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Samstag, 5. April 2014

Aufklärung über Impfrisiken: nix, null, nada



Müssen Tierärzte die Patientenbesitzer/innen über Impfrisiken aufklären?


Die Rechtsprechung meint: nein. 

"Die Verpflichtung, überhaupt eine Aufklärung zu leisten, hängt für den Tierarzt in erster Linie davon ab, wie risikobehaftet der Eingriff ist", schreibt der Jurist Kai Bernmann. 

Da haben wir den Kern des Problems.

Denn nach Meinung der allermeisten Tierärzte sind Impfungen so harmlos wie Leckerlis für Hund, Katze, Frettchen oder Kaninchen.



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Das zeigen ja auch die Statistiken des Paul-Ehrlich-Instituts, nicht wahr? Millionen Kleintier-Impfungen jedes Jahr, aber nur eine Handvoll Meldungen über Nebenwirkungen. 

Für diese schönen Zahlen sorgen die Tierärzte selbst, indem sie Impfnebenwirkungen nicht melden

Erst recht keine Impfsarkome. Die scheint es in Deutschland sowieso praktisch nicht zu geben. 2012: ganze zwei Impfsarkome gemeldet

Seltsam nur, dass jedes Jahr Tausende Impfsarkom-Katzen operiert werden. 

Wenn eine Operation überhaupt noch möglich ist. 

Manchmal ist es dafür zu spät, und zwar deshalb, weil die Tierbesitzer/innen über das Impfsarkom-Risiko nicht aufgeklärt wurden. 



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Durch Gerichtsverfahren werden sich diese Zustände nicht ändern. Dass ein Amtsrichter einen Tierarzt zu Schadenersatz verurteilt, weil er eine Katze oder einen Hund krank- oder totgeimpft hat, ist weniger wahrscheinlich als ein Sechser im Lotto. 

Von Lottogewinnern hat man schon gehört, von erfolgreichen Impfschadensprozessen bei Kleintieren noch nie. 

Es müssten unglaublich günstige Umstände zusammenkommen, damit ein solches Verfahren vernünftig ausgeht: ein Amtsrichter, der nicht mit dem Tierarzt verschwägert ist oder ihn aus dem Jagdverein kennt, und ein unabhängiger und fähiger Gutachter. (Wo sollte der in Deutschland auch hergezaubert werden? Wir haben leider keinen Professor Ron Schultz und keine Dr. Jean Dodds.)



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Was könnte man also machen? 

Hm. Wir haben doch dieses neue Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz

Bis Ende 2013 war der Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung angesiedelt. Ein typischer Fall von Bock als Gärtner. 

Verbraucherschutz in der Kleintiermedizin existiert bis heute faktisch nicht. 

Das wäre doch mal eine schöne Aufgabe für einen Minister, der sich profilieren will. 



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Wir hegen nicht die Illusion, dass eine Kampagne für Verbraucherschutz in der Kleintiermedizin (per Online-Petition o. ä.) die Verhältnisse nachhaltig aufmischen würde. 

Aber sie könnte helfen, dass mehr Tierhalter/innen erfahren: Die Impferei stinkt zum Himmel. 





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