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Montag, 4. Juli 2016

Lepto-Vierfachimpfstoff: Eine Zeitungsmeldung und ein Dementi



Die britische Tageszeitung "Telegraph" (online) hat vorigen Samstag die Nation erschreckt: Seit 2014 soll es 2000 Berichte über schwere Nebenwirkungen durch den Lepto-Vierfachimpfstoff Nobivac L4 gegeben haben, darunter mindestens 120 Todesfälle.

Die zuständige Behörde Veterinary Medicines Directorate (VMD) hat diese Angaben nicht bestätigt. 

Laut "Telegraph" machen sich britische Hundehalter jetzt Sorgen, dass das wahre Ausmaß des Problems vor der Öffentlichkeit verschleiert werden soll. 

Das Blatt schreibt außerdem, die europäische Zulassungsbehörde Ema habe 2014 zusätzliche Warnhinweise zu diesem Produkt verlangt, damit dessen Risiken verdeutlicht würden. Es gebe Signale hauptsächlich wegen akuter allergischer Reaktionen und wegen verschiedener immunvermittelter Störungen wie Anämie, Thrombozytopenie und Arthritis. 

Im deutschen Beipackzettel (und, soweit ersichtlich, im britischen) ist davon allerdings nichts zu finden. Dort sind unter Nebenwirkungen nur erhöhte Temperatur, Lethargie, Appetitlosigkeit, Schwellungen an der Impfstelle und akute allergische Reaktionen aufgeführt. 

Im "Telegraph" heißt es weiter, der Welttierärzteverband WSAVA habe die Hundehalter aufgefordert, Nobivac L4 nicht bei Welpen unter 12 Wochen verabreichen zu lassen. 

Es hätte uns schwer gewundert, wenn die WSAVA tatsächlich eine Warnung vor einem bestimmten Impfprodukt ausgesprochen hätte. Oder auch nur die Empfehlung, ein bestimmtes Impfprodukt anders anzuwenden als vom Hersteller angegeben. 

Die WSAVA hat diese Behauptung des "Telegraph" inzwischen dementiert: Sie entspreche absolut nicht der Wahrheit. 


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Man kann nur rätseln, warum das Blatt diese Geschichte veröffentlicht hat. 

Für seine Angaben - 2000 Nebenwirkungsmeldungen, mindestens 120 Todesfälle - werden keine Quellen genannt: "Die Überwachungsbehörde hat sich (...) geweigert, die Gesamtzahl der betroffenen Tiere seit Markteinführung des Produkts offenzulegen" (Übers. MP). 

Ja, woher hat der "Telegraph" dann diese Zahlen?

Wahrscheinlich von der Konkurrenz

Hinter den Kulissen geht es unter Impfstoffherstellern manchmal hoch her, auch und gerade am lukrativen britischen Markt mit seinen hohen Preisen.  


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Lepto-Impfstoffe sind unbekömmlicher als andere, weil es sich um Ganzkeimimpfstoffe handelt ("dirty vaccines"). 

Im Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts über gemeldete Impfnebenwirkungen 2013 und 2014 sind Lepto-Impfstoffe "sehr prominent vertreten mit 135 Meldungen". 

Was sagen Experten für Leptospirose beim Menschen über die Lepto-Impfstoffe für Tiere?

Das hier:

"Im Handel erhältliche Leptospirose-Impfstoffe sind bei Nutztieren breit angewendet worden und in einigen wenigen Ländern für Menschen zugelassen (...) Diese Impfstoffe bestehen aus abgetöteten ganzen Zellen (Bakterine) und leiden unter mehreren Einschränkungen, so etwa verminderte Schutzwirkung, die die Besiedelung der Nieren nicht verhindert und auch nicht die Ausscheidung des Erregers bei geimpften Tieren. Die Impfstoffe erzeugen zudem keine Langzeit-Immunität und wirken nur gegen die Serovaren, die in den Produkten enthalten sind. Dazu kommt, dass die derzeit verfügbaren Impfstoffe eine Reihe von Verunreinigungen enthalten, die aus dem Herstellungsprozess herrühren und mit ziemlich schweren Nebenwirkungen verbunden sind" (Übers. und Hervorh. MP).

Mit Verunreinigungen (contaminants) sind die hochreaktiven Bakterienbestandteile gemeint, die in diesen Ganzkeim-Impfstoffen immer enthalten sind. 





©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/





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