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Samstag, 24. Dezember 2016

Pa-rum-bum-bum-bum








Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern
erholsame Feiertage und alles Gute für 2017.





Und hier noch ein schönes Weihnachtslied:









Dienstag, 15. November 2016

Last orders, please (2)







Letzte Runde:

"Katzen impfen - Der kritische Ratgeber" wird voraussichtlich bis Frühjahr 2017 ausverkauft sein.

Es wird keine weitere Printausgabe dieses Titels geben.  

Wer noch ein gedrucktes Exemplar möchte, sollte sich beeilen. 

Last orders, please (1)








Letzte Runde:

"Hunde impfen - Der kritische Ratgeber" ist fast ausverkauft

Der Titel wird NICHT nachgedruckt. 

Wenn die restlichen Exemplare weg sind, wird es keine Printausgabe mehr geben. 

Wer das schmale, aber gehaltvolle Büchlein möchte, sollte sich also ranhalten. 

Montag, 7. November 2016

Anfragen




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Es steht immer ganz unten auf der Seite (nach unten scrollen), egal welcher Beitrag angeklickt wurde.


Anfragen sind keine Kommentare und gehören nicht in die Kommentarfunktion. 

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Zu Halloween: Tollwut in Deutschland 2016







Bild: Wikimedia 





23 Fälle von Fledermaustollwut im bisherigen Jahresverlauf - das sind etwa zwei- bis dreimal so viele wie sonst.  

Der Anstieg lag wohl am nassen Frühling und Frühsommer, das hat den Insektenjägern zugesetzt. 

Bis Jahresende dürften kaum noch Fälle hinzukommen. Die Fledermäuse ruhen jetzt in ihren Höhlen und sonstigen Winterquartieren. 

Nachtrag Februar 2017: Es ist bei den 23 Fällen geblieben. 


***

23 Fälle sind kein Grund zur Panik.

Auch wenn manche Medienberichte diesen Sommer ziemlich hysterisch waren.  

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten wir in Deutschland drei- oder sogar vierstellige Fallzahlen bei Wild- und bei Haustieren. Ohne dass darüber jeden Tag was in der Zeitung gestanden hätte. 

1990: 17 Fälle Fledermaustollwut, 4474 Fälle Wildtiertollwut, 1092 (!) Fälle Haustiertollwut

2000: 10 Fälle Fledermaustollwut, 166 Fälle Wildtiertollwut, 16 Fälle Haustiertollwut




PS: Bis dato übrigens null Fälle bei terrestrischen Wildtieren und null Fälle bei Haustieren. 



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Sonntag, 9. Oktober 2016

Die Wunderimpfstoffe der Veterinärmedizin










"Journal of Irreproducible Results" = "Zeitschrift für nicht reproduzierbare Ergebnisse" = Scherzblatt für Wissenschaftler         
© JIR





Für Tiere gibt es Impfstoffe, die die Humanmediziner eigentlich furchtbar neidisch machen müssten. 

Und zwar deshalb, weil es der Forschung partout nicht gelingt, wirksame und verträgliche Impfstoffe für die Humanvarianten dieser Erreger zu entwickeln. 

Beispiel: der Impfstoff gegen das feline Immunschwächevirus, FIV ("Katzenaids"). 

FIV und HIV (Immunschwächevirus des Menschen) sind einander so ähnlich, dass viele Katzen für die HIV-Forschung leiden müssen. 

Ein Impfstoff gegen HIV liegt trotz jahrzehntelanger Forschung in weiter Ferne, vielleicht wird es ihn niemals geben. 

Aber ein FIV-Impfstoff (Totimpfstoff mit Adjuvans) wird in den USA, in Kanada und in Australien munter verabreicht. 

Er soll jährlich gegeben werden, was ihn für so manchen Tierarzt sehr reizvoll macht. 

In Australien wurde ganz offen damit geworben, dass er die Patienten jährlich in die Praxis schafft.

Dass er nichts taugt, ist u. a. von Wissenschaftlern in Großbritannien schon längst nachgewiesen worden. 

