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Freitag, 14. März 2014

Tollwut-Impfstoff: Aus drei mach eins



Es soll ja noch Leute geben, die glauben, dass die Nachimpf-Angaben in den Beipackzetteln von Haustierimpfstoffen irgendetwas mit der tatsächlichen Schutzdauer zu tun hätten. 

Das ist eine sehr naive Annahme. 

Bitte sehr, hier ein Beispiel: 

Die Tollwutkomponente von Eurican LT (= Tollwut-Lepto-Kombi für Hunde) war seit 2006 für drei Jahre zugelassen. 

Im Beipackzettel stand:

"Dauer der Immunität gegen Tollwut: 3 Jahre"

Seit 2013 ist die Tollwutkomponente nur noch für ein Jahr gültig. 

Nunmehr steht im Beipackzettel: 

"Dauer der Immunität gegen Tollwut: 1 Jahr"



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An der Zusammensetzung des Tollwutimpfstoffs hat sich überhaupt nichts geändert: Angegeben werden derselbe Impfvirusstamm und dieselbe Antigenmenge. 

Und: Der für Hunde zugelassene Tollwut-Einzelimpfstoff des Herstellers, nämlich Rabisin, enthält denselben Impfvirusstamm in derselben Antigenmenge und ist für drei Jahre zugelassen. (Jedenfalls derzeit noch.)


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Eurican LT war schon immer ein Produkt, das wir NICHT empfohlen hätten. 

Es ist absurd, in der Veterinärmedizin aber weitverbreitet, Kurzläufer und Langläufer zu kombinieren. Also Impfstoffe mit kurzer Schutzdauer (Lepto) und Impfstoffe mit längerer Schutzdauer (Tollwut) zusammenzupacken.  


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Warum wurde der Dreijahrestollwutimpfstoff zum Einjahresprodukt umgeschrieben? 

Unsere Vermutung: Viele praktische Tierärzte wollen ums Verrecken (der Tiere) nicht auf die jährliche Tollwutimpferei verzichten. Denen bietet der Hersteller das passende Produkt.

Die Konkurrenz tut's ja schließlich auch.


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Wie verrottet kann eine Branche eigentlich sein?

Und wie verrottet sind Zulassungsverfahren, die so etwas erlauben?



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