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Donnerstag, 29. Oktober 2015

Noch ein Impfpass des Grauens


Wegen des starken Interesses an diesem Beitrag: Zum ersten "Impfpass des Grauens" geht's hier entlang

Wohlgemerkt: Das sind KEINE Einzelfälle. 

Denn die Tierärzte, die diesen Hund, bzw. diese Katze geimpft haben, sind erstens keine Ausnahmen in ihrem Berufsstand, und zweitens machen sie das so bei allen ihren Patienten - es sei denn, deren Besitzer/innen wehren sich. 




Den hier abgebildeten Impfpass hat uns eine Hundehalterin zugeschickt. Nach ihren Angaben handelt es sich um einen Havaneser-Rüden, jetzt etwa 4,5 Jahre alt, der sich nur auf ihrem großen Grundstück oder auf dem ebenfalls großen Grundstück von Verwandten aufhält. Ins Ausland reist er nie.



Das Foto wird durch Draufklicken vergrößert.               (MP)




2011

Mai: Welpenimpfung gegen Staupe, Hepatitis, Parvo, Parainfluenza, Leptospirose = SHPPi plus L

Juli: Welpenimpfung gegen Staupe, Hepatitis, Parvo, Parainfluenza, Leptospirose, Tollwut = SHPPi plus LT


2012

Juli: SHPPi plus LT plus Borreliose

Die Wiederholung von SHPPi/L entspricht immerhin noch der (angreifbaren) deutschen "Leitlinie" (empfohlene Wiederholung ein Jahr nach der letzten Welpenimpfung). 

Die Tollwutimpfung (diesmal mit Virbagen canis LT) aber hätte der Hund nicht gebraucht. 

Er hat 2011 im Alter von etwa vier Monaten Eurican LT erhalten, das hätte für drei Jahre gereicht

Denn der Tollwutimpfstoff in Eurican LT war bis 2013 für drei Jahre zugelassen, und zwar nach einmaliger Impfung im Alter von mindestens 12 Wochen. 

August: zweite Borreliose-Impfung (Virbagen canis B)


2013

Januar: dritte Borreliose-Impfung (Grundimmunisierung gemäß Herstellerangaben)

Juli: wieder volle Dröhnung SHPPi plus LT 



2014

Januar: Borreliose-Impfung

Juli: volle Dröhnung SHPPi plus LT

Dazu schon wieder eine Borreliose-Impfung, diesmal aber mit dem Dreifach-Impfstoff Merilym 3



2015

September: volle Dröhnung SHPPi plus LT plus Borreliose

Und: Der Tierarzt will den Hund drei Wochen später noch einmal gegen alles impfen, ihn also "neu grundimmunisieren"

Der Impfschutz sei ja weg, weil die Tierhalterin nicht im Juli, sondern erst im September erschienen ist. 

Die Tierhalterin wird misstrauisch. Sie erkundigt sich, ob diese "neue Grundimmunisierung" wirklich nötig ist. 

Folge: Der Hund wird NICHT "neu grundimmunisiert", vielmehr wird dem Tierarzt die Kundschaft aufgekündigt. 

Er genießt laut der Leserin den Ruf, ein Geldschneider zu sein - ei, warum nur?



Fazit

Dass ein Tierarzt die Dreijahresabstände für SHP gemäß Leitlinie der Stiko Vet ignoriert - geschenkt. Das tun ja viele. 

Auch die mehr als fragwürdigen Borreliose-Impfstoffe werden gern verabreicht. 

Dass Tierärzte zigmal vorgeimpfte Hunde "neu grundimmunisieren" wollen, ist auch nicht so selten.  


Aber dass ein Tierarzt einem Hund


fünf Tollwutimpfungen in vier Jahren 

reinhaut, das sehen wir nicht alle Tage


Hätte sich die Hundehalterin nicht informiert, hätte das Tier jetzt wahrscheinlich schon seine sechste T-Impfung intus. 


Ausblick

Es besteht die begründete Hoffnung, dass das Tier künftig von jährlichen Nachimpfungen gegen SHP, Borreliose und Tollwut verschont wird

Wie es die Hundehalterin mit Lepto und Parainfluenza (Zwingerhusten) halten wird, wissen wir nicht, aber wahrscheinlich hört das auch auf. 


PS

Eine Leserin schreibt uns:

"Ich habe meinen Hund mit 2 Jahren bekommen, da wurde sie einmalig grundimmunisiert mit SHPPi plus LT, seitdem bekommt sie nur alle 3 Jahre Tollwut, wegen Urlaub im Ausland, und ansonsten gar nichts mehr. Der Tierarzt sieht uns seitdem nur noch alle 3 Jahre zum Impfen und ansonsten nicht mehr."