Ein Forscherteam hat das nun dankenswerterweise auch für australische Katzen gezeigt (Westman et al. 2016). 

FIV-geimpfte und nicht FIV-geimpfte Katzen mit Freigang wurden auf eine FIV-Infektion untersucht. 

Resultat: Die Infektionsrate der zwei Gruppen hat sich nicht statistisch signifikant unterschieden. 

Fazit: "Die Ergebnisse dieser Studie rufen Zweifel an der Wirksamkeit von Fel-O-Vax FIV unter Feldbedingungen hervor" (Übers. MP). 

Anders gesagt: Im wirklichen Leben versagt der Impfstoff


***

Halt so, wie experimentelle HIV-Impfstoffe bisher auch immer versagt haben. 

Wären sie für Tiere gedacht gewesen, hätte man sie natürlich umgehend zugelassen. 


***

Das FIV-Zeug ist nicht der einzige Wunderimpfstoff der Veterinärmedizin.

In die gleiche Kategorie gehören der Katzenimpfstoff gegen Chlamydien (Humanimpfstoffe gegen Chlamydien weit und breit nicht in Sicht) und alle Haustierimpfstoffe gegen Einzeller, also gegen Giardien, Leishmanien und Babesien (Humanimpfstoffe gegen Einzeller weit und breit nicht in Sicht). 

Dennoch sind diese Veterinärimpfstoffe allesamt behördlich zugelassen worden. 

***

Und zwar auf Basis von (Hersteller-) Laborstudien, die von Rechts wegen in diesem Journal hätten versenkt werden müssen: 



© JIR



PS: Was vergessen, nämlich die Pilzimpfstoffe für Katzen, Hunde, Pferde usw. Gibt es natürlich für Menschen auch nicht.



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Samstag, 1. Oktober 2016

Am Flughafen herausgefischt



Zu unserem (älteren) Beitrag über Titermessungen für SHP (Staupe, Hepatitis, Parvo) haben wir eine Leseranfrage erhalten:  


"Habe mit interesse ihren Beitrag gelesen und verfolgt.MeinHund happy ist im Moment Opfer dieser Titer Hysterie.Ich bin mit ihm nach Deutschland eingereist, Tollwuttiter war am 12.08. bei 0,83. Beim Vet Amt am Flughafen wurde er "herausgefischt" in Quarantaene verbracht noch mal Titerbestimmung und nun bei 0,29. Fuer die Behoerden zu wenig um einreisen zu duerfen. An wen kann man sich wenden oder sitzen die amlaengeren Hebel"




Unser Kommentar dazu:

1. In dem Beitrag geht es NICHT um Tollwuttiter, sondern um Titer für SHP. 

SHP und Tollwut sind zweierlei Paar Schuhe. Und zwar deshalb: 

Tollwut ist eine Zoonose, dh sie kann von Tieren auf Menschen übertragen werden. Es geht um die öffentliche Gesundheit und den Schutz von Menschen. 


2. Der Nachweis eines Tollwut-Mindestimpftiters wird für die Einreise von Hunden (oder Katzen) aus bestimmten Ländern mit Tollwutrisiko verlangt. Hierbei handelt es sich also um eine amtliche Vorschrift (basierend auf EU-Verordnungen usw.). 


3. Warum der Hund am Flughafen "herausgefischt" wurde, wird in der Zuschrift nicht erklärt. Es könnte sein, dass irgendetwas in seinen Reisedokumenten nicht stimmte. 


4. Tollwut-Titerbestimmungen für die Einreise in die EU dürfen in der Herkunftsländern nur von Laboren vorgenommen werden, die von der EU anerkannt sind. 

Wenn der Titernachweis von einem anerkannten Labor stammt und auch sonst alle Vorschriften eingehalten wurden (Mindestalter und Kennzeichnung des Tiers, Wartefristen, Passeinträge usw.), sollte es eigentlich keine Probleme geben. 


