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Donnerstag, 26. November 2015

Buchempfehlung: "Die Hygienefalle"




Bert Ehgartner hat wieder zugeschlagen: In seinem neuen Buch "Die Hygienefalle" plädiert er dafür, Schluss zu machen mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien. 








In der "Hygienefalle" macht der Autor uns zunächst mit der Tatsache bekannt, dass wir in unserem Organismus in der Minderheit sind: "Auf jede einzelne Zelle unseres Körpers kommen zehn Zellen von Mitbewohnern." Und die meisten von ihnen sind nicht nur nicht feindlich, sondern gutartig oder sogar lebensnotwendig. Ohne das vielfältige mikrobielle Leben auf uns und in uns "könnten wir nicht einmal unser Frühstücksbrot verdauen". Durch denaturierte Nahrung, Antibiotika und andere Eingriffe wird dieses Mikrobiom und damit die Gesundheit zunehmend geschädigt. Folge: immer mehr Zivilisationskrankheiten, von der Allergie über Autoimmunerkrankungen bis hin zu chronischen Erkrankungen des Nervensystems. 

Anders als es Titel und Vorwort vermuten lassen, geht es in der "Hygienefalle" allerdings nicht nur um nützliche Mikroben und ihren Einfluss auf Immunsystem und Nervensystem. Vielmehr legt Ehgartner einen Rundumschlag gegen die Medizin vor, wie sie seit dem 19. Jahrhundert praktiziert wird, und führt dabei Themen fort aus seinen früheren Büchern, etwa die fragwürdige Vorsorge- und Früherkennungsmedizin oder Impfungen ("Dirty little secret - Die Akte Aluminium", "Gesund, bis der Arzt kommt"). 

Besonders das Kapitel 4 gibt viel Stoff zum Nachdenken. Dass Antibiotika mit den bösen auch die guten Keime von Mensch und Tier hinwegraffen, dürfte weithin bekannt sein. Aber dass sogar berüchtigte Keime wie etwa das Magenbakterium Helicobacter pylori nicht per se schädlich sind, ist wahrscheinlich nicht allgemein präsent. Der Magenkeim gilt als Verursacher von Magenkrebs, deshalb wird er eliminiert, aber womöglich um den Preis einer steigenden Häufigkeit von Speiseröhrenkrebs. Denn Helicobacter ist nicht nur böse, er fördert die Bildung regulatorischer T-Zellen, die das Immunsystem in der Balance halten.(*)

An diesem und vielen anderen Beispielen wird in der "Hygienefalle" erläutert, dass die Medizin, die nicht zufällig so oft mit Kriegsrhetorik daherkommt, eine neue Sichtweise braucht. Das wird sie nicht freiwillig tun, dazu ist das bestehende System viel zu profitabel. Ehgartner schreibt im Nachwort, dass wir gerade eine "Revolution im Verständnis der medizinischen Wissenschaft" erleben, weg von den alten Denkmustern. Da ist er vielleicht zu optimistisch. 


Bert Ehgartner: Die Hygienefalle. Ennsthaler Verlag, Steyr 2015, 252 Seiten, 19,90 Euro


Ein sehr interessantes (leider mit vielen Rechtschreibfehlern behaftetes) Interview mit Ehgartner findet sich hier

Es gibt nicht viele Journalisten, die von einem Impfstoffhersteller mit einer Gerichtsklage bedroht worden sind. Zum Glück ging die Sache gut aus für ihn. 




(*) Das lässt sich ergänzen durch eine aktuelle koreanische Studie über Alkoholkonsum und Magenkrebs (Ma et al, British Journal of Cancer, 2015). Nur bei Studienteilnehmern ohne Helicobacter war starker Alkoholkonsum mit einer erhöhten Magenkrebsrate assoziiert. 
Und auch das ist interessant: Helicobacter-Infektion im Kindesalter kann vor Asthma schützen




Donnerstag, 19. November 2015

Unfassbar: Sogar Frettchen haben ein Immungedächtnis





Veterinäre aus den USA und Kanada haben bei 150 privat gehaltenen Frettchen die Impfantikörper für Staupe gemessen. 

Ergebnis: 90 Prozent der Frettchen - Alter: von 16 Wochen bis zu acht Jahren - hatten den in der Studie geforderten Titer von mindestens 1:50 (Serumneutralisation). 

