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Dienstag, 20. September 2016

Impfnebenwirkungen bei Katze und Hund 2015



Im Jahr 2015 hat das Paul-Ehrlich-Institut wie schon 2013 und 2014 einen auffälligen Anstieg von Nebenwirkungsmeldungen nach Lepto-Impfung verzeichnet. 

Außerdem werden neue Warnhinweise zum Impfstoff gegen herpesbedingtes Welpensterben erwähnt. 

Mehr dazu siehe hier und hier




Und jetzt zum PEI-Bericht für das vergangene Jahr. 

Erneut auffällig: der hohe Anteil von Todesfällen bei Katzen


Meldungen zu Impfnebenwirkungen bei Hunden 2015


- Zahl sprunghaft erhöht: von 218 im Jahr 2014 auf 301 im Jahr 2015

- neue Lepto-Impfstoffe mit mehr als zwei Serovaren stark auffällig

- häufige Symptome: Ödem (Kopf, Augen), Juckreiz, Erbrechen, Durchfall

- gestörter Bewegungsablauf, partielle Lähmungserscheinungen, Müdigkeit 

- akutes Schockgeschehen (mit Herz-Kreislauf-Symptomen oder mit Atemwegssymptomen) bei etwa jeder zehnten Meldung

- lokale Schmerzen, lokale Schwellungen, Haarverlust an der Impfstelle

- Meldungen über unzureichende Wirksamkeit (meist Staupe oder Parvo)



Meldungen zu Impfnebenwirkungen bei Katzen 2015

- 78 Meldungen (2014: 47)

- 13 Meldungen zu Tollwut-Einzelimpfstoffen

- Impfreaktionen "gehen oft mit einer kurzzeitigen Wesensveränderung einher"

- 26 Fälle von ausgeprägter Lethargie

- 32 Fälle von zentralnervöser Störung

- 37 Meldungen über Nahrungsverweigerung, Erbrechen oder andere Störungen des Verdauungstrakts

- 49 Meldungen über allergische Reaktionen: Pruritus (Juckreiz), Kopfschwellung, Salivation (starkes Speicheln), Ödembildung, Atemwegsstörungen

- Augenveränderungen, Sehstörungen

- schwere Fälle mit Kreislaufkollaps

- insgesamt 22 Todesfälle

- Reaktionen an der Impfstelle, darunter drei Fibrosarkome (Impfsarkome)

- fünf Meldungen zu Seuche-Schnupfen-Immunglobulinen

- Verdacht auf unzureichende Wirksamkeit

- Beanstandung wegen "verkürzter Dauer der Immunität" nach Impfung gegen Hautpilze 

("Immunität" durch Pilzimpfstoffe? Immunität ist offenbar ein sehr dehnbarer Begriff.)



PS: Anders als bei den Meldungen zu Hunde-Impf-UAW werden bei den Katzen Zahlen angeführt. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Pro Meldung kann mehr als ein Symptom/eine Störung genannt werden.



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Eurican-Herpes-Impfstoff soll Warnhinweis bekommen



Eurican Herpes 205 ist ein Impfstoff, der Zuchthündinnen vor und während der Trächtigkeit verabreicht werden soll, um Welpenverluste durch eine Infektion mit dem caninen Herpesvirus zu verhindern. 

Das Produkt ist ein Totimpfstoff und enthält als Adjuvans (Wirkverstärker) Paraffin - ein Mineralöl, das in Humanimpfstoffen selbstverständlich nicht erlaubt ist. 

Ob er die Welpen tatsächlich schützt, weiß man nicht, weil es dazu keine hersteller-unabhängigen Untersuchungen gibt. 

Laut einem Beschluss der European Medicines Agency (Ema) vom März 2015 soll die Produktliteratur um diesen Passus erweitert werden:

"Bei den Hündinnen können als Folge einer Infektion mit dem caninen Herpesvirus Aborte und Frühgeburten auftreten, der Schutz der Hündin gegen eine Infektion ist für diesen Impfstoff nicht untersucht worden" (Übers. MP). 

Anlass für diese Maßnahme seien Berichte über Aborte, Totgeburten, Frühgeburten und Vulvovaginitis bei geimpften Hündinnen gewesen. 



***


Züchter/innen, die den Impfstoff geben lassen, glauben vermutlich, dass er ihre Hündinnen vor der Herpesinfektion schützt

Dass er das nicht tut, war schon immer klar (und der Hersteller hat es auch nicht behauptet). Versprochen wurde nur, dass die Welpen durch mütterliche Herpesantikörper im Kolostrum geschützt würden. 

Das Paul-Ehrlich-Institut schildert die Sachlage in seinem Bericht über Impf-UAW bei Tieren (2015) deutlicher als die Ema:

"Nachdem sich Verdachtsmeldungen (...) zu Totgeburten oder lebensschwachen Welpen häuften, wurden bei diesem zentralisiert ((dh von der Ema)) zugelassenen Impfstoff besondere Warnhinweise in die Gebrauchsinformationen aufgenommen" (Hervorh. MP). 