5. Wer einen Hund aus einem Drittland einführt, für das der Tollwut-Titernachweis vorgeschrieben ist, tut gut daran, alle Einreisevorschriften genauestens zu beachten. Sonst muss das Tier es ausbaden. 

Das gilt übrigens genauso für den Import von Hunden aus EU-Mitgliedsstaaten.

Die Vorschriften kann man u. a. hier nachlesen. 


6. Ja, die sitzen am längeren Hebel


7. Dass die Behörden streng sind, sollte niemanden wundern. Ständig wird gegen die Einreisevorschriften verstoßen, ständig werden Hunde über die Grenzen gekarrt, die nicht korrekt gegen Tollwut geimpft wurden. Das betrifft Welpen von den Hundevermehrern in Osteuropa und leider auch Hunde, die von Tierschutzorganisationen nach West- oder Nordeuropa gebracht werden.*



* So wurde etwa für eine norwegische Studie bei 75 Tierschutzhunden aus östlichen EU-Ländern (hauptsächlich Rumänien und Ungarn) nach der Einreise der Tollwutimpftiter kontrolliert. Fast jeder fünfte hatte einen negativen Tollwutimpftiter (weniger als 0,1). Die Studienautoren äußern den Verdacht, dass Tierärzte im Herkunftsland eine Tollwutimpfung bescheinigt haben könnten, ohne sie tatsächlich zu verabreichen. Das ist bei Hunden aus Ländern, in denen die Tollwut noch zirkuliert, keineswegs nur eine Formalität. Wenn mit den Impfbestimmungen so salopp umgegangen wird, braucht man sich nicht zu wundern, wenn sie wieder verschärft werden. Dass Tollwut-Impftiternachweise innerhalb der EU gänzlich abgeschafft wurden, gefällt etlichen (Amts-) Veterinären überhaupt nicht. - Norwegen gehört nicht zur EU, hat aber die EU-Einreisevorschriften übernommen. 



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Dienstag, 20. September 2016

Impfnebenwirkungen bei Katze und Hund 2015



Im Jahr 2015 hat das Paul-Ehrlich-Institut wie schon 2013 und 2014 einen auffälligen Anstieg von Nebenwirkungsmeldungen nach Lepto-Impfung verzeichnet. 

Außerdem werden neue Warnhinweise zum Impfstoff gegen herpesbedingtes Welpensterben erwähnt. 

Mehr dazu siehe hier und hier




Und jetzt zum PEI-Bericht für das vergangene Jahr. 

Erneut auffällig: der hohe Anteil von Todesfällen bei Katzen


Meldungen zu Impfnebenwirkungen bei Hunden 2015


- Zahl sprunghaft erhöht: von 218 im Jahr 2014 auf 301 im Jahr 2015

- neue Lepto-Impfstoffe mit mehr als zwei Serovaren stark auffällig

- häufige Symptome: Ödem (Kopf, Augen), Juckreiz, Erbrechen, Durchfall

- gestörter Bewegungsablauf, partielle Lähmungserscheinungen, Müdigkeit 

- akutes Schockgeschehen (mit Herz-Kreislauf-Symptomen oder mit Atemwegssymptomen) bei etwa jeder zehnten Meldung

- lokale Schmerzen, lokale Schwellungen, Haarverlust an der Impfstelle

- Meldungen über unzureichende Wirksamkeit (meist Staupe oder Parvo)



Meldungen zu Impfnebenwirkungen bei Katzen 2015

- 78 Meldungen (2014: 47)

- 13 Meldungen zu Tollwut-Einzelimpfstoffen

- Impfreaktionen "gehen oft mit einer kurzzeitigen Wesensveränderung einher"

- 26 Fälle von ausgeprägter Lethargie

- 32 Fälle von zentralnervöser Störung

- 37 Meldungen über Nahrungsverweigerung, Erbrechen oder andere Störungen des Verdauungstrakts

- 49 Meldungen über allergische Reaktionen: Pruritus (Juckreiz), Kopfschwellung, Salivation (starkes Speicheln), Ödembildung, Atemwegsstörungen

- Augenveränderungen, Sehstörungen

- schwere Fälle mit Kreislaufkollaps

- insgesamt 22 Todesfälle

- Reaktionen an der Impfstelle, darunter drei Fibrosarkome (Impfsarkome)

- fünf Meldungen zu Seuche-Schnupfen-Immunglobulinen

- Verdacht auf unzureichende Wirksamkeit

- Beanstandung wegen "verkürzter Dauer der Immunität" nach Impfung gegen Hautpilze 

("Immunität" durch Pilzimpfstoffe? Immunität ist offenbar ein sehr dehnbarer Begriff.)



