Dieses Blog durchsuchen

Montag, 22. September 2014

Ein aufschlussreicher Beipackzettel




Aufgeklärte Hundehalter/innen wissen: Borreliose-Impfstoffe für Hunde sind mit allergrößter Skepsis zu betrachten. (Zurückhaltend formuliert.)


Nach Angaben des Borreliose-Experten Prof. em. Roland Friedrich entwickeln weniger als 0,1 Prozent der borrelien-infizierten Hunde Krankheitssymptome. (*) Infektion ist nicht gleichbedeutend mit Erkrankung. Borreliose wird krass überdiagnostiziert. 

Es gibt weltweit keinen einzigen Borreliose-Impfstoff für Menschen. Wieso gibt es dann welche für Hunde?

Die Borreliose-Impfstoffe für Hunde sind Ganzkeim-Bakterine und damit schlecht verträglich. Aus diesem Grund hat es auch nie einen Ganzkeim-Borreliose-Impfstoff für Menschen gegeben. 


***

Lange Zeit wurde in Deutschland (und anderen Ländern Europas) ein Impfstoff verkauft, der die seltenste der hier relevanten Borrelien-Arten enthielt (Borrelia burgdorferi sensu stricto). 

Vor ein paar Jahren wurde ein Impfstoff auf den Markt gebracht, der zwei andere, viel häufiger auftretende Borrelien-Arten enthält. 

Merial, Hersteller des ersten Produkts, argumentierte damals, es sei nur für B. b. sensu stricto nachgewiesen, dass Hunde dadurch erkranken können. 


***

Diese Position scheint Merial nicht mehr zu vertreten. Mittlerweile vermarktet das Unternehmen einen Impfstoff, der drei Borrelien-Arten enthält (Merilym 3). 

***

Ein Tierarzt verkündet hocherfreut im Web, dieses neue Produkt biete einen ganz hervorragenden Impfschutz gegen "alle drei Stämme". 

(Hüstel, hüstel. Um Borrelien-Stämme geht es hier nicht, sondern um Borrelien-Spezies.)


Sehen wir mal in die Produktinformation. Was steht da drin über die Wirksamkeit des Impfstoffs? 

Das hier:

"Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen eine Infektion, die zu einer klinischen Erkrankung führt, wurde nicht untersucht."

Wir stutzen kurz, aber dann leuchtet uns die Sache ein. Denn es ist so: 

Weil Hunde praktisch nie an Borreliose erkranken, ist es schwierig bis unmöglich nachzuweisen, dass geimpfte Hunde gegen die Erkrankung geschützt sind


***

Schön ist auch, was im Beipackzettel zum Impfschema steht. Es wird empfohlen, jährlich nachzuimpfen, und dann heißt es wörtlich: "obwohl dieses Impfschema nicht untersucht wurde" . 
***

Tierimpfstoffhersteller müsste man sein. 



(*) Unter Wissenschaftlern wird auch die Auffassung vertreten, es sei nie abschließend nachgewiesen worden, dass Hunde überhaupt an Borreliose erkranken. 


©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/




Mittwoch, 3. September 2014

Lepto-Übertragung vom Hund auf den Menschen



Leptospirose ist eine Zoonose, das heißt, diese Bakterien können durch infizierte Tiere auf Menschen übertragen werden. 

Schweizer Forscher haben das bei Veterinären der Uni Bern, deren Mitarbeitern und den Besitzern leptokranker Hunde untersucht. Je 26 Hunde wurden 2007 und 2008 in die Studie (veröffentlicht 2011) einbezogen. 

Alle 91 untersuchten Kontaktpersonen waren seronegativ: Es ließen sich bei ihnen keine Lepto-Antikörper finden, sie hatten sich also nicht angesteckt. Das galt nicht nur für die Tierärzte und sonstigen Mitarbeiter der Unitierklinik mit ihrer professionellen Hygiene, sondern auch für die Besitzer, die mit den nötigen Hygienemaßnahmen nicht vertraut waren und mit ihren Tieren zu Hause wie immer umgingen, einige hatten sogar intensiveren Kontakt als sonst. 

Schlussfolgerung der Autoren: Lepto-Antikörper sind bei veterinärmedizinischem Personal und bei Tierhaltern, die mit akut lepto-kranken Hunden in Kontakt kommen, "selten". Dennoch bleibe ein Risiko, das schwere Folgen für die Gesundheit berge. 


Interessant waren die Lepto-Typen, die bei den Hunden gefunden wurden. In absteigender Häufigkeit waren es:
bratislava
australis
grippotyphosa
pomona
autumnalis
icterohaemorrhagiae
tarassovi
canicola

Die Lepto-Serovaren bratislava und grippotyphosa sind in den neueren Impfstoffen enthalten, australis, pomona, autumnalis und tarassovi nicht, ict. und canicola waren in den 2007 und 2008 verfügbaren Impfstoffen enthalten. Zum Impfstatus der erkrankten Hunde gab es, wie so oft in solchen Studien, keine Angaben. 


©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/