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Sonntag, 30. November 2014

OT: Und wieder die Spendenprofis


Vor Jahresfrist haben wir uns über die Flut von dicken Spendenbriefen beklagt, diese Plage des professionalisierten Fundraisings. 

Man bekommt Plunder zugeschickt, der einen zum Spenden nötigen soll. 

Das ist dieses Jahr nicht viel anders. 

Anders war nur der Auftakt. Anfang November erhielten wir erstmals einen dicken Umschlag von dem Unternehmen, das mit den mund- und fußmalenden Künstlern seine Geschäfte macht: dem MFK Verlag. 

Natürlich haben wir nichts gegen Menschen, die sich durch Mund- und Fußmalen ihren Lebensunterhalt verdienen. 

Aber wenn sie unterstützt werden möchten, dann sollen sie bitte doch einen richtigen gemeinnützigen Verein gründen und nicht für ein Unternehmen arbeiten, das mehr als fragwürdig agiert: 


http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigung_der_Mund-_und_Fussmalenden_K%C3%BCnstler


Aus dem Wikipedia-Eintrag:

Die Jahreseinnahmen der VDMFK werden auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt. Nur ein Bruchteil der Einnahmen, in Deutschland ca. 250.000 Euro pro Jahr (Stand 2004), geht an die mund- und fußmalenden Künstler. Millioneneinnahmen fließen seit Jahren auf die Konten der Finanzierungsgesellschaft Allfina, die nach offizieller Darstellung eine Tochtergesellschaft der VDMFK ist (...)

Die Finanzierungsgesellschaft Allfina, die ihre Sitze in Liechtenstein und Panama hat, vergibt nicht nur an die schwerbehinderten Künstler Kredite, sondern auch an den Finanztreuhänder Herbert Batliner und Mitglieder seiner Familie. Batliner, gegen den in Deutschland wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Höhe von 250 Mio Euro ermittelt wurde, arbeitete bis 2013 als sogenannter „Rechtskonsulent“ für die VDMFK. Seine Bemühungen ließ sich Batliner 1993 (für die anderen Jahre liegen keine Daten vor) mit 275.000 Schweizer Franken vergüten. Mittlerweile ist Batliner im Ruhestand. Auf der Vollversammlung 2013 in Wien wurde Dr. Johannes Gasser als neuer Rechtskonsulent gewählt.

Samstag, 22. November 2014

Impfsarkome, Wissenschaft und Pharmamarketing



Die folgende Geschichte wird länglich. Aber wir müssen darüber schreiben, weil es wahrscheinlich sonst niemand tut. 

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Worum geht's? Es geht, im Kern, um Impfsarkome bei Katzen. 

Es ist schon lange bekannt, dass Impfstoffe mit Adjuvantien (Wirkverstärkern) die meisten Impfsarkome verursachen. Grund ist, dass sie eine besonders starke und dauerhafte Entzündung an der Impfstelle verursachen. Daraus kann tödlicher Krebs entstehen. 

Das betrifft fast ausschließlich die Impfstoffe gegen FeLV ("Leukose") und Tollwut. Seuche-Schnupfen-Impfstoffe sind mit einer Ausnahme alle adjuvansfrei. 

Auch gegen FeLV und Tollwut gibt es seit Jahren adjuvansfreie Impfstoffe. 

Es spricht sehr für eine Tierarztpraxis, wenn für Katzen nur solche Produkte verwendet werden. 

Hochschulveterinäre empfehlen das seit langem. 

Und immer mehr Katzenhalter/innen achten darauf, dass ihre Tiere nur adjuvansfreie Produkte erhalten. 

Wirkverstärker werden zunehmend zum Wettbewerbsnachteil.  

Dagegen muss man etwas unternehmen. 


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Im Mai dieses Jahres erschien in der Fachzeitschrift "Vaccine" eine Vergleichsstudie zu Purevax FeLV - adjuvansfrei - und Versifel FeLV - adjuvanshaltig (Kristin Stuke et al 2014).

Die Autoren sind allesamt bei Zoetis (Pfizer) tätig, dem Hersteller von Versifel.

Und so lief die Studie ab: Versuchskätzchen wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe wurde zweimal mit Versifel geimpft, die andere mit Purevax, die dritte erhielt Kochsalzlösung (ungeimpfte Kontrollgruppe). 

Drei Wochen nach der zweiten Impfung wurden alle drei Gruppen einer Belastungsinfektion mit scharfem FeL-Virus unterzogen. Per Injektion in die Bauchhöhle. Wenigstens waren die Tierchen dabei sediert.

Im Abstract der Studie (= kostenlos zugängliche Zusammenfassung) heißt es, dass Versifel FeLV besser gegen die Infektion geschützt habe als Purevax FeLV. 

