Hunde gegen Tollwut impfen zu lassen, besteht nicht. 

Wird eine gültige Tollwutimpfung für eine grenzüberschreitende Reise gebraucht, so wäre unser Rat: den Hund lieber in gute Pflege geben und ohne ihn verreisen. 


2. Restrisiko Import-Tollwut: Hunde ohne gültige Tollwutimpfung sollten von Hunden unbekannter oder zweifelhafter Herkunft sorgfältig ferngehalten werden. Es gibt leider immer wieder gemeingefährliche Ahnungslose, die unter Verstoß gegen die Impfvorschriften (Tollwutimpfung und anschließende Wartefrist, ggf. auch Titerkontrolle) Hunde aus Tollwutregionen (Nordafrika, Balkanländer usw.) mitbringen. 


3. Risiken der Tollwutimpfung bei Leishmaniose: Leishmaniose-infizierte Hunde brauchen eine gute zelluläre Abwehr, um den Erreger in Schach zu halten. Tollwutimpfstoffe sind adjuvantierte Totimpfstoffe, dh sie enthalten abgetötete Erreger und einen starken Wirkverstärker (ein Aluminiumsalz). Die Impfung fährt die zelluläre Abwehr zugunsten der humoralen, also der Antikörper-Abwehr herunter. Zwar nur vorübergehend, aber das kann für Leishmaniose-Hunde fatal sein. Es gab sogar einmal ein Gerichtsverfahren wegen eines nach Impfung gestorbenen Leishmaniose-Hundes. Weil es durch Vergleich beendet wurde, kam es allerdings nicht zu einem Urteil.