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Dienstag, 17. Februar 2015

Tollwut in Deutschland, Gesamtzahlen für 2014





Laut Rabies Bulletin Europe wurden in Deutschland im Jahr 2014


insgesamt 7 (sieben) Fälle von Tollwut festgestellt, 

und zwar sämtlich Fledermaustollwut. 


Tollwutfälle bei anderen Wildtieren: null 

Tollwutfälle bei Haustieren: null



Es besteht also wahrlich kein Grund, Hunde oder Katzen jährlich gegen Tollwut zu impfen. Trotzdem wird es immer noch gemacht. 

Tierarztpraxen, in denen jährlich (oder alle zwei Jahre) gegen Tollwut geimpft wird, sollte man meiden. 

Dito Tierarztpraxen, die für Katzen adjuvanshaltige Tollwutimpfstoffe verwenden, obwohl es eine adjuvansfreie Alternative gibt. 


Hier die Zahlen von 2013.


©http://haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/






Montag, 16. Februar 2015

ALTE Impf-Bücher jetzt als E-Books erhältlich



Der Norbert Höpfinger Verlag hat wegen der vielen Anfragen von Interessenten die alten Impf-Bücher von Mo Peichl als E-Books veröffentlicht:


Katzen impfen mit Verstand von 2007

Hunde impfen mit Verstand; zweite, aktualisierte Auflage von 2007

Haustiere impfen mit Verstand von 2009


Bei Amazon usw. werden gebrauchte Exemplare dieser Titel zu weit überzogenen Preisen angeboten. 
Die E-Books gibt's für ganze 2,99 Euro.



Die E-Books sind NICHT überarbeitet und geben daher den Stand von 2007, bzw. 2009 wieder

Das betrifft zum Beispiel die Tollwutsituation in Deutschland, Impfstoffe (etwa die Impfstoff-Liste in KimV, der adjuvansfreie Purevax-Tollwutimpfstoff für Katzen oder die wieder vom Markt genommene "Vier-Jahres"-SHP-Kombi für Hunde), neue Studien (etwa zur Seuche-Impfung der Kätzchen), Impfrichtlinien diverser Tierarztverbände u. a. m. 

Das auf Amazon genannte Erscheinungsdatum 10. Februar 2015 bedeutet also NICHT, dass die Titel auf dem Stand von Anfang 2015 sind. 


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Als aktueller Titel ist derzeit (noch) die Broschüre "Hunde impfen - Der kritische Ratgeber" in gedruckter Form erhältlich. 


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Personen, die sich für ihre "Abschlussarbeiten", ihre Webauftritte o. ä. von HimV, KimV und HaimV inspirieren lassen, werden hiermit darauf hingewiesen, dass sie selbst verantwortlich sind für die Aktualität (und Richtigkeit) der von ihnen fabrizierten Texte. Im Zweifel können sie auch hier anfragen (s. Kontaktformular unten). 


PS: Bis auf weiteres sind die E-Books nur bei Amazon erhältlich. 


PPS: Eine Leserin hat angefragt, ob ein neues Buch in Planung sei. In Planung ist ein neuer Titel über Katzenimpfungen. Zu Hundeimpfungen liegt der oben genannte Titel vor, der bis auf einige wenige Kleinigkeiten (geänderter Beipackzettel für Rabisin u. ä.) absolut aktuell ist.




Dienstag, 10. Februar 2015

Blütenlese Tollwut: Verhinderte Fuchsmörder



Aus Luxemburg

- dem Land der Niedrigststeuern für schwerreiche Konzerne -

drang im Januar erfreuliche Kunde: Die Fuchsjagd wird verboten. Zwar nur für ein Jahr, aber immerhin. 

Der luxemburgische Jagdverband FSHCL findet das nicht gut. In einer Stellungnahme warnt er vor den schrecklichen Folgen des Jagdverbots für die menschliche Gesundheit. 

Mit den Fakten nimmt er es dabei nicht so genau. 

"Weltweit sterben aber immer noch rund 55.000 Menschen pro Jahr einen furchterregenden Tod durch diese Seuche." (die Tollwut)

Wie jetzt: Weil in Asien und Afrika Menschen an Tollwut sterben, muss man Füchse in Luxemburg abknallen?

"Auch in Mitteleuropa kommt die Tollwut noch regelmäßig vor."

Nur in der Phantasie fuchsmordlüsterner Jäger. 

Es gibt zwar Fledermaustollwut in Mitteleuropa, doch die ist erstens selten, und zweitens wird man sie durch Fuchsmord nicht beseitigen. 

"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Tollwutfall bei uns auf eine nicht geimpfte Fuchspopulation prallt. Wenn in diesem Fall die Fuchsdichte hoch ist, wird sich die Seuche wie ein Lauffeuer verbreiten, Tausende Haustiere werden betroffen sein, ebenso wie Hunderte von Menschen."