Und zwar sehr viel besser: rund 90 Prozent Schutz gegen nur 20 Prozent Schutz. 

Ein Hammer, oder?

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Die Wahrheit ist: Diese Studie stinkt zum Himmel. 

Aus diesem Grund haben wir hier noch nicht darüber berichtet. 

Wenn man sie im Volltext liest, will man seinen Augen nicht trauen: Die Tierchen wurden, wie sich am Ende herausstellte, unabsichtlich mit Katzenseuche infiziert

Laut den Autoren stammt das Seuchevirus aus dem FeLV-haltigen "Inokulum", das den Kätzchen durch die Bauchdecke gespritzt wurde. Es soll also das Challenge-Material mit Seuche verunreinigt gewesen sein.


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Im Abstract steht davon kein Wort.  

Es würde sich halt nicht gut machen, wenn schon dort klar wird, dass die Studie einen massiven Mangel aufweist.

Das mit der Seuche macht aber nix, finden die Zoetis-Autoren. Die Verunreinigung habe ja alle drei Kätzchen-Gruppen betroffen, insofern bleibe die Vergleichsstudie trotzdem gültig. 

Und das alles wurde von "Vaccine" online gestellt und gedruckt. 


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Erfreulicherweise hat die Sache jetzt ein Nachspiel. 

Drei Virusforscher aus der Schweiz, den USA und Großbritannien haben die Studie scharf angegriffen (Hofmann-Lehmann, Levy, Willett: Letter to the Editor, Vaccine, online 15. November 2014). 

Wenn die Tiere mit Seuchevirus infiziert worden seien, würden die Ergebnisse fragwürdig, und der Titel der Studie werde irreführend, so ihre Kritik. 

Parvoviren wie der Katzenseuche-Erreger seien hochgradig immunsuppressiv (schwächen die Abwehr), und eine Produktstudie könne unter solchen Umständen nicht als valide (wissenschaftlich aussagekräftig) betrachtet werden.  

Die Kritiker werfen zudem die Frage auf, ob das Parvovirus wirklich aus dem Challenge-Material stammte. Es kämen auch andere Quellen in Betracht (verseuchte Käfige, verseuchtes Spielzeug, Tierpfleger als Seuchevirusüberträger von einer Gruppe zur anderen, usw.). 

Weitere Kritikpunkte: keine Angaben über die genetische Verwandtschaft des Challenge-Virus zu den Impfviren beider Produkte; die Versuchskätzchen wurden, ohne Erläuterung, prophylaktisch gegen Kokzidose behandelt; männliche Kätzchen wurden zur Halbzeit des Experiments kastriert, erlitten also physischen Stress, der das Immunsystem beeinflusst; keine Angaben darüber, wie die kastrierten Katerchen auf die drei Gruppen verteilt waren.  

Lustig wird's bei den formalen Schlampereien in der Studie: Da werden laut den Kritikern für bestimmte Methoden zum Aufspüren von Virus im Knochenmark zwei alte Quellen angegeben, in denen darüber noch gar nichts stehen konnte. Virus-PCR-Ergebnisse aus dem Knochenmark seien zudem keine etablierten Parameter für latente FeLV-Infektion. Und FeLV werde in der Studie zu den Lentiviren gezählt, es gehöre aber zu den Retroviridae.

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Solche Fehler, schreiben die Kritiker, würden sie in einem Journal wie "Vaccine" nicht erwarten.  

Na ja. 

"Vaccine" hat sicherlich in der Mainstream-Impfforschung einen guten Ruf. Aber Impfstoffe für Haustiere sind nicht gerade sein thematischer Schwerpunkt.  

Es ist merkwürdig, dass das Journal diese Produktstudie überhaupt publiziert hat.


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Wie gelangt eine Studie in ein Journal? 

Forscher schreiben ihre Daten zusammen, reichen das Paper beim Journal ein, und ein Redakteur entscheidet, ob es thematisch passt und den eigenen Ansprüchen genügt. 

Wenn ja, wird es an (für die Studienautoren anonyme) Gutachter verschickt, die sich auf dem Gebiet auskennen (Peer Review). Die Peers prüfen die Methodik, die Ergebnisse und deren wissenschaftliche Einordnung, und zwar gründlich, gewissenhaft und streng. 

Das ist die Theorie. 

In der Praxis bleiben methodische Fouls und schöngerechnete Resultate häufig unbeanstandet, Schlampereien sowieso. 

Nur wenn es arg kommt und die Daten einfach erfunden waren, wird ein publiziertes Paper auch mal zurückgezogen. 