Erst mal lieben Dank für die Zuschrift.

Ja, EINE Impfung gegen SHP reicht beim Hund, wenn er jenseits des Welpenalters ist. 


Das haben wir ja nun auch im deutschsprachigen Raum sozusagen amtlich.


"Grundimmunisierung" ist in diesem Zusammenhang übrigens nicht der richtige Begriff, es geht einfach darum, dass der Hund gegen SHP geimpft ist (s. a. "Hunde impfen - Der kritische Ratgeber", S. 24). 
Bei Lepto (das L in LT) sieht das anders aus, da müsste man zweimal impfen (= Grundimmunisierung), und danach jährlich. WENN man diese Impfung möchte. 

Wie oft man Katze oder Hund zwecks Gesundheitsuntersuchung beim Tierarzt vorstellt, ist natürlich jeder Tierhalterin/jedem Tierhalter selbst überlassen.


Wenn man so wie wir Tiere vom Tierschutz nimmt, empfiehlt es sich, daran nicht zu sparen. In der Regel haben die Tiere jahrelange Ernährung mit Industriefutter hinter sich, da muss man auf jeden Fall Gebiss und Maulhöhle untersuchen und Laborwerte (Nierenwerte usw.) machen lassen. Bei Katzen bedeutet das sehr oft, dass als erstes eine ganze Reihe verrotteter Zähne gezogen werden müssen. 


Klar, wenn man einen gesunden Junghund aufnimmt, ihr artgerecht ernährt und ein gutes Gespür dafür hat, ob gesundheitlich alles bei ihm stimmt oder nicht, ist es okay, nur noch alle drei Jahre zwecks T-Impfung zum Tierarzt zu gehen. 


Grundsätzlich aber empfehlen wir, Katzen und Hunde regelmäßig vom TA untersuchen zu lassen: Maulhöhle, Herz, Nieren usw. Erst recht, wenn es sich um ältere Tiere handelt. 




©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/



Samstag, 24. Oktober 2015

Tollwutimpfung für Reisen nach Spanien (Festland und Inseln)



Eine Leserin hat sich an uns gewendet, weil sie ihren Hund auf die Kanaren mitnehmen möchte. 

Ihr Hund stammt von einem spanischen Tierschutzverein und wurde in Spanien im September 2014 gegen Tollwut geimpft. Nach Angaben des Vereins gilt der Impfstoff nur für ein Jahr. 

Die Leserin schreibt:

"Zwei deutsche Tierärzte haben sich geweigert, ihn zu impfen, mit dem Hinweis, er habe letztes Jahr einen dreijährigen Schutz bekommen."

Oft hört man das nicht, dass Tierärzte sich weigern, unnötig gegen Tollwut zu impfen. Schön, dass es das gibt. 



Wir wollen versuchen, das Problem aufzudröseln. 


1. Der verwendete Impfstoff, Nobivac Rabia, ist in Spanien für drei Jahre zugelassen. Jedenfalls steht das so im aktuellen spanischen Beipackzettel, datiert vom April 2015: 

"Duración de la immunidad:
- Perros y gatos: 3 anos"

Ob Nobivac Rabia auch vor April 2015 für drei Jahre zugelassen war, lässt sich aus dem Beipackzettel nicht erschließen. Vielleicht war er bis dahin in Spanien nur für ein Jahr lizenziert.


2. Aber das ist egal, denn entscheidend ist, was im EU-Heimtierpass steht. Also welche Gültigkeitsdauer eingetragen wurde, als der Hund in Spanien geimpft wurde. 

Nach Angaben der Leserin enthält der Pass gar keinen Eintrag zur Gültigkeitsdauer. Damit war er wohl gar nicht ordnungsgemäß ausgefüllt, denn für grenzüberschreitende Reisen wird das Ablaufdatum verlangt. 

Eine gültige Tollwutimpfung hat der Hund jetzt jedenfalls nicht mehr. Er könnte also mit diesem Eintrag nicht mitreisen.

Deutsche Tierärzte könnten daran nichts ändern. Sie könnten nicht einfach mit ihrem Praxisstempel und ihrer Unterschrift oder einer sonstigen Bescheinigung die Gültigkeit auf drei Jahre verlängern. Eine Tollwutimpfung dürfen sie nur dann bescheinigen, wenn sie sie selbst vorgenommen haben. 