Soweit ersichtlich, ist das in Deutschland bisher nicht geschehen, und auch in den Ema-Dokumenten haben wir keinen Warnhinweis gefunden. 


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Hierzu schreibt uns eine Leserin:

"Ich hatte Anfang 2016 mit meiner Zuchthündin einen Wurf geplant. Nach mehreren erfolglosen Versuchen mit meiner älteren Hündin (die habe ich nie gegen Herpes impfen lassen) wollte ich diesmal bei meiner jüngeren Hündin alles richtig machen und habe mich doch breitschlagen lassen zu einer Herpesimpfung.


Ich bin Anfang Januar zum Decken gefahren, ca. 19 Tage nach Belegung habe ich schon gemerkt, dass meine Hündin zwei Tage lang furchtbar gestunken hat. Vermutete, dass sie zu diesem frühen Zeitpunkt resorbiert hat.


Ende Februar bemerkte ich, dass meine Hündin sich merkwürdig verhält, beim Spazierengehen hat sie plötzlich fremde Menschen angebellt, und im Dunkeln war es ganz schlimm. Es hat nicht lange gedauert, dann sah sie so aus wie auf dem Foto: 





Die Tierärztin versuchte es erst  mit einem  Mittel für Bindehautentzündung, schickte mich aber bald in eine Tierklinik. Dort wurde ich aufgrund meines komisch aussehenden Hundes nur ausgelacht, und der TA sagte, ja ja, das ist eine Autoimmunkrankheit, das haben viele Berner Sennenhunde. Ich bekam Prednisolon, und es sollte nach drei Tagen besser werden. Nachdem sie nach 8 Tagen immer noch so aussah, habe ich mich an eine ganzheitliche Tierärztin gewandt. Diese war entsetzt und leitete sofort das Cortison aus, nahm Blut ab, um zu schauen, ob es von der Schilddrüse kam. Nach der Ausleitung wurde es schon nach nur zwei Stunden besser. Sie belas sich und behandelte den Hund unter anderem mit entsprechendem Mittel gegen Impfschaden. Das Blutbild ergab keine auffälligen Schilddrüsenwerte, aber extrem schlechte Leberwerte (vom Cortison).

Nach ca. zwei Wochen sah meine Hündin wieder ganz normal aus. Die Tierärztin hat mir deutlich gesagt, dass es sich hier um einen Impfschaden handelt und dass mein Hund durch die Fehlbehandlung nur knapp einem akutem Leberversagen entgangen ist. Das Problem mit den Augen flackert nun immer wieder mal auf, allerdings nicht so wie auf dem Foto, sondern nur minimal."


Unser Kommentar: Wie so oft bei Erkrankungen nach Impfungen bleibt auch in diesem Fall die Frage offen, was die genaue Ursache war. Zum Glück geht es der Hündin nach der Behandlung bei der ganzheitlichen Tierärztin wieder besser. Wir würden diesen Impfstoff grundsätzlich nicht geben lassen, schon weil er als Adjuvans (Wirkverstärker) Paraffin enthält, also Zeug, das in Humanimpfstoffen nicht zugelassen ist. 

Donnerstag, 15. September 2016

Neue Lepto-Impfstoffe: Auch in Deutschland auffällig



Sogar in Deutschland fallen sie negativ auf, die neuen Lepto-Dreifach- oder Lepto-Vierfachimpfstoffe.

Das Paul-Ehrlich-Institut spricht von einem "markanten Anstieg" der Meldungen über Impfnebenwirkungen beim Hund im Jahr 2015. 

Nach 218 Meldungen im Jahr 2014 schnellten die Meldungen auf 301 empor. 

Das liegt in der Tat über den normalen Schwankungen von Jahr zu Jahr. 

"Bei der Analyse (...) fällt ein steigender Anteil von Impfstoffen auf, die Leptospiren-Antigene allein oder in Kombination mit anderen Antigenen enthalten. Obwohl sich die Beobachtung bereits in den beiden Vorjahren abzeichnete, setzt sich der Trend 2015 unverkennbar fort (...) Insbesondere fällt der zeitliche Zusammenhang mit der Einführung von Leptospiroseimpfstoffen auf, die mehr als die bisher üblichen zwei Serovaren enthalten."

***

Nicht weiter überraschend. Lepto-Impfstoffe sind nun mal schlecht verträglich, und je mehr Lepto-Antigene man ins Tier reinhaut, desto höher das Risiko. 


***

Die "Ständige Impfkommission" (Stiko) Vet hat dazu eine Stellungnahme verbreitet, die zeigt, dass dort noch derselbe Geist wie früher herrscht. 

Früher war die Stiko Vet bei einem Interessenverband von Tierärzten angesiedelt, inzwischen ist sie dem staatlichen Friedrich-Löffler-Institut angegliedert. 

Tenor der Stellungnahme: Ja nicht aufhören mit der Lepto-Impferei! 

Man weiß nicht, wie viele Lepto-Infektionen und Lepto-Erkrankungen es gibt. Man weiß nicht, ob die neuen Produkte das halten, was die Hersteller-Studien behaupten.* Und man weiß nicht, wie viele Hunde trotz Lepto-Impfung erkranken. Aber dass man unbedingt gegen Lepto impfen muss, das weiß man. Auch wenn man einräumt, dass Hunde nach Gabe eines der neuen Vierfachimpfstoffe an Thrombozytopenie, hämolytischer Anämie und Polyarthritis erkrankt sind. 

"Da Leptospirose-Impfstoffe überwiegend in Kombinationen zur Anwendung kommen, ist die kausale Zuordnung der aufgetretenen Reaktionen zu einer Impfstoffkomponente schwierig."

Aha, gegen Lepto wird "überwiegend in Kombinationen" geimpft. 

Was bedeutet, dass nicht mal der faule Kompromiss der Stiko Vet mit Dreijahresabständen für manche Impfstoffe** befolgt wird.




* Das gilt auch für die alten Zweifach-Produkte. Deren Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden ebenfalls nie in hersteller-unabhängigen Studien untersucht. 

** Staupe-Hepatitis-Parvo (SHP) sowie Tollwut



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OT: TTIP und Ceta stoppen





Das unverhoffte Freibadwetter ist am Samstag, dem 17. September, sowieso vorbei. 

Also auf zu den Demos gegen TTIP und Ceta in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. 

Details siehe hier




Warum diese Geheimverträge zum Himmel stinken, wird sehr schön in einem Leserbrief in der "Frankfurter Rundschau" erklärt.

Aus dem Leserbrief: 

"Als Elektriker (...) braucht man mich nicht davon zu überzeugen, dass sich unsere Elektrogeräte im Ausland noch besser verkaufen lassen, wenn dort die gleiche Spannung anliegt und die Anschlüsse passen. Um das zu regeln, braucht man aber keine Geheimverhandlungen! Dass der deutsche Normstecker in jede französische Steckdose passt, geht nicht auf ein Geheimabkommen zwischen Kohl und Mitterrand zurück (...)

((Es geht also)) bei den Abkommen ((TTIP und Ceta)) um etwas anderes, etwas, das man lieber vor der Bevölkerung geheimhält."

Donnerstag, 1. September 2016

Tierimpfstoffe in Deutschland sicherer als in Großbritannien - oder vielleicht doch nicht?





In Deutschland gibt es rund 13 Millionen Katzen und 8 Millionen Hunde.

In Großbritannien rund 7,4 Millionen Katzen und 8,5 Millionen Hunde.*



***


Im Jahr 2014 wurden in Großbritannien 



771 Impfnebenwirkungen bei Katzen** gemeldet 

und 


1222 Impfnebenwirkungen bei Hunden




In Deutschland waren es 2014



ganze 47 Meldungen über Impf-UAW bei Katzen 

und 


ganze 218 Meldungen über Impf-UAW bei Hunden



***


Haben die Briten andere, schlechtere Impfstoffe?

Natürlich nicht. 

Die Hersteller und die Impfstoffe sind europaweit im großen und ganzen dieselben. 

Die Impfgepflogenheiten der Tierärzte dürften sich auch wenig bis gar nicht unterscheiden.*** 

Was anders ist, ist die Bereitschaft, Impfnebenwirkungen zu melden






* Die Zahlen für Großbritannien und Deutschland sind von 2015, was aber in diesem Zusammenhang egal ist. Sie dürften sich von 2014 auf 2015 nicht wesentlich verändert haben, und hier geht es darum, die Größe der jeweiligen Populationen zu vergleichen. 

** Darunter über 30 Impfsarkome. Genaue Zahlen nennt das Veterinary Medicines Directorate nicht, die einzelnen Nebenwirkungen werden nur als Diagramm mit relativ grober Skalierung abgebildet. In Deutschland wurde im Berichtszeitraum 2013 und 2014 gerade mal ein (1) Fibrosarkom gemeldet. 

*** Ein bedeutender Unterschied ist die Tollwutimpfung. Die ist in Großbritannien nur üblich, wenn das Tier ins Ausland mitgenommen wird. Obwohl auch dort Fledermaustollwut vorkommt. 


PS: Die genauen Impfquoten (Anteil der geimpften Tiere an der Gesamtpopulation) sind natürlich weder in Großbritannien noch bei uns öffentlich bekannt. Die Hersteller kennen sie sicherlich, dafür hat man ja seine Marktforschung. - Man kann getrost sehr ähnliche Impfquoten annehmen, da sich Großbritannien und Deutschland wirtschaftlich wenig unterscheiden (Einkommensniveau, Anteil der zahlungskräftigen Tierhalter usw.). 



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