Im wirklichen Leben wirken bei der Entscheidung, was in ein renommiertes Journal gelangt, ziemlich wissenschaftsferne Motive mit. Erst recht und vor allem bei Pharmastudien

Die führenden Wissenschaftsverlage, ohnehin extrem profitabel, verdienen sich gern noch etwas dazu mit Sonderdrucken. Die verteilen die Arzneihersteller dann bei den Ärzten. 

Vorteilhaft für beide Seiten. 

Nur nicht für die Patienten, ob Mensch oder Tier. 


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Und für so einen Dreck mussten Kätzchen sterben


©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/


Samstag, 15. November 2014

Seufz



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Mittwoch, 5. November 2014

OT: Schön warm und abscheulich





Wenn es etwas gibt, was der Mensch garantiert nicht braucht, dann sind das Jacken oder Mäntel mit Daunenfüllung

Am besten noch mit echtem Pelz an der Kapuze, da kann man gleich doppelt zeigen, dass einem das Tierelend völlig am A**** vorbeigeht

Als ob es keine anderen Materialien gäbe, aus denen man warme Kleidung machen kann. 

Wie den Gänsen die Federn bei lebendigem Leib rausgerissen werden, interessiert ja nicht.


PS: Mittlerweile wird Pelzbesatz an Kapuzen usw. als Kunstfell ausgegeben. Kunstfell ist teurer, da nimmt man lieber das billige Fell von gequälten Tieren. S. a. Link oben. 



Samstag, 1. November 2014

Der böse Osten




Ein Hund (Kleinhundrasse) bekommt kurz nach seiner "Jahresimpfung" (Volldröhnung) Schmerzen, erbricht, hat Durchfall und hohes Fieber. Die Hundehalterin fragt in einem Forum nach Erklärungen. 

Die bekommt sie dort nicht, obwohl einer der Teilnehmer dort nach eigenen Angaben Tierarzt ist. 

Als Tierarzt sollte man wissen, 

- dass Schmerzen und Fieber Impfreaktionen sein können,

- dass Durchfall und Erbrechen eine allergische Reaktion auf Impfungen sein können (Überempfindlichkeitsreaktion Typ I). 

Das steht in jedem vernünftigen Lehrbuch, zB in dem Standardwerk von Craig Greene, und auch in den US-Hundeimpfrichtlinien. 

In der deutschen "Leitlinie" steht es selbstverständlich NICHT. Denn eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass deutsche Tierärzte zugeben, dass es Impfnebenwirkungen gibt.


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Wenn ein Hund direkt nach einer Impfung typische Impfnebenwirkungen zeigt, dann ist der Verdacht begründet, dass es an der Impfung lag

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Dieser kleine Hund bekam jährlich seine Volldröhnung. Leichte/kleine Hunde haben ein dreifach erhöhtes Risiko für Impfnebenwirkungen (Moore 2005). 

Das geht den vielen Tierärzten, die immer noch jährlich volldröhnen, völlig am Allerwertesten vorbei. Auf die Impf-"Leitlinie" mit dreijährlichen Nachimpfungen (genauso unbegründet wie die jährliche Impferei) wird sowieso ge-, äh, -pfiffen. 

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Die Hundehalterin berichtet weiter, was sie mit einem zweiten Tierarzt besprochen hat, nämlich:

dass vielleicht eine zu hohe Dosis verabreicht wurde 

- oder dass der Impfstoff, weil aus Tschechien, wohl "billig" war 

- oder dass der Impfstoff verunreinigt gewesen sein könnte

- oder dass eventuell die Kühlkette unterbrochen wurde. 


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Aha, mal wieder der böse Osten


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Überdosierung? Eine überhöhte Dosis ist höchst unwahrscheinlich, weil diese Kombi vordosiert ist ("Ein-Dosis-Durchstechflaschen").  

"Billig", "verunreinigt", "unterbrochene Kühlkette"? Alle Tierimpfstoffe in Europa unterliegen denselben Vorschriften für Herstellung und Prüfung ("Good Manufacturing Practice"). Da ist es wurscht, ob sie in Tschechien, Deutschland oder Irland hergestellt werden. Und Kühlketten können auch dann unterbrochen werden, wenn das Produkt nicht aus dem Ausland, sondern aus hiesiger Produktion stammt. 


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Wenn ein Tierarzt wirklich glaubt, ein Impfstoff sei verunreinigt oder verdorben, dann sollte er das schleunigst beim PEI melden - damit nicht noch mehr Tiere zu Schaden kommen. 

Wetten, dass er das nicht gemacht hat?


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Aber hier geht es sowieso nicht um Qualitätsmängel. Hier geht es um Verdrängung. Nämlich Verdrängung von Nebenwirkungen. 


©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/