Der Hund muss also eine neue Tollwutimpfung bekommen. 

Dabei ist zu beachten: Wenn eine Tollwutnachimpfung nicht pünktlich erfolgt ist, gilt das Tier als erstgeimpft. Es ist daher eine Wartezeit von 21 Tagen einzuhalten, bevor der Hund mit dieser neuen Impfung innerhalb der EU reisen darf. 

Das ist zwar immunologisch gesehen Blödsinn bei einem bereits vorgeimpften Tier, aber so lautet nun einmal die Vorschrift.


3. Die EU-Vorschriften für grenzüberschreitende Reisen mit Tieren gelten auch in Spanien, einschließlich der Inseln. 

Das spanische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt hat auf seiner Website eine Erläuterung zu diesen Vorschriften: "Instrucción 1/2014 a la introducción de animales de compania sin animo comercial procedentes de otros Estados Miembros" (Text in Spanisch UND Englisch). 

Grundlage ist die Verordnung (EU) Nr. 576/2013, spanisch: Reglamento (CE) No 576/2013, in Kraft seit Ende 2014. Und die gilt auch in Spanien. 

Ausnahmeregelungen für die Kanaren (oder Balearen) werden in der Verordnung und in der Instrucción nicht aufgeführt, und auch nicht in der Durchführungsbestimmung zu 576/2013. Also darf man davon ausgehen, dass 576/2013 auch für die Einreise von Haustieren aus EU-Ländern auf die Kanaren oder Balearen gilt.

In der Instrucción heißt es, die Tollwutimpfung gelte "según recomendación del laboratorio de fabricación". Also entsprechend den Angaben des Herstellers. 

Hat ein Tier einen Impfstoff erhalten, der dort, wo er verabreicht wurde, für drei Jahre zugelassen ist, dann gilt der Tollwutschutz auch in Spanien für drei Jahre. Das Tier kann mit dieser Impfung drei Jahre lang mit nach Spanien (inkl. Inseln) reisen. 

Und das entspricht ganz korrekt der EU-Verordnung. 

Aber die Gültigkeitsdauer muss halt auch eingetragen sein im Heimtierpass. 


Diese amtlichen Texte sind alle im Internet zu finden. 



4. Tollwutimpfvorschriften auf spanischen Inseln


Ein ganz anderes Problem als die Einreisevorschriften ist, dass Tierärzte auf spanischen Inseln (Kanaren und Balearen) offenbar auf jährlicher Tollwutimpfung bestehen für Hunde, die dort residieren. Möglicherweise verlangen das auch irgendwelche Inselbehörden. 

Warum sie das tun, ist uns schleierhaft. Zumal es ja auch mindestens einen spanischen Tollwutimpfstoff mit Dreijahreszulassung gibt (Nobivac Rabia). 

Es ist nicht vorstellbar, dass der nur dann für drei Jahre gilt, wenn die damit geimpften Tiere von den Kanaren oder Balearen oder sonst einem spanischen Gebiet aus in andere EU-Länder reisen. 

Die Inseln sind alle schon lange tollwutfrei und unseres Wissens auch nicht von eingeschleppten Tollwutfällen betroffen. Anders als das spanische Festland, wo es hin und wieder vorkommt, dass Leute tollwutinfizierte Hunde illegal aus Nordafrika mitbringen. 


Wie auch immer: Für uns wäre das ein Grund, von einem mehrjährigen Aufenthalt mit Haustier auf diesen Inseln abzusehen.  



©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/





Zum Wochenende: Kätzchen brutal


Die armen Hunde. 

Unbedingt mit Ton anschauen

Samstag, 17. Oktober 2015

Tollwut in Deutschland, 1., 2. und 3. Quartal 2015




Laut WHO Rabies Bulletin wurden in Deutschland im bisherigen Jahresverlauf 

12 Fälle von Fledermaustollwut 

amtlich festgestellt.


Tollwut bei anderen Wildtieren: null Fälle

Tollwut bei Haustieren: null Fälle. 



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Donnerstag, 15. Oktober 2015

OT: Noch mal zum Thema (versteckter) Zucker



Ende dieses Monats läuft die Doku "Voll verzuckert" an, die deutsche Version von "That Sugar Film" aus Australien. 

Den deutschen Trailer kann man sich im Web ansehen. Danach zu urteilen, ist die Synchronisation ziemlich ungelenk, wenn man es freundlich ausdrücken will. Was soll das heißen, wenn Stephen Frys Synchronstimme sagt, Zucker mache "übel gesinnt"? Übel gesinnt? 