PS: Anders als bei den Meldungen zu Hunde-Impf-UAW werden bei den Katzen Zahlen angeführt. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Pro Meldung kann mehr als ein Symptom/eine Störung genannt werden.



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Eurican-Herpes-Impfstoff soll Warnhinweis bekommen



Eurican Herpes 205 ist ein Impfstoff, der Zuchthündinnen vor und während der Trächtigkeit verabreicht werden soll, um Welpenverluste durch eine Infektion mit dem caninen Herpesvirus zu verhindern. 

Das Produkt ist ein Totimpfstoff und enthält als Adjuvans (Wirkverstärker) Paraffin - ein Mineralöl, das in Humanimpfstoffen selbstverständlich nicht erlaubt ist. 

Ob er die Welpen tatsächlich schützt, weiß man nicht, weil es dazu keine hersteller-unabhängigen Untersuchungen gibt. 

Laut einem Beschluss der European Medicines Agency (Ema) vom März 2015 soll die Produktliteratur um diesen Passus erweitert werden:

"Bei den Hündinnen können als Folge einer Infektion mit dem caninen Herpesvirus Aborte und Frühgeburten auftreten, der Schutz der Hündin gegen eine Infektion ist für diesen Impfstoff nicht untersucht worden" (Übers. MP). 

Anlass für diese Maßnahme seien Berichte über Aborte, Totgeburten, Frühgeburten und Vulvovaginitis bei geimpften Hündinnen gewesen. 



***


Züchter/innen, die den Impfstoff geben lassen, glauben vermutlich, dass er ihre Hündinnen vor der Herpesinfektion schützt

Dass er das nicht tut, war schon immer klar (und der Hersteller hat es auch nicht behauptet). Versprochen wurde nur, dass die Welpen durch mütterliche Herpesantikörper im Kolostrum geschützt würden. 

Das Paul-Ehrlich-Institut schildert die Sachlage in seinem Bericht über Impf-UAW bei Tieren (2015) deutlicher als die Ema:

"Nachdem sich Verdachtsmeldungen (...) zu Totgeburten oder lebensschwachen Welpen häuften, wurden bei diesem zentralisiert ((dh von der Ema)) zugelassenen Impfstoff besondere Warnhinweise in die Gebrauchsinformationen aufgenommen" (Hervorh. MP). 

Soweit ersichtlich, ist das in Deutschland bisher nicht geschehen, und auch in den Ema-Dokumenten haben wir keinen Warnhinweis gefunden. 


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Hierzu schreibt uns eine Leserin:

"Ich hatte Anfang 2016 mit meiner Zuchthündin einen Wurf geplant. Nach mehreren erfolglosen Versuchen mit meiner älteren Hündin (die habe ich nie gegen Herpes impfen lassen) wollte ich diesmal bei meiner jüngeren Hündin alles richtig machen und habe mich doch breitschlagen lassen zu einer Herpesimpfung.


Ich bin Anfang Januar zum Decken gefahren, ca. 19 Tage nach Belegung habe ich schon gemerkt, dass meine Hündin zwei Tage lang furchtbar gestunken hat. Vermutete, dass sie zu diesem frühen Zeitpunkt resorbiert hat.


