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Donnerstag, 27. April 2017

Essen: Seminar zu Hundeimpfungen mit Mo Peichl


Letzte Chance für Anmeldungen:  


Die Hundeschule Findeklee veranstaltet am Samstag, dem 13. Mai, in Essen ein Seminar mit Mo Peichl zum Thema Hundeimpfungen. 







Weitere Infos siehe Facebook-Seite der Hundeschule Findeklee: 


https://www.facebook.com/events/801032633382719/




Und darum geht's:

-Staupe, Parvo, Tollwut und Co: Welche Impfungen brauchen Hunde, und auf welche kann man verzichten?

-Wenn die Impfpostkarte kommt: Jährlich impfen, dreijährlich impfen - wie oft muss der Hund gepikst werden?

-"Meinem Hund geht´s nach Impfungen immer so schlecht": Können Impfungen schaden?

-Welche Impfungen brauchen Welpen?

Teilnehmer/innen können die Impfpässe ihrer Hunde mitbringen und sich auf Wunsch erklären lassen, was die Tiere bisher bekommen haben. 



PS: Fragen zu Katzenimpfungen können, wenn die Zeit reicht, auch gestellt werden.




Sonntag, 23. April 2017

Tollwut-Impftiter oder: Alternative Fakten



Im US-Bundesstaat Connecticut setzen sich ein paar Abgeordnete dafür ein, dass Veterinäre Titertests statt dreijährlicher Tollwutnachimpfung machen können.  

Außerdem soll ihnen erlaubt werden, eine verminderte Impfdosis zu verabreichen, mit obligatorischer Titerkontrolle 14 Tage danach.*

Die Geschichte hat einen langen Vorlauf, in dem es um den Tierarzt Dr. John Robb geht. 

Er war Inhaber einer Praxis im Banfield/Mars-Konzern. Laut Robb wollte Banfield die Praxis ganz übernehmen, bot ihm dafür einen viel zu niedrigen Preis und schwärzte ihn bei der Tierärztekammer an, als er ablehnte. Robb hatte Hunden illegalerweise halbe Impfdosen verabreicht, weil er der Meinung ist, dass die volle Dosis zu viel ist für kleine Rassen. Er wurde vor die Tierärztekammer zitiert und gemaßregelt. 

Am Ende hat der Fall Robb immerhin bewirkt, dass das Thema Tollwut-Impfpflicht und Impfnebenwirkungen in Connecticut auf der politischen Agenda steht.  

Ein Gesetzentwurf zu Titerkontrolle statt Nachimpfung und Dosisverminderung plus Titerkontrolle wurde im Januar dieses Jahres vorgelegt. Im Februar fand ein öffentliches Hearing dazu statt. 

Und dieses Hearing ist ein Paradebeispiel dafür, wie in der Veterinärmedizin die Aussagekraft von Impftitern mal so und mal ganz anders gedreht wird - je nachdem, welcher Zweck verfolgt wird.  


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Gegen den Gesetzesvorschlag gaben u. a. die Tierärztekammer von Connecticut (Veterinary Medical Board), der US-Tierarztverband AVMA und Professor Richard Ford Statements ab. 

Als Befürworter reichten etliche betroffene Tierhalterinnen Stellungnahmen ein. 

Robb selbst und sein Anwalt plädierten für den Gesetzentwurf und wurden dabei von Professor Ron Schultz unterstützt, DEM Experten für Haustierimpfungen. 


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Kernargument der Gegner war,

dass Tollwut-Impftiter nicht mit Immunität korreliert seien

So zum Beispiel Professor Richard Ford in seinem Statement:

"A rabies antibody titer has NOT been correlated with 'protective immunity' in dogs and cats."


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Wie bitte?



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Professor Michel Aubert, früher Tollwutexperte bei der Welttiergesundheitsorganisation OIE, würde sich darüber bestimmt sehr wundern

In seiner Übersichtsarbeit "Practical significance of rabies antibodies in cats and dogs" (OIE Scientific and Technical Review, 1992) schrieb er klar und deutlich:

"Doubt has sometimes been cast upon the protective effects of rabies antibodies in serum (...) Cellular immunity is also largely involved in protection. Nevertheless, a large number of laboratory experiments and field observations clearly demonstrate that cats and dogs which develop antibodies after vaccination and before challenge have a very high probability of surviving any challenge, no matter how strong the dose and which virus strain was used."

Es wurde in vielen Laborexperimenten und durch Beobachtungen im Feld gezeigt, dass Katzen und Hunde, die nach Impfung Antikörper entwickeln, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit jede Belastungsinfektion überleben. Egal wie hoch die Erregerdosis war und egal welcher Virusstamm verwendet wurde. 

Auf Basis dieser Arbeit von Aubert wurde der international gültige Tollwut-Mindestimpftiter festgelegt, nämlich 0,5 IE (oder IU/ml).

"The security of the protection constituted by this threshold" - gemeint war der noch zu bestimmende Mindesttiter - "would be increased by the extent to which it excedes the level recognised as effective against experimental challenge in cats and dogs (0.1 IU/ml and 0.2 IU/ml, respectively, measured by RFFIT)."

Der (mittlerweile seit langem gültige) internationale Mindestwert von 0,5 IE enthält eine beträchtliche Sicherheitsmarge, denn Katzen sind schon mit 0,1 IE nachweislich geschützt und Hunde mit 0,2 IE. 


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Halten wir fest: Es ist wissenschaftlich bestens belegt, dass Haustiere mit Impfantikörpern gegen eine Tollwutinfektion geschützt sind. Die Evidenz ist so gut, dass in vielen Ländern auf die früher übliche lange Quarantäne verzichtet wurde. 

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Und wie ist das beim Tollwutimpfschutz für Menschen?

Das erläuterte Professor Schultz in seinem Statement für das Hearing:

"As outlined by the Centers for Disease Control (CDC), to determine if vaccinated humans at high risk of rabies exposure are actually protected, antibody titer testing is performed every two years. If a certain level of antibody is detected, the person is considered protected against rabies and is not revaccinated. Anecdotal evidence of vaccinated humans maintaining protective antibody against rabies virus for decades after initial vaccine series is common." (Hervorh. MP)

Bei Personen mit hohem Risiko (beispielsweise Labormitarbeiter) wird der Titer regelmäßig kontrolliert. Es wird NICHT nachgeimpft, wenn der Mindesttiter vorhanden ist.

Der beträgt übrigens ebenfalls 0,5 IE, wie man auf der Website des Robert-Koch-Instituts nachlesen kann. Auch in Deutschland werden Hochrisikopersonen nur dann nachgeimpft, wenn ihr Titer unter 0,5 IE gefallen ist.

Und: Es gibt viele Beispiele dafür, dass geimpfte Personen diesen Mindesttiter noch Jahrzehnte nach der Grundimmunisierung aufweisen.**


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Beim Menschen verlässt man sich auf Titerkontrollen, und zwar mit bestem Erfolg.  

Bei Katzen und Hunden aber sollen Titerkontrollen nichts aussagen?

Dass das Blödsinn ist, wissen natürlich auch die Herrschaften, die aus lauter Sorge um die öffentliche Gesundheit gegen den Gesetzentwurf aufgetreten sind. 

Falls nicht, sollten sie die Studie von Michael C. Moore et al. aufmerksam lesen. Aus ihr resultieren sogar praktische Empfehlungen der Tierärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst der USA, und zwar für den Umgang mit exponierten Katzen und Hunde, deren Tollwutimpfung abgelaufen ist.  


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Für manche Veterinärmediziner gibt es offenbar zweierlei Immunbiologie: eine für Säugetiere mit aufrechtem Gang und eine für Vierfüßer. 

Sollte man dann nicht endlich aufhören mit Tierversuchen?


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Wahrscheinlich wird der Gesetzentwurf in Connecticut scheitern. Die Gegner verfügen über viel Einfluss, die Tierhalter/innen haben keine starke Lobby.  


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Interessant ist die Debatte deshalb, weil sie exemplarisch zeigt, was für einen Eiertanz die Veterinärmedizin mit Impftitern aufführt. 

Wenn Messungen zu WENIGER (oder gar keinen) Nachimpfungen führen könnten, sind Titer auf einmal wertlos

Aber von entscheidender Bedeutung sind sie, wenn es darum geht, unnütze Nachimpfungen zu verkaufen


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Man sieht: Für alternative facts braucht man keinen Trump. 




*Ob der zweite Teil des Vorschlags, die Dosishalbierung, sinnvoll ist, kann man bezweifeln. Nicht zu Unrecht hat die Vertreterin des US-Tierarztverbands AVMA darauf hingewiesen, dass Tiere, die auf Bestandteile von Tollwutimpfstoffen allergisch reagieren, durch eine verminderte Dosis nicht gefeit wären: Allergische Reaktionen können auch durch winzigste Mengen des Allergens ausgelöst werden. Dazu kommt, dass Haustiere in Connecticut schon jetzt aus medizinischen Gründen von der Nachimpfung befreit werden können.

**Die Ergebnisse der US-Langzeitstudie (finanziert durch den Rabies Challenge Fund) sollen bald veröffentlicht werden. Laut Ron Schultz haben sie gezeigt, dass Hunde mit messbarem Titer bis zu neun Jahre nach einer einzigen Impfung gegen eine Belastungsinfektion mit scharfem Tollwutvirus geschützt sind.



©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/


Samstag, 15. April 2017

"Wie Tierärzte Kasse machen"



Der Plus-Minus-Beitrag "Wie Tierärzte Kasse machen" vom 12. April steht ab jetzt ein Jahr lang in der ARD-Mediathek (Textversion und Video).

Traurig, dass der Hamburger Tierarzt Dirk Schrader anscheinend der einzige Veterinär in ganz Deutschland ist, der sich offen und kritisch mit dem eigenen Berufsstand auseinandersetzt. Fast immer, wenn Medien über fragwürdige Zustände in der Kleintiermedizin berichten, muss Schrader ran. 


***

Es ist leider nicht überzeugend, was die Autoren zum Problem Überimpfung präsentiert haben. 

Da sollen also Hunde gegen "Tollwut, Staupe und Hepatitis" nachgeimpft werden. Seltsam, dass da Parvo fehlt.

Dass Tierhalter dabei von manchen Tierärzten mit überhöhten Preisen geschröpft werden, ist empörend, aber es ist nicht das Hauptproblem

Warum soll man überhaupt gegen Staupe und Hepatitis (sowie Parvo) nachimpfen, wenn doch klar ist, dass der Schutz nicht nach einem Jahr oder nach drei Jahren urplötzlich verschwindet? Das wurde nur am Rande thematisiert, durch Schraders Aussage, bei diesen "gedrängten wiederholten Impfungen" werde das Immunsystem "außer Gefecht gesetzt". 

An der Stelle hätte man klarstellen müssen, dass Auffrischungen nicht nur das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen, sondern auch und vor allem überflüssig sind, weil sie den Schutz gegen Staupe, Hepatitis und Parvo gar nicht erhöhen.

***

Nicht überzeugend ist auch die Erklärung, die für die Überimpferei angeboten wird, nämlich der zunehmende Konkurrenzdruck. Den gibt es sicherlich, zumal in attraktiven Städten mit viel zahlungskräftiger Kundschaft. Allerdings waren große Kombis schon vor 15 Jahren beliebt, das ist kein neuer Trend, genauso wenig die erheblichen Preisunterschiede von Praxis zu Praxis. 


Dienstag, 11. April 2017

TV-Hinweis: Plus-Minus, Mittwoch, 12. April, "Wie Tierärzte Kasse machen"


Das ARD-Magazin Plus-Minus bringt am morgigen Mittwoch einen Beitrag mit dem Titel 

"Behandlung für Hund und Katze - 
Wie Tierärzte Kasse machen".


In der Programmvorschau heißt es:

Eine Magensonde für die Katze - obwohl Miez kerngesund ist? Sechsfach-Impfungen für den Hund - obwohl längst alle nötigen Impfungen im Impfpass stehen? Tierärzte können sehr erfinderisch sein, wenn es darum geht, Herrchen und Frauchen ihrer Patienten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Plus-Minus "hat in einer Stichprobe Vierbeiner und ihre Besitzer bei Tierarztbesuchen begleitet und dabei fragwürdige Diagnosen und Therapieempfehlungen zu hören bekommen".

Gesendet wird dieser sicherlich verdienstvolle Bericht um 23:00 Uhr

Da liegen viele Tierhalter/innen schon im Bett, vor allem diejenigen, die in aller Frühe mit dem Hund rausgehen. 

Aber zum Glück gibt's ja die Mediathek

Dienstag, 4. April 2017

Petition gegen grausame Tierversuche - bitte unterschreiben

Bitte alle mitmachen und teilen ohne Ende!


Es geht wirklich ganz schnell, sich auf der Petitionsseite des Bundestags zu registrieren.

Alle, die Probleme mit der Bundestagspetition (für ein Verbot der Tierversuche mit Schweregrad schwer und für die Beseitigung der Verstöße gegen die EU-Tierversuchsrichtlinie) haben, lesen bitte folgende Hilfe:
Es handelt sich um eine Petition nach Artikel 17 Grundgesetz.
Das Petitionsrecht ist unabhängig von Wohnsitz oder Staatsangehörigkeit.
Die Angabe der kompletten Adresse ist hier unumgänglich, um jede Stimme nur einmal zu zählen. Die Bestimmungen des Datenschutzes sind unter „Service und Informationen“ schnell einlesbar. Bitte scheut den Aufwand nicht. Es ist weder Schikane noch Datenklau.

Wenn ihr einmal registriert seid, könnt ihr auch an anderen Bundestagspetitionen teilnehmen.
Wer noch nicht registriert ist:
Klickt auf „Petition mitzeichnen“ und dann auf „Ich bin neu hier“.
Das folgende Formular komplett ausfüllen.

Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen mit einem Häkchen akzeptieren. Nun ist das Konto für diese und alle zukünftigen Bundestagspetitionen eingerichtet.
(Jetzt wieder auf unsere Petititon gehen und Stimme abgeben.)

Alternativ könnt ihr auch per Post oder per Fax teilnehmen:
Bitte folgende Angaben angeben
Petition 69364, Vorname, Name, Strasse, Nr, PLZ, Wohnort sowie die