Nachtrag: Fry, bzw. sein Synchronsprecher spricht einen gereimten Text, daher dieses komische "übel gesinnt". 

Aus der Inhaltsangabe der Berlinale (Hervorh. MP): 

Im Zentrum des Films steht Moderator und “menschliches Versuchskaninchen“ Damon Gameau. Damon hat seit drei Jahren keinen Zucker gegessen. Unter Anleitung von Wissenschaftlern und Ernährungsberatern nimmt er sechzig Tage lang jeden Tag 40 Teelöffel Zucker zu sich, ohne allerdings Limonaden, Schokolade, Eis oder Süßigkeiten zu verzehren. Damon untersucht die Manipulation durch Lebensmittelfirmen, die ihre Produkte mit Zucker versetzen, und die aggressiven Kampagnen, die versuchten, jegliches Bewusstsein über die Gefahren von Zucker von der Öffentlichkeit fernzuhalten.

Damon Gameau isst nur Sachen, die als "gesund" gelten, also i. d. R. als fettarm vermarktet werden. Viele von diesen "Lebensmitteln" bekommen von der Heart Association o. ä. einen "Tick" verliehen, ein Häkchen, das bedeuten soll, das Zeug sei gut fürs Herz. Das wird absatzfördernd auf die Verpackungen gedruckt. 

Folge: Gameau nimmt irre Mengen versteckten Zuckers zu sich, setzt Fett an am Bauch, wird reizbar und bekommt binnen weniger Wochen schlechte Leberwerte. 

Die Parallelen zur Industrienahrung für Haustiere sind nicht zu übersehen. Fertigfutter ist ungesund, ob für Tiere oder für Menschen. 




Mittwoch, 14. Oktober 2015

Impfung als Dreingabe zum Hunde-Trofu



Der Trockenfutter-Anbieter Nutricanis erstattet Kunden, die sich regelmäßig die Tüten ins Haus liefern lassen, die Kosten für einen jährlichen Check-up plus Impfung beim Tierarzt, und zwar mit bis zu 65 Euro pro Hund.

Das Dreingabe-System ist nach Bestellmengen und Zahl der Hunde gestaffelt. 

Bei Lieferung von mindestens 8 kg alle zwei Monate und einem Hund gibt's einmal im Jahr 50 Prozent der Erstattungssumme, also 32,50 Euro,

bei Lieferung von mindestens 8 kg jeden Monat und einem Hund gibt's den vollen Betrag (65 Euro), usw.,

bis zu monatlicher Lieferung von mindestens 32 kg und vier Hunden, macht 260 Euro. 

Auch eine Methode, das Zeug an die Kundschaft zu bringen und sich zugleich die Tierärzte gewogen zu machen
***

Eine echte Win-win-Situation. Nur nicht für die Hunde, denen unnötige Impfungen drohen. 


***

Der Industriefutter-Markt ist enorm profitabel und stark umkämpft. Viele große und kleine Unternehmen tummeln sich hier und versuchen Marktanteile zu gewinnen. 

Da muss man sich was einfallen lassen. 



PS: Umsonst gibt's nix im Wirtschaftsleben. Was Kunden als "Zugabe" bekommen, haben sie natürlich schon vorher mit dem Preis der Ware bezahlt. 



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Montag, 12. Oktober 2015

OT: Die große Zuckerlüge, Di, 20:15 Uhr, auf Arte





Schon mal gewundert, warum die Pfunde nicht purzeln, obwohl man doch immer "gesunden" fettarmen Fruchtjoghurt löffelt und auf richtiges Essen verzichtet? (*)

Warum Foodwatch die ach so "gesunden" Frühstücksflocken für Kinder kritisiert? 

Warum immer mehr Menschen fettleibig werden, obwohl sie doch ständig Kalorien zählen? 

Warum sogar Kinder eine nicht-alkoholische Fettleber entwickeln?

Und warum Diabetes epidemische Ausmaße annimmt?

Antworten darauf gibt (hoffentlich) die Dokumentation "Die große Zuckerlüge" auf Arte, Dienstag, 13. Oktober, 20:15 Uhr. 



(*) Viele fettarme Fruchtjoghurts enthalten pro 100 Gramm 14 g Zucker. Macht bei einem 500-g-Glas satte 70 g = rund 17 Teelöffel Zucker. 