Ende Februar bemerkte ich, dass meine Hündin sich merkwürdig verhält, beim Spazierengehen hat sie plötzlich fremde Menschen angebellt, und im Dunkeln war es ganz schlimm. Es hat nicht lange gedauert, dann sah sie so aus wie auf dem Foto: 





Die Tierärztin versuchte es erst  mit einem  Mittel für Bindehautentzündung, schickte mich aber bald in eine Tierklinik. Dort wurde ich aufgrund meines komisch aussehenden Hundes nur ausgelacht, und der TA sagte, ja ja, das ist eine Autoimmunkrankheit, das haben viele Berner Sennenhunde. Ich bekam Prednisolon, und es sollte nach drei Tagen besser werden. Nachdem sie nach 8 Tagen immer noch so aussah, habe ich mich an eine ganzheitliche Tierärztin gewandt. Diese war entsetzt und leitete sofort das Cortison aus, nahm Blut ab, um zu schauen, ob es von der Schilddrüse kam. Nach der Ausleitung wurde es schon nach nur zwei Stunden besser. Sie belas sich und behandelte den Hund unter anderem mit entsprechendem Mittel gegen Impfschaden. Das Blutbild ergab keine auffälligen Schilddrüsenwerte, aber extrem schlechte Leberwerte (vom Cortison).

Nach ca. zwei Wochen sah meine Hündin wieder ganz normal aus. Die Tierärztin hat mir deutlich gesagt, dass es sich hier um einen Impfschaden handelt und dass mein Hund durch die Fehlbehandlung nur knapp einem akutem Leberversagen entgangen ist. Das Problem mit den Augen flackert nun immer wieder mal auf, allerdings nicht so wie auf dem Foto, sondern nur minimal."


Unser Kommentar: Wie so oft bei Erkrankungen nach Impfungen bleibt auch in diesem Fall die Frage offen, was die genaue Ursache war. Zum Glück geht es der Hündin nach der Behandlung bei der ganzheitlichen Tierärztin wieder besser. Wir würden diesen Impfstoff grundsätzlich nicht geben lassen, schon weil er als Adjuvans (Wirkverstärker) Paraffin enthält, also Zeug, das in Humanimpfstoffen nicht zugelassen ist. 

Donnerstag, 15. September 2016

Neue Lepto-Impfstoffe: Auch in Deutschland auffällig



Sogar in Deutschland fallen sie negativ auf, die neuen Lepto-Dreifach- oder Lepto-Vierfachimpfstoffe.

Das Paul-Ehrlich-Institut spricht von einem "markanten Anstieg" der Meldungen über Impfnebenwirkungen beim Hund im Jahr 2015. 

Nach 218 Meldungen im Jahr 2014 schnellten die Meldungen auf 301 empor. 

Das liegt in der Tat über den normalen Schwankungen von Jahr zu Jahr. 

"Bei der Analyse (...) fällt ein steigender Anteil von Impfstoffen auf, die Leptospiren-Antigene allein oder in Kombination mit anderen Antigenen enthalten. Obwohl sich die Beobachtung bereits in den beiden Vorjahren abzeichnete, setzt sich der Trend 2015 unverkennbar fort (...) Insbesondere fällt der zeitliche Zusammenhang mit der Einführung von Leptospiroseimpfstoffen auf, die mehr als die bisher üblichen zwei Serovaren enthalten."

***

Nicht weiter überraschend. Lepto-Impfstoffe sind nun mal schlecht verträglich, und je mehr Lepto-Antigene man ins Tier reinhaut, desto höher das Risiko. 


***

Die "Ständige Impfkommission" (Stiko) Vet hat dazu eine Stellungnahme verbreitet, die zeigt, dass dort noch derselbe Geist wie früher herrscht. 

Früher war die Stiko Vet bei einem Interessenverband von Tierärzten angesiedelt, inzwischen ist sie dem staatlichen Friedrich-Löffler-Institut angegliedert. 

Tenor der Stellungnahme: Ja nicht aufhören mit der Lepto-Impferei! 

