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Mittwoch, 29. März 2017

Ein altes Problem: Staupe bei Wildtieren




Staupe bei Wildtieren (Füchse, Marder u. a. m.) ist nichts Neues, sie flackert lokal immer wieder auf.




Leider empfänglich für Staupe: Steinmarder                                                    Foto: Wikimedia




Das greifen die regionalen Medien gern auf, und Tierärzte sind sofort zur Stelle, um die Hundehalter/innen streng zur Nachimpfung aufzufordern. 

Bisher können Wildtiere nicht mit Köderimpfungen gegen Staupe immunisiert werden, aber vielleicht findet die Wissenschaft einmal einen Weg, sie vor dieser Infektion zu bewahren. Der Staat würde das allerdings höchstens dann finanzieren, wenn es um gefährdete seltene Karnivoren-Arten ginge. Denn anders als Tollwut stellt Staupe keine Gefahr für Menschen dar, wir erkranken nicht daran.  

Staupeviren sind hochansteckend, sie halten sich aber außerhalb ihres Wirts i. d. R. nur wenige Stunden. Bei Sonne und Trockenheit gehen sie besonders schnell zugrunde, bei kühlen Temperaturen oder Frost können sie länger überdauern. 




©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/



Sonntag, 26. März 2017

Bitte unterschreiben - Petition zu Tierversuchen








Das deutsche Tierschutzrecht verstößt laut der Organisation "Ärzte gegen Tierversuche" gegen die EU-Tierversuchsrichtlinie. 

Bitte diese Petition an den Bundestag unterzeichnen. 

Dafür muss man sich auf epetitionen.bundestag.de registrieren, das ist aber schnell erledigt. 

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2017/_01/_09/Petition_69364.html



Die Bundesregierung wird ersucht, die Regelungen zu Tierversuchen in Deutschland zu überarbeiten, um die per Rechtsgutachten dokumentierten tierschutzrelevanten Verstöße gegen die EU-Tierversuchsrichtlinie zu beseitigen.

Begründung
Ein Gutachten belegt 18 Verstöße des deutschen Tierschutzrechts gegen die Tierversuchsrichtlinie 2010/63/EU. U.a.

1. Schwerst belastende Tierversuche
Erwägung 23 Richtlinie: „Aus ethischer Sicht sollte es eine Obergrenze für Schmerzen, Leiden und Ängste geben, die in wissenschaftlichen Verfahren nicht überschritten werden darf. Hierzu sollte die Durchführung von Verfahren, die voraussichtlich länger andauernde und nicht zu lindernde starke Schmerzen, schwere Leiden oder Ängste auslösen, untersagt werden.“ Bsp. können sein: Elektroschocks, denen das Tier nicht entgehen kann; Versuche, bei denen Schwimmen erzwungen wird 

(...)







Donnerstag, 9. März 2017

Lepto-Impfstoffe: Alles paletti, oder doch nicht?




In den Hunde-Richtlinien des US-Tierarztverbands AAHA gehört die Lepto-Impfung nicht zu den "core vaccines", sie wird also nicht für alle Hunde empfohlen.

In der deutschen "Leitlinie" zählt sie selbstverständlich zum Hauptprogramm, dh Lepto für alle.

Das gefällt etlichen US-Tierärzten und Impfstoffherstellern nicht, deshalb wird dort immer wieder Lepto-für-alle-Propaganda gemacht. 

Ein beliebtes Argument ist, dass die Impfstoffe früher - in ganz, ganz seltenen Fällen - unerwünschte Wirkungen verursacht hätten, dass sie heute aber sicherer seien.

Wie kann das sein?

Früher wurde den Tierhaltern doch genau dasselbe erzählt: Lepto-Impfstoffe sind sicher, Nebenwirkungen kommen praktisch nicht vor. 

Und plausibel ist es auch nicht. Denn die neueren Produkte enthalten mehr Antigene als die früher üblichen Zweifach-Impfstoffe. 

***

Ähnlich verquer wird in Deutschland argumentiert, seit die neuen Lepto-Mehrfachimpfstoffe auf den Markt gekommen sind und die Zahl der Nebenwirkungsmeldungen sprunghaft gestiegen ist

Trotzdem sollen die Tierhalter/innen ihre Hunde brav weiter gegen Lepto impfen lassen, und zwar natürlich mit den neuen Vierfachimpfstoffen. 

So zum Beispiel die Antwort eines bekannten Hochschulveterinärs (Mitglied der Stiko Vet) auf die Anfrage einer besorgten Züchterin.

Denn es sei ja nicht klar, schrieb er, ob es wirklich mehr Nebenwirkungen gebe oder ob bloß die Zahl der Meldungen gestiegen sei. 



***

Die European Medicines Agency (Europäische Arzneimittelagentur, Ema) sieht das etwas anders

In ihrem Bericht über Nebenwirkungsmeldungen im Jahr 2016 listet sie diese Impfstoffe auf (nur Lepto oder Lepto in kleinen und großen Kombinationen):

Canigen L4
Nobivac L4
Versican Plus DHPPi/L4
Versican Plus DHPPi/L4R
Versican Plus L4
Versican Plus Pi/L4
Versican Plus Pi/L4R

Und zu dieser Liste heißt es im Ema-Pharmakovigilanz-Report: 

"Im Zusammenhang mit verschiedenen Lepto-Mehrfachimpfstoffen wurde eine hohe Zahl von Meldungen über schmerzhafte lokale Reaktionen und systemische Reaktionen erstattet. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die Ursache zu finden, zum Beispiel zur Rolle der zusätzlichen Antigen-Belastung.
(Übers. und Hervorh. MP)

Systemische Reaktionen = von der lokalen allergischen Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock. Zu ergänzen wäre hier noch, dass mindestens einer der Lepto-Vierfachimpfstoffe schwere Autoimmunerkrankungen ausgelöst hat. 


Hinweis: Die Liste enthält nur diejenigen Lepto-Mehrimpfstoffe, die bei der Ema zentral für alle Mitgliedsländer zugelassen wurden. Mehrfachprodukte, die nicht von der Ema, sondern dezentral in einem oder in mehreren europäischen Ländern zugelassen wurden, dürften genauso nebenwirkungsträchtig sein. 




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Ema-Nebenwirkungsreport: Hunde an führender Stelle




Die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, Ema) hat kürzlich ihren Veterinär-Pharmakovigilanzreport für das Jahr 2016 vorgelegt. 

Bericht über die voriges Jahr eingegangenen Nebenwirkungsmeldungen zu Tierarzneimitteln, die bei der Ema zentral für alle Mitgliedsländer zugelassen sind. 



2016 wurden 18 413 Meldungen registriert. 

65 Prozent aller Berichte (11 657) entfielen auf Hunde. 

17 Prozent aller Berichte (3072) entfielen auf Katzen. 

3 Prozent aller Berichte (582) entfielen auf Kaninchen. 

14,3 Prozent aller Berichte (3130) entfielen auf "Nutz"-Tiere. 

Weil Meldungen mehr als ein Tier betreffen können, übersteigt die Zahl der betroffenen Tiere die Zahl der Meldungen. Bei Hunden sind es 12 312, bei Katzen 3499, bei Kaninchen 6025. Bei den "Nutz"-Tieren kann die Zahl der betroffenen Individuen bis zu sechsstellig sein. 


Im Zeitraum 2005 bis einschließlich 2016 führten diese Produktklassen die Liste der Meldungen an: 


Antiparasitika: 65 193 Meldungen = 37 Prozent

Immunologika (Impfstoffe u. ä.): 42 870 Meldungen = 24 Prozent 


***

Dass Hunde und Katzen dermaßen prominent vertreten sind, ist nicht weiter erstaunlich. Anders als beim "Nutz"-Tier wird auf ihr Befinden geachtet

Das Befinden von "Nutz"-Tieren spielt nur dann eine Rolle, wenn die Ausfallquote höher als normal wird.  

Gesellschaftstiere (Hunde und Katzen) sind aber auch deshalb so häufig vertreten, weil sie den mit Abstand lukrativsten Markt für Antiparasitika, Impfstoffe etc. pp. darstellen. Die Preise, die man den Hunde- und Katzenhaltern/innen abknöpft, sind woanders nicht zu erzielen. Deshalb diese Flut von immer mehr und immer "besseren" neuen Produkten.  


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