Dienstag, 6. Oktober 2015

Katzenimpfstoffe, Schutzdauer und das dumme Europa



Der Impfstoffhersteller Merial hat im Mai eine Studie über drei Jahre "Schutzdauer" für die Schnupfenimpfung veröffentlicht, und zwar mit dem Produkt Purevax RCPCh FeLV, einer Kombi Seuche-Schnupfen-Chlamydien-FeLV (Jas et al. 2015). 

Unseres Wissens der erste Dreijahrestest zu Schnupfenimpfstoffen in Europa. 

Wir sind sowas von unbeeindruckt


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Sind "Dreijahres"-Schnupfenimpfstoffe etwas Neues?

Ganz und gar nicht. 

In den USA wurden 1998 erstmals die AAFP-Richtlinien veröffentlicht, mit Dreijahresintervall für Seuche UND Schnupfen.

Schon vorher hatten US-Unitierkliniken Dreijahresabstände empfohlen und praktiziert.

In der Folge mussten die Hersteller, ob sie wollten oder nicht, für ihre Produkte Dreijahresschutz versprechen, und zwar für Seuche UND Schnupfen. 

Aber das haben sie natürlich nur in den USA getan. 

Europa und andere Märkte wurden und werden dumm gehalten

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Durchaus mit tätiger Hilfe einheimischer Experten. 

Zum Beispiel in Deutschland, wo die Stiko Vet in ihrer "Leitlinie" von der jährlichen Schnupfenimpferei nicht lassen mag. 

Ganz im Gegensatz zu AAFP (USA) und WSAVA (weltweit). 

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Ist diese Studie ein Fortschritt? Aus Sicht von Merial sicherlich. Man gibt sich ganz fortschrittlich und bietet ein Produkt für die Dreijahresschnupfenimpferei an.   

Schließlich behalten andere Hersteller in Europa hübsch für sich, dass sie in den USA schon längst Dreijahresstudien zu Schnupfenimpfstoffen vorgelegt haben. 


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Warum eigentlich Dreijahresstudien?

Wahrscheinlich weil die Drei so eine schöne Zahl ist.

Viel schöner als die 7,5 Jahre aus der Scott-Geissinger-Studie von 1999.  

Scott und Geissinger zeigten: Impftiter für die Schnupfenerreger Calicivirus und Herpesvirus können mit der Zeit bis unter die Nachweisgrenze sinken. 

Aber wenn man die Katzen viele Jahre nach der Impfung mit scharfen Viren infiziert, entwickeln sie 


eine anamnestische Immunantwort.

Ihr Immungedächtnis tritt in Aktion.

Ihre Immungedächtniszellen bilden neue Antikörper


Ja, wie isses nur möglich. Haben diese Tiere doch tatsächlich ein Immunsystem mit allem Drum und Dran. 

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Heißt das, dass Schnupfenimpfstoffe nur 7,5 Jahre (teilweise) schützen? Nein. Es wurde halt nur für 7,5 Jahre untersucht. 


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Challenge-Studien mit Schnupfenerregern sagen nicht besonders viel aus

Die Impfstoffe verhindern NICHT die Infektion, und viele durch und durch geimpfte Katzen erkranken an Schnupfen. Hauptrisikofaktor ist Stress. In Studien mit geimpften und ungeimpften Tieren werden nur Symptome (clinical scores) verglichen. Das lässt viel Raum für subjektive Bewertungen.  


***

Impfstoff-Studien, wir wiederholen uns, sind grausam. Bei der Jas-Studie starben vier von 25 Katzen (zwei geimpfte, zwei ungeimpfte). Natürlich verbrachten auch diese Versuchstiere ihr Leben in trostlosen Laborkäfigen. 


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Würden wir diesen Impfstoff geben lassen? 

Bei aller Sympathie für die durchweg adjuvansfreien Purevax-Produkte: Diese Kombi RCPCh FeLV käme uns nicht ins Tier.   

Erstens, weil der sinnlose Chlamydien-Impfstoff mit drin ist.

Zweitens, weil der FeLV-Impfstoff mit drin ist. Der Nutzen der FeLV-Impfung bei ausgewachsenen Katzen ist mehr als zweifelhaft. 

Gegen die kleinere Variante Purevax RCP - nur Seuche/Schnupfen - hätten wir keine Einwände. 

Aber nur für Katzenwelpen. 

Ausgewachsene Katzen werden bei uns nicht nachgeimpft. Niemals. 

Weil unsere Katzen ein Immungedächtnis haben. 


PS: Außerdem genießen sie ein ziemlich gutes Leben mit liebevoller Zuwendung und artgerechter Rohernährung. 


©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/