Man weiß nicht, wie viele Lepto-Infektionen und Lepto-Erkrankungen es gibt. Man weiß nicht, ob die neuen Produkte das halten, was die Hersteller-Studien behaupten.* Und man weiß nicht, wie viele Hunde trotz Lepto-Impfung erkranken. Aber dass man unbedingt gegen Lepto impfen muss, das weiß man. Auch wenn man einräumt, dass Hunde nach Gabe eines der neuen Vierfachimpfstoffe an Thrombozytopenie, hämolytischer Anämie und Polyarthritis erkrankt sind. 

"Da Leptospirose-Impfstoffe überwiegend in Kombinationen zur Anwendung kommen, ist die kausale Zuordnung der aufgetretenen Reaktionen zu einer Impfstoffkomponente schwierig."

Aha, gegen Lepto wird "überwiegend in Kombinationen" geimpft. 

Was bedeutet, dass nicht mal der faule Kompromiss der Stiko Vet mit Dreijahresabständen für manche Impfstoffe** befolgt wird.




* Das gilt auch für die alten Zweifach-Produkte. Deren Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden ebenfalls nie in hersteller-unabhängigen Studien untersucht. 

** Staupe-Hepatitis-Parvo (SHP) sowie Tollwut



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OT: TTIP und Ceta stoppen





Das unverhoffte Freibadwetter ist am Samstag, dem 17. September, sowieso vorbei. 

Also auf zu den Demos gegen TTIP und Ceta in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. 

Details siehe hier




Warum diese Geheimverträge zum Himmel stinken, wird sehr schön in einem Leserbrief in der "Frankfurter Rundschau" erklärt.

Aus dem Leserbrief: 

"Als Elektriker (...) braucht man mich nicht davon zu überzeugen, dass sich unsere Elektrogeräte im Ausland noch besser verkaufen lassen, wenn dort die gleiche Spannung anliegt und die Anschlüsse passen. Um das zu regeln, braucht man aber keine Geheimverhandlungen! Dass der deutsche Normstecker in jede französische Steckdose passt, geht nicht auf ein Geheimabkommen zwischen Kohl und Mitterrand zurück (...)

((Es geht also)) bei den Abkommen ((TTIP und Ceta)) um etwas anderes, etwas, das man lieber vor der Bevölkerung geheimhält."

Donnerstag, 1. September 2016

Tierimpfstoffe in Deutschland sicherer als in Großbritannien - oder vielleicht doch nicht?





In Deutschland gibt es rund 13 Millionen Katzen und 8 Millionen Hunde.

In Großbritannien rund 7,4 Millionen Katzen und 8,5 Millionen Hunde.*



***


Im Jahr 2014 wurden in Großbritannien 



771 Impfnebenwirkungen bei Katzen** gemeldet 

und 


1222 Impfnebenwirkungen bei Hunden




In Deutschland waren es 2014



ganze 47 Meldungen über Impf-UAW bei Katzen 

und 


ganze 218 Meldungen über Impf-UAW bei Hunden



***


Haben die Briten andere, schlechtere Impfstoffe?

Natürlich nicht. 

Die Hersteller und die Impfstoffe sind europaweit im großen und ganzen dieselben. 

Die Impfgepflogenheiten der Tierärzte dürften sich auch wenig bis gar nicht unterscheiden.*** 

Was anders ist, ist die Bereitschaft, Impfnebenwirkungen zu melden






* Die Zahlen für Großbritannien und Deutschland sind von 2015, was aber in diesem Zusammenhang egal ist. Sie dürften sich von 2014 auf 2015 nicht wesentlich verändert haben, und hier geht es darum, die Größe der jeweiligen Populationen zu vergleichen. 

** Darunter über 30 Impfsarkome. Genaue Zahlen nennt das Veterinary Medicines Directorate nicht, die einzelnen Nebenwirkungen werden nur als Diagramm mit relativ grober Skalierung abgebildet. In Deutschland wurde im Berichtszeitraum 2013 und 2014 gerade mal ein (1) Fibrosarkom gemeldet. 

*** Ein bedeutender Unterschied ist die Tollwutimpfung. Die ist in Großbritannien nur üblich, wenn das Tier ins Ausland mitgenommen wird. Obwohl auch dort Fledermaustollwut vorkommt. 


