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Donnerstag, 28. April 2016

Druckfrisch: "Katzen impfen - Der kritische Ratgeber"





Ab sofort im Buchhandel (stationär und online) bestellbar: 











Monika Peichl: Katzen impfen - Der kritische Ratgeber.
Norbert Höpfinger Verlag, Konstanz 2016,
80 Seiten, broschiert, 14,80 Euro


Auszug: 

Impfsarkom oder „Injektionsstellensarkom“?
Pharmaunternehmen und Veterinäre sprechen heutzutage praktisch nur noch vom „Injektionssarkom“
oder „Injektionsstellensarkom“, in einer deutschen Veröffentlichung ist gar vom „injektionsstellen-assoziierten“
Sarkom die Rede. Damit soll natürlich der unliebsame Zusammenhang mit den Impfungen verschleiert werden.
Es soll suggeriert werden, dass praktisch jede Art von Injektion Krebs auslösen könnte, und zwar allein
durch die Gewebsirritation.

Doch es gibt Fachleute, die das Spiel nicht mitmachen. Dr. Alice Wolf, die früher an der Texas A & M University
lehrte, hat die Sprachregelung so kommentiert: „Wir haben diese Sarkome vor Mitte der 80er Jahre nicht
gesehen, und wir haben auch damals schon tonnenweise Injektionen gegeben. Wenn es nur daran läge, dass
die Haut verletzt wird, hätten wir dieses Problem vor Mitte der 80er Jahre sehen müssen“ 
(Veterinary Practice News, Februar 2011, Übers. MP). Mitte der 80er Jahre wurden in den USA
Tollwut- und FeLV-Impfungen üblich. Von da an traten Sarkome an Impfstellen derart häufig auf,
dass die US-Kleintiermediziner sich zum Handeln gezwungen sahen und neue Impfrichtlinien
für Katzen aufstellten (...)

In die Schwanzspitze impfen
Dass man Impfsarkome in den USA nicht so sehr auf die leichte Schulter nimmt wie in der deutschen Tiermedizin, zeigt eine Pilotstudie von Cleon Hendricks und Kollegen (2013). Zunächst wurden Kleintieronkologen – also diejenigen, die Sarkom-Katzen behandeln - befragt, welche Körperstellen aus ihrer Sicht für Impfungen am besten geeignet sind. Antwort: Hinterbeine (unterhalb des Kniegelenks) oder Schwanz. Einer der befragten Veterinäre habe „begeistert“ erklärt: „Schwanz! Schwanz! Schwanz! Ich impfe meine Katzen seit Jahren in den Schwanz“ (...)

Besonders aufschlussreich ist diese Pilotstudie, weil die Krebsspezialisten nicht gefragt wurden, welche Körperstelle aus ihrer Sicht für Injektionen aller Art besonders geeignet und wünschenswert ist. Sie wurden ausdrücklich nach ihren Präferenzen für die Impfstelle gefragt. Auch dies bestätigt: Den Fachleuten ist klar, es sind nicht irgendwelche Injektionen, es sind die Impfungen, die diese tödlichen Tumoren verursachen.
© Norbert Höpfinger Verlag 





Bei Amazon ist der Titel gelistet und vorbestellbar, bis er lieferbar ist, scheint es aber noch etwas zu dauern.  
Der Umschlag ist laminiert und fühlt sich deshalb solider an als beim Vorgängertitel "Hunde impfen - Der kritische Ratgeber".



©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/





Samstag, 23. April 2016

Überimpfung "aus Versehen"




Eine Hundehalterin will mit ihren zwei Hunden - der eine sechs, der andere sieben Jahre alt - in ein tollwutfreies EU-Land reisen. 

Dafür brauchen die beiden eine gültige Tollwutimpfung, also ab in die Tierarztpraxis.   

Die Tierärztin impft die Hunde im März mit Rabisin und beraumt für April eine weitere Impfung an. Begründung: Für die Grundimmunisierung müssten die Hunde zweimal im Monatsabstand und noch einmal ein Jahr später gepikst werden, erst danach sei der Dreijahreseintrag möglich. 

Die Tierhalterin wundert sich und fragt die andere Tierärztin und auch eine Tierarzthelferin, ob diese vielen Impfungen wirklich nötig seien. Antwort: Ja, das müsse sein, das stehe so im Beipackzettel.


***

Daran stimmt aber auch gar nichts

Impfvorschrift für Rabisin laut Beipackzettel: eine Impfung im Welpenalter (mindestens 12 Wochen), Wiederholungsimpfung ein Jahr später. Ab dann Dreijahreseintrag. 