Die zehn Prozent Tiere mit Werten unter 1:50 wurden nachgeimpft. Das ließ den Titer aber nur bei 40 Prozent der Nachimpflinge auf mindestens 1:50 steigen. Wieder einmal zeigte sich, dass viel impfen nicht viel hilft. 


Wichtigste Erkenntnis dieser Studie: Die Unterschiede in der Titerhöhe hatten nichts zu tun mit dem Zeitabstand zur letzten Impfung. 

Frettchen, deren letzte Staupe-Impfung mehr als drei Jahre zurücklag, schnitten nicht schlechter ab als jährlich geimpfte.  

Anders gesagt: Ob ein Frettchen den geforderten Wert von 1:50 erreichte, hing nicht von häufigen Nachimpfungen ab




                                                                                                                     Foto: Wikimedia Commons


Da schau her. 

Sogar Frettchen haben ein Immunsystem mit Gedächtniszellen

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Die Studie von Wagner und Bhardwaj ist 2012 erschienen, sie ist also nicht neu, und sie ist auch nicht die erste ihrer Art. 

Das hat aber die Stiko Vet nicht daran gehindert, in ihrer "Leitlinie" von 2013 unverdrossen die jährliche Staupe-Impfung für Frettchen zu empfehlen. 

Keine so gute Idee, weil Frettchen ziemlich empfindliche Tiere sind und eine deutlich höhere Impfnebenwirkungsrate aufweisen als Katzen und Hunde. Vor allem schwere allergische Reaktionen sind gar nicht selten. Und Impfsarkome sind bei ihnen auch erschreckend häufig. 


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Die Studie ist im Grunde genauso bescheuert wie die meisten Untersuchungen auf dem Gebiet der Haustierimpfstoffe. 

Erstens wird überhaupt nicht begründet, warum Frettchen lebenslang einen Staupetiter von mindestens 1:50 haben müssen. Dafür gibt es gar keinen Beleg. 

Denn jeder nachweisbare Titer zeigt an, dass die Impfung geklappt hat und ein Immungedächtnis angelegt worden ist. 

Siehe auch diese Studie zu Staupetitern bei Hunden

Zweitens schreiben die beiden Autoren dauernd von Staupe-"Boostern", also Auffrischimpfungen. 

Staupeviren sind eng verwandt mit Masernviren, beides sind Morbilliviren. 

Bekommen Menschen gegen Masern "Booster"? 

Nein, nein, nein und nochmals nein. 

Siehe zum Beispiel die Masern-Info auf der Website des Robert-Koch-Instituts. Dort heißt es:

"Die empfohlene Zweitimpfung (die keine Auffrischimpfung ist!) soll den Kindern, die - aus verschiedenen Gründen - nach der Erstimpfung keine Immunität entwickelt haben, eine zweite Gelegenheit zur Entwicklung eines ausreichenden Schutzes geben." (farbliche Hervorh. MP) 

Ach ja, das ist auch noch interessant: 

"Die Impfung erzeugt sowohl eine humorale als auch eine zellulär vermittelte Immunität. Grundsätzlich wird von einer lebenslangen Immunität nach zweimaliger Impfung ausgegangen."
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Mit ihrer jährlichen Impferei macht sich die Veterinärmedizin zum Gespött in den Biowissenschaften.

Das hat Professor Marian Horzinek vor rund 15 Jahren im Kreise internationaler Kollegen gesagt, und das gilt auch heute noch. 



©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/


PS: In der Studie wird für dreijährliche Staupenachimpfung plädiert, weil das das Risiko von Nebenwirkungen "erheblich vermindern" würde. Aber drei Jahre sind natürlich genauso ein Unfug wie die jährliche Impferei. Wichtig ist, dass die Frettchen ihre Staupe-Impfung (eine oder zwei) nicht zu früh bekommen. 





Mittwoch, 11. November 2015

Impfungen, Allergien und Kälberserum




Impfungen können Nebenwirkungen haben, bis hin zum Tod des Tiers. 

In der Regel wird das geleugnet oder zumindest heruntergespielt. 

Hin und wieder aber erscheinen wissenschaftliche Arbeiten, in denen Klartext steht. 

Zum Beispiel eine Studie kalifornischer Veterinäre darüber, wie sich allergische Impfreaktionen bei Pferden verringern lassen (Behrens et al. 2015). 


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Erst einmal stellen die Autoren in ihrem Paper fest, dass ein kleiner Prozentsatz von Pferden durch Impfungen tödliche oder beinahe tödliche Folgen erleidet. 

Auslöser der allergischen Reaktionen ist meistens das fötale Kälberserum in den Impfstoffen.