PS: Die genauen Impfquoten (Anteil der geimpften Tiere an der Gesamtpopulation) sind natürlich weder in Großbritannien noch bei uns öffentlich bekannt. Die Hersteller kennen sie sicherlich, dafür hat man ja seine Marktforschung. - Man kann getrost sehr ähnliche Impfquoten annehmen, da sich Großbritannien und Deutschland wirtschaftlich wenig unterscheiden (Einkommensniveau, Anteil der zahlungskräftigen Tierhalter usw.). 



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Samstag, 23. Juli 2016

Lepto 4: Warnung wegen AIHA usw. soll doch in den Beipackzettel




Laut European Medicines Agency (Ema) soll der Hinweis auf

- immunvermittelte hämolytische Anämie (AIHA), 

- immunvermittelte Thrombozytopenie und 

- immunvermittelte Polyarthritis 

als "sehr seltene" Nebenwirkungen des Lepto-Vierfachimpfstoffs Nobivac L4 doch öffentlich zugänglich werden. 

Und zwar in der "summary of product characteristics" UND in den Packungsbeilagen. 

Wann das allerdings der Fall sein wird, weiß man nicht: 

"The procedure to implement the changes to the product information is currently ongoing", teilte uns die Ema mit. 

("Das Verfahren zur Umsetzung der Änderungen ist derzeit im Gange.")

"Currently" ist gut. Seit 2014 sind sie an der Sache dran. 



*** 

Bei "Nutz"-Tieren sind die nationalen und europäischen Behörden schneller

Kürzlich wurde der Vertrieb von Velactis (einem "Trockensteller" für Milchkühe) eingestellt, nachdem Hunderte schwere Nebenwirkungen und 22 Todesfälle (von März dieses Jahres bis Mitte Juni) bei der Ema gemeldet worden waren. 

Das zuständige Gremium der Ema hat unverzüglich begonnen, Nutzen und Risiken des Medikaments zu prüfen. 


***

Preisfrage: Wie viele Todesfälle und schwere Nebenwirkungen muss es geben, bis ein Hunde-Impfstoff vom Markt zurückgezogen wird?



PS Oktober 2016: In der Nobivac-L4-"Summary of product characteristics" auf der Website der European Medicines Agency ist der Warnhinweis nunmehr enthalten, im deutschen Beipackzettel nicht. 


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Donnerstag, 21. Juli 2016

Blütenlese Tollwut




Schon gewusst, dass Leverkusen ein "Tollwutgebiet" ist?

Das behauptet die "Rheinische Post" in einem Online-Artikel, in dem davor gewarnt wird, Tiere aus Tollwutländern mitzubringen oder Welpen dubioser Herkunft zu kaufen.

Erst wird der örtliche Amtstierarzt zitiert mit der Feststellung, dass es in Deutschland "seit 2005 keine Tollwut mehr" gibt. 

Tendenziell zutreffend, aber doch nicht ganz korrekt: Der letzte Fall von Tollwut bei einem terrestrischen (am Boden lebenden) Wildtier wurde im Februar 2006 in Rheinland-Pfalz verzeichnet. Den Status tollwutfrei erhielt Deutschland rund zweieinhalb Jahre später, im Herbst 2008. Nordrhein-Westfalen ist bereits seit 2001 frei von terrestrischer Tollwut.

Dann heißt es: 

"Auch Leverkusen ist ein Tollwutgebiet. Schilder unter anderem an der Bonner Straße in Opladen warnen davor."

Nein. Leverkusen ist KEIN Tollwutgebiet (und auch kein tollwutgefährdeter Bezirk). 

Die Schilder sind schon längst veraltet. 

Da hat die Lokalpresse mal wieder knallhart recherchiert.


***

Verlässliche amtliche Info zur Tollwutsituation in Deutschland gibt es hier (von 2011, aber nach wie vor gültig). 




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Mittwoch, 13. Juli 2016

Lepto-Schlagzeilen in Großbritannien



Ist der Lepto-Vierfachimpstoff Nobivac L4 gefährlich? Ist er gefährlicher als andere Lepto-Impfstoffe? Presseberichte in Großbritannien erwecken diesen Eindruck. 

Ist da was dran?

Das britische Veterinary Medicines Directorate (VMD) hat uns auf Anfrage ein paar Daten zu den Nebenwirkungsmeldungen im Zusammenhang mit Nobivac L4 geschickt. 

Demnach gab es in den dreieinhalb Jahren seit der Zulassung (Daten bis einschließlich Januar 2016) tatsächlich etwa 2000 Meldungen. 

Aber: Laut VMD wird gegen Lepto selten einzeln geimpft, meistens werden gleichzeitig Impfstoffe gegen Staupe, Hepatitis, Parvo usw. verabreicht. Daher ist unklar, welches der Produkte die Nebenwirkungen verursacht hat.

Unter den rund 2000 Meldungen steht Lethargie an erster Stelle, gefolgt von Erbrechen, Durchfall, Fieber, Appetitverlust, Schmerzen an der Impfstelle usw. 

Die meisten gelisteten Impfreaktionen sind allergischer Art, wie in anderen Auswertungen von UAW-Meldungen auch.    

***

Bedenklicher ist allerdings dies:

Im "Public Bulletin" der Europa-Arzneimittelbehörde Ema zu Nebenwirkungen von Veterinärpharmazeutika im Jahr 2015 heißt es zu Nobivac L4, 

dem Zulassungsinhaber (MSD Animal Health) sei empfohlen worden, seine Produktliteratur um die folgende Warnung zu ergänzen: 

"In sehr seltenen Fällen sind klinische Anzeichen von immunvermittelter hämolytischer Anämie, immunvermittelter Thrombozytopenie oder immunvermittelter Polyarthritis beobachtet worden" (Übers. MP). 

Also: lebensgefährliche Blutarmut nach der Impfung, lebensgefährliche Blutungsneigung nach der Impfung und (i. d. R. behandlungsbedürftige und gar nicht harmlose) Gelenksentzündungen nach der Impfung. 


***

Was meinen die mit "Produktliteratur"? 

Für Tierhalter zugängliche Produktinformationen meinen sie nicht. 

Beipackzettel oder die Ema-Impfstoffbeschreibung könnte man ja im Internet finden. 

Wir fragten die englische Veterinärbehörde VMD, ob denn auch die Hundehalter/innen diesen Warnhinweis irgendwo werden nachlesen können. 

Die Antwort der Dame vom VMD (Übers. u. Hervorh. MP): 

"Das Produkt ist verschreibungspflichtig, deshalb sollten (...) die Warnungen Sache des Tierarztes sein, der dann dem Tierbesitzer alle Risiken erläutern kann."

Ach so. 

Wo man ja weiß, wie eifrig Tierärzte über Impfrisiken aufklären. Ob in Großbritannien oder bei uns. 


***


Lepto-Impfstoffe sind grundsätzlich nicht besonders verträglich, darauf haben wir in diesem Blog schon zigmal hingewiesen. 

In der Humanmedizin sind Impfstoffe aus ganzen Bakterien (Bakterine) nahezu verschwunden. In der Tiermedizin natürlich nicht. 

Besonders nebenwirkungsträchtig sind Bakterine aus gram-negativen Bakterien (etwa Leptospiren und Borrelien), Stichwort endotoxische Reaktion.

In der Großtiermedizin weiß man das, da werden die Viehhalter auf dieses Risiko hingewiesen: "Nicht mehr als zwei Gram-Negative gleichzeitig bei Milchkühen, nicht mehr als drei Gram-Negative bei Fleischrindern", u. ä. 

Kann sein, dass Nobivac L4 schlechter verträglich ist als die Vierfach-Produkte der Konkurrenz; kann aber auch nicht sein. 

Zumal die Marktanteile der konkurrierenden Lepto-Vierfachimpfstoffe nicht öffentlich gemacht werden.



***

Uns käme gar kein Lepto-Impfstoff ins Tier. Weder dieser hier noch irgendein anderer



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