Von zwei Impfungen kurz hintereinander steht nichts im Beipackzettel. 

Zwei Tollwutimpfungen im Welpenalter empfiehlt die "Leitlinie" der Stiko Vet "aus immunologischen Gründen". Eine fragwürdige Empfehlung, denn bei keinem in Deutschland zugelassenen Tollwutimpfstoff werden ZWEI Impfrunden im Welpenalter verlangt, und Tollwut ist schon seit langem extrem selten, bei uns und in fast allen Nachbarländern. 

Eine zweimalige T-Impfung kurz hintereinander ist allenfalls dann begründbar, wenn man einen Titernachweis braucht und es sich um große Rassen handelt - die haben ein Risiko, nach nur einer Impfung nicht den geforderten Mindesttiter zu erreichen. 

Aber darum geht es bei diesen beiden Hunden nicht, für das Reiseland gilt keine Titernachweispflicht. Die wurde sowieso schon vor Jahren in der ganzen EU abgeschafft.  


Noch wichtiger ist aber: Diese Hunde sind

1. längst keine Welpen mehr und

2. auch nicht ungeimpft

Das kann man ihren Impfpässen entnehmen: Tollwutimpfungen 2011 und 2013, bzw. 2012 und 2014. 

"Grundimmunisierung" mit drei Impfungen beim schon zweimal vorgeimpften Tier? 


***

Die Hundehalterin informiert sich. (Das böse, böse Internet mal wieder.)

Dann ruft sie in der Praxis an und bespricht das Problem mit einer Azubi-Tierarzthelferin. 

Die Nachwuchskraft findet auch, dass diese neue "Grundimmunisierung" Unfug ist. 

Am nächsten Tag bekommen die Hunde für die Rabisin-Impfung vom März drei Jahre Gültigkeit eingetragen. 

Ach ja, und die Tierärztinnen lassen ausrichten, es habe sich um "ein Versehen" gehandelt. 


***

Das soll man glauben? 


***


Die  Tierhalterin glaubt es nicht:

"Ich fühle mich vera****t. Die haben entweder keine Ahnung, oder sie wollen die Leute abzocken, auf Kosten der Hunde. Mich sehen die nie wieder."


***

Jede Impfung zählt, sagt das Robert-Koch-Institut*. 


***

Daran halten sich manche Tierärzte sehr streng. Auch bei ihnen zählt jede Impfung. Aber nicht fürs Immunsystem, sondern für ihre Kasse.  


*Unzulässig lange Abstände zwischen Impfungen gebe es nicht, sehr wohl aber unzulässig kurze, so das RKI. Kein Mensch wird "neu grundimmunisiert", wenn er gegen den Erreger bereits (teil-) geimpft ist. 



©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/



Mittwoch, 20. April 2016

Juchu, heute ist "Welttag der Tierimpfung"



Da freuen wir uns aber:

Die World Veterinary Association

 - nicht zu verwechseln mit der WSAVA, dem Weltverband der Kleintierärzte -

und "Health for Animals", der Weltverband der Tierarzneimittelhersteller

haben sich einen internationalen Impfmarketing-Tag ausgedacht. 

Ab sofort soll jedes Jahr am 20. April* der "Welttag der Tierimpfung" begangen werden. 


***

Das dient natürlich in erster Linie dem Zweck, noch mehr Marketing für Haustierimpfungen zu lancieren.

WVA, "Health for Animals" und einzelne Hersteller schicken PR-Texte an die Medien, und die veröffentlichen das Zeug eilfertig und unkritisch.

 
***

Um Aufmerksamkeit für "Nutztier"-Impfungen geht es kaum, nicht in der reichen und nicht in der armen Welt. 

Die Massentierhalter bei uns impfen sowieso alles, was geht, da braucht man den "Impfgedanken" nicht zu propagieren. 

Und in den armen Ländern können sich viele Bauern oder Nomaden nützliche Impfungen (die es durchaus gibt) für ihre Tiere gar nicht leisten. 


***

Der erste Welttierimpftag ist den Katzen** gewidmet. Dazu heißt es in der Pressemitteilung: 

"Dank der Impfung von Katzen sind heute nur noch ein bis zwei Prozent der Hauskatzen Träger des felinen Leukämievirus. Ein großer Erfolg (...)"

Eine gewagte Behauptung. 

Experten für FeLV ("Leukose") sehen das anders. In jeder halbwegs fundierten Veröffentlichung dazu kann man lesen, dass die Impfung einen Beitrag geleistet haben mag, dass aber Test-and-remove-Programme, etwa in Tierheimen, mindestens genauso wichtig waren und sind: Virusträger werden durch Tests identifiziert und von virusfreien Artgenossen ferngehalten. 

Abgesehen davon, dass die Impfung gar nicht so wirksam ist, wie einem weisgemacht wird. Bei dauerhaftem engem Kontakt mit Virusausscheidern sind selbst bis zum Kragen geimpfte Katzen nicht vor Ansteckung gefeit. 

Und nicht zu vergessen: Einen großen Beitrag leistet auch die Kastration

Intakte Kater sind die Hauptüberträger von FeLV. Wo viele unkastrierte Streunerchen unterwegs sind, sind die Infektionsraten hoch. 


***

Wenn wir wollen, dass es weniger FeLV gibt: 


Kastrationspflicht für Freigänger unterstützen.



Städte und Gemeinden nerven, damit sie endlich was unternehmen.  


 

(*) In Deutschland und Österreich ein historisch belastetes Datum, mit Nazi-Feiern usw. 

(**) Kein Zufall. Der Katzenimpfmarkt ist noch längst nicht so schön erschlossen wie der Hundeimpfmarkt. 

©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/

Freitag, 15. April 2016

WSAVA-Impfempfehlungen für Katzen und Hunde in Spanisch und Portugiesisch




Bitte weiterverbreiten: 

Die WSAVA bietet ihre Impfempfehlungen für Katzen und Hunde jetzt auch in spanischer und portugiesischer Übersetzung.

Zwar gibt es viel daran zu tadeln, aber besser als die in Spanien, Portugal und anderswo übliche jährliche Komplettimpferei sind sie doch. 









Montag, 11. April 2016

Anfragen



Wer Anfragen 

über das Kontaktformular (immer unten auf der Startseite) 

oder 

über die Kommentarfunktion

schickt, 

muss für die Antwort

eine gültige E-Mail-Adresse 

angeben. 

Sonst können wir die Fragen nicht beantworten. 

Öffentlich, dh hier in diesem Blog, werden Anfragen nur ausnahmsweise beantwortet



Montag, 4. April 2016

Chronisches Nierenversagen durch Überimpferei?




Eine Studie von britischen Wissenschaftlern über chronisches Nierenversagen bei Katzen (CNI, CKD) hat Missfallen erregt.  

CKD ist eine der häufigsten Todesursachen bei Katzen, und zwar nicht nur bei alten. Manche trifft es schon mit fünf, sechs oder sieben Jahren. 

Die Forscher ermittelten Risikofaktoren für die gefürchtete Erkrankung, und zwar bei privat gehaltenen Katzen im Alter von mindestens neun Jahren (Finch et al. 2016). 

Gefunden wurden zwei Faktoren, die unabhängig voneinander das Risiko für chronisches Nierenversagen erhöhen: 

Häufige Impfungen (jährlich oder alle zwei Jahre)

Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparats (= verrottete Zähne, entzündetes Zahnfleisch, fauliger Maulgeruch, usw. = Folge der nicht artgerechten Ernährung mit Industriefutterdreck)


***

Selbstverständlich wurde die Studie sofort heftig kritisiert. Und zwar ausdrücklich deshalb, weil sie den Kritikern der Überimpferei Munition liefert.

Der Risikofaktor Zahnerkrankungen wird dabei nicht bezweifelt. Das wäre auch schwierig. Denn es ist hinreichend bekannt, nicht zuletzt aus der Humanmedizin, dass Entzündungen der Mundhöhle innere Organe in Mitleidenschaft ziehen können. 

Überimpferei als Risikofaktor? Das darf nicht sein.  


***

Wohlgemerkt: Die Studienautoren behaupten gar nicht, dass Impfungen eine Ursache von CKD sind

Sie wissen, dass ihre Methodik das nicht hergibt (Datenerhebung durch Befragung der Tierhalter, usw.).  

Aber sie haben ein Signal gefunden, eine statistische Auffälligkeit, die so deutlich ist, dass man die Sache weiter untersuchen muss.

Und sie sind nicht die ersten, die diesen Zusammenhang zur Diskussion stellen - Michael Lappin 2005/2006, Shelley Newman 2002 oder die chilenischen Veterinäre mit ihrer Fallstudie über tödliche Nierenentzündung bei einem exzessiv geimpften Welpen


***

Katzen sollten grundsätzlich zurückhaltend geimpft werden, das verringert ihr Risiko für Impfsarkome und andere Impfschäden. 

Auch Nachimpfungen "nur" alle drei Jahre sind noch viel zu viel.  

Und wenn dadurch zugleich die Nieren geschützt werden, um so besser. 



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