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Mittwoch, 20. April 2016

Juchu, heute ist "Welttag der Tierimpfung"



Da freuen wir uns aber:

Die World Veterinary Association

 - nicht zu verwechseln mit der WSAVA, dem Weltverband der Kleintierärzte -

und "Health for Animals", der Weltverband der Tierarzneimittelhersteller

haben sich einen internationalen Impfmarketing-Tag ausgedacht. 

Ab sofort soll jedes Jahr am 20. April* der "Welttag der Tierimpfung" begangen werden. 


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Das dient natürlich in erster Linie dem Zweck, noch mehr Marketing für Haustierimpfungen zu lancieren.

WVA, "Health for Animals" und einzelne Hersteller schicken PR-Texte an die Medien, und die veröffentlichen das Zeug eilfertig und unkritisch.

 
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Um Aufmerksamkeit für "Nutztier"-Impfungen geht es kaum, nicht in der reichen und nicht in der armen Welt. 

Die Massentierhalter bei uns impfen sowieso alles, was geht, da braucht man den "Impfgedanken" nicht zu propagieren. 

Und in den armen Ländern können sich viele Bauern oder Nomaden nützliche Impfungen (die es durchaus gibt) für ihre Tiere gar nicht leisten. 


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Der erste Welttierimpftag ist den Katzen** gewidmet. Dazu heißt es in der Pressemitteilung: 

"Dank der Impfung von Katzen sind heute nur noch ein bis zwei Prozent der Hauskatzen Träger des felinen Leukämievirus. Ein großer Erfolg (...)"

Eine gewagte Behauptung. 

Experten für FeLV ("Leukose") sehen das anders. In jeder halbwegs fundierten Veröffentlichung dazu kann man lesen, dass die Impfung einen Beitrag geleistet haben mag, dass aber Test-and-remove-Programme, etwa in Tierheimen, mindestens genauso wichtig waren und sind: Virusträger werden durch Tests identifiziert und von virusfreien Artgenossen ferngehalten. 

Abgesehen davon, dass die Impfung gar nicht so wirksam ist, wie einem weisgemacht wird. Bei dauerhaftem engem Kontakt mit Virusausscheidern sind selbst bis zum Kragen geimpfte Katzen nicht vor Ansteckung gefeit. 

Und nicht zu vergessen: Einen großen Beitrag leistet auch die Kastration

Intakte Kater sind die Hauptüberträger von FeLV. Wo viele unkastrierte Streunerchen unterwegs sind, sind die Infektionsraten hoch. 


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Wenn wir wollen, dass es weniger FeLV gibt: 


Kastrationspflicht für Freigänger unterstützen.



Städte und Gemeinden nerven, damit sie endlich was unternehmen.  


 

(*) In Deutschland und Österreich ein historisch belastetes Datum, mit Nazi-Feiern usw. 

(**) Kein Zufall. Der Katzenimpfmarkt ist noch längst nicht so schön erschlossen wie der Hundeimpfmarkt. 

©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/

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