Ach herrje. Selbst auf dem Höchststand der Fuchstollwut in Mitteleuropa waren weder "Tausende Haustiere" betroffen noch "Hunderte Menschen". Diese Größenordnungen sind völlig aus der Luft gegriffen. Und: Rund um Luxemburg sind alle Länder frei von Fuchstollwut, Luxemburg ist weit weg von allen ost- und südosteuropäischen Ländern, in denen der Erreger noch zirkuliert.  



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Der Jagdverband hat aber noch mehr Seuchen auf Lager. 

"Epidemiologen bezeichnen den Fuchs als einen der Hauptverbreiter der Afrikanischen Schweinepest, die sich aktuell von der weißrussisch-polnischen Grenze aus in unsere Gegenden ausbreitet."

Komisch, das Friedrich-Löffler-Institut scheint vom Fuchs als Schweinepest-Verbreiter nichts zu ahnen. Auf seiner Website informiert es: "Über Transportfahrzeuge, die aus betroffenen Regionen zurückkehren, sowie mit Produkten aus nicht durchgegartem Fleisch (Schinken, Salami usw.) infizierter Schweine könnte das Virus weiter verbreitet werden. Besonders das (illegale) Verfüttern von Speiseabfällen stellt hierbei eine Infektionsquelle dar." Wer also verbreitet die Afrikanische Schweinepest? Yeah, mal wieder der Mensch. 


Natürlich taucht der Fuchsbandwurm ebenfalls in der Horrorliste des Jagdverbands auf.  
"(...) kann man davon ausgehen, dass eine Verdoppelung der Fuchspopulation zu einer Verzehnfachung der Krankheitsfälle durch den Fuchsbandwurm führen wird". 

Ne, echt? Ja, echt Jägerlatein. 

Der luxemburgische Staatssekretär Camille Gira erklärte dem Blatt "L'essentiel" dazu, das Risiko, sich mit dem Fuchsbandwurm anzustecken, sei so minimal wie das Risiko, "dass einem ein Ziegelstein auf den Kopf fällt". Wegen Seuchengefahr sollten sich die Jäger an die eigene Nase fassen: Wenn Füchse so gefährlich seien, "wieso lassen einige Jäger sie dann in freier Wildbahn liegen oder werfen sie einfach in die Mülltonnen am Waldrand?"

Info zum Fuchsbandwurm siehe hier und hier


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Auch in Deutschland kämpfen viele Tierfreunde gegen die Fuchsjagd. Manchmal mit Erfolg. Ein Verbot ist leider noch nicht in Sicht. 
©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/





Sonntag, 1. Februar 2015

Sind Welpenschulen gefährlich?



Sind Hundeschulen riskant für Welpen, die erst eine oder zwei Impfungen gegen Parvo hatten?

Wissenschaftler in den USA haben versucht, diese Frage zu beantworten (Stepita et al. 2013). Dafür holten sie Daten ein von Tierarztpraxen und befragten Hundetrainer. Einbezogen waren vier klimatisch verschiedene Regionen des Landes (Atlanta, Chicago, Phoenix und Seattle). Parvo gilt als relativ weit verbreitet, und ihre Häufigkeit ist auch von den klimatischen Gegebenheiten abhängig. Die Forscher berücksichtigten außerdem wohlhabende und weniger wohlhabende Wohngebiete.

Ausgewertet wurden die Daten von 1012 Welpen, die maximal 16 Wochen alt waren und erstmals in den teilnehmenden Praxen untersucht wurden. Bei Hündchen mit Parvo-Diagnose wurde geprüft, ob sie eine Welpenschule besuchten oder nicht. 

Ergebnis: Keiner der 15 Welpen, bei denen Parvo diagnostiziert wurde, besuchte eine Hundeschule. Von den Hundeschul-Welpen hatte kein einziger Parvo.

Nach Angaben des Besitzers entstand bei einem Hündchen nach Abschluss des Kurses Verdacht auf Parvo. Der Welpe habe an Durchfall gelitten, es sei aber nicht Parvo, sondern Giardiose diagnostiziert worden. Die Diarrhoe habe sich nach Umstellung auf Rohfütterung gegeben. 


Fazit der Studie: Welpen unter 16 Wochen sind in der Hundeschule keinem erhöhten Parvo-Risiko ausgesetzt, obwohl sie, bedingt durch ihr junges Alter, noch nicht alle drei empfohlenen Impfrunden erhalten haben. 

Die Furcht vor Parvo sollte also niemanden davon abhalten, Welpen frühzeitig und richtig sozialisieren zu lassen. Denn mangelnde Sozialisation verursacht Verhaltensprobleme, und die sind ein häufiger Grund, weshalb Leute in den USA ihre Hunde weggeben oder gar vom Tierarzt einschläfern lassen. 


©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/