Das Kälberserum dient als Nährmedium für die Zellkulturen, in denen die Impferreger gezüchtet werden, und gelangt in Spuren in die Impfstoffe. Nicht nur in Impfstoffe für Pferde, sondern auch für Katzen und Hunde. Und für Menschen. 

Und: Das Risiko allergischer Reaktionen steigt, weil Pferde immer mehr Impfstoffe bekommen in immer kürzeren Abständen. 


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In der Studie wurde getestet, ob die Zugabe von Oligodeoxynukleotiden (CpG-ODN) zu einem Impfstoff allergische Reaktionen bei Pferden beeinflussen kann. 

ODN ist synthetische DNS, die das Immunsystem moduliert, und zwar weg von einer TH2-Antwort hin zu einer TH1-Antwort. Das hat den Effekt, dass weniger IgE-Antikörper gebildet werden, vereinfacht gesagt, weniger Allergie-Antikörper. 

Ergebnis: Die Pferde, die den Impfstoff mit ODN erhielten, hatten weniger IgE-Antikörper und mehr regulatorische T-Zellen. Diese T-Regs helfen, das Immunsystem in der Balance zu halten. 

Dass damit im wirklichen Leben fatale allergische Reaktionen verhindert werden können, ist durch diese Studie noch nicht bewiesen. Denn hier wurden erst mal nur bestimmte Immunzelltypen und Immunbotenstoffe gemessen und verglichen. 


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Fötales Kälberserum ist aus verschiedenen Gründen hochproblematisch

Zum einen ist die Art, wie es gewonnen wird, nur barbarisch zu nennen

Das Serum stammt von ungeborenen Kälbern, deren Mütter geschlachtet werden. Es wird den sterbenden Kälbern abgezapft. 

Zum anderen kann das Serum in den Impfstoffen allergische Reaktionen auslösen. Solche Fremdproteine tun das nun mal. Das ist auch für Hunde-Impfstoffe schon längst nachgewiesen. 

Doch es gibt einen weiteren Grund, warum fötales Kälberserum so übel ist.  


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Manche werden es mitgekriegt haben: Im August haben hiesige Medien gemeldet, dass fötales Kälberserum aus trüben Quellen in Deutschland auf den Markt gekommen sei. 

Siehe zum Beispiel hier ("Am Ende wurden Mixturen an die Pharmabranche verkauft, deren Inhalt Behörden ein Rätsel ist"). 

Das ist allerdings gar nichts Neues, das passiert seit Jahrzehnten

Kälberserum aus als sicher geltenden Herkunftsländern (USA, Australien, Neuseeland) ist sauberer, aber auch um ein Vielfaches teurer als Serum etwa aus Südamerika. 

Das bietet kriminellen Händlern die Gelegenheit, viel Geld zu machen, indem sie Billigsera falsch deklarieren und teuer verkaufen. 

Effektive staatliche Kontrollen gibt es - natürlich - nicht.

So wird also immer wieder herumgeforscht und herumproduziert mit Kälberserum, das mit allen möglichen Erregern verseucht sein kann. 


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Dabei wäre dies alles vermeidbar: das Blutabzapfen bei ungeborenen Kälbern, die Verwendung von gepanschtem Serum und allergie-auslösendes Kälberprotein in Impfstoffen.  

Das kann man jedenfalls der "Lab Times" (5-2015) entnehmen, einem Fachblatt für Bio-Forschung. 

Unter der Überschrift "No more excuses" wird die ewige Panscherei mit Kälberserum angeprangert.

Und darauf hingewiesen, dass es schon längst Alternativen gibt: Serumfreie Nährmedien seien heutzutage für fast jeden Zelltyp im Handel erhältlich.


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Und die könnte man sicherlich auch in der Impfstoffherstellung verwenden. 


PS: Gestern hat die "Süddeutsche Zeitung" einen weiteren Bericht zum Thema gebracht. Demnach gibt es Indizien dafür, dass dem fragwürdigen Kälberserum auch noch künstliche Wachstumsfaktoren zugesetzt waren: 

"Eine solche Zugabe verfälscht (...) die Ergebnisse der Forschung, und außerdem die Produktion von Impfstoffen gegen Mumps und Masern und modernen Medikamenten, etwa gegen Krebs." (Hervorh. MP)

Die Produktion von Tierimpfstoffen hat der Autor nicht auf dem Radar, aber da gilt vermutlich dasselbe. 

©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/