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Sonntag, 2. Februar 2014

Leishmaniose-Hunde und Tollwutimpfung




Soll man Hunde mit Leishmaniose gegen Tollwut impfen lassen?

Unsere Meinung dazu: nein. 

Gründe:

1. Ist die Tollwutimpfung wirklich nötig? Innerhalb Deutschlands sicherlich nicht. Denn Deutschland ist schon lange tollwutfrei, dh es gibt keine Tollwut mehr bei am Boden lebenden Tieren (Füchse usw.). Fledermaustollwut wurde in Europa unseres Wissens noch nie bei Hunden entdeckt. Eine gesetzliche Pflicht, Hunde gegen Tollwut impfen zu lassen, besteht nicht. 

Wird eine gültige Tollwutimpfung für eine grenzüberschreitende Reise gebraucht, so wäre unser Rat: den Hund lieber in gute Pflege geben und ohne ihn verreisen. 


2. Restrisiko Import-Tollwut: Hunde ohne gültige Tollwutimpfung sollten von Hunden unbekannter oder zweifelhafter Herkunft sorgfältig ferngehalten werden. Es gibt leider immer wieder gemeingefährliche Ahnungslose, die unter Verstoß gegen die Impfvorschriften (Tollwutimpfung und anschließende Wartefrist, ggf. auch Titerkontrolle) Hunde aus Tollwutregionen (Nordafrika, Balkanländer usw.) mitbringen. 


3. Risiken der Tollwutimpfung bei Leishmaniose: Leishmaniose-infizierte Hunde brauchen eine gute zelluläre Abwehr, um den Erreger in Schach zu halten. Tollwutimpfstoffe sind adjuvantierte Totimpfstoffe, dh sie enthalten abgetötete Erreger und einen starken Wirkverstärker (ein Aluminiumsalz). Die Impfung fährt die zelluläre Abwehr zugunsten der humoralen, also der Antikörper-Abwehr herunter. Zwar nur vorübergehend, aber das kann für Leishmaniose-Hunde fatal sein. Es gab sogar einmal ein Gerichtsverfahren wegen eines nach Impfung gestorbenen Leishmaniose-Hundes. Weil es durch Vergleich beendet wurde, kam es allerdings nicht zu einem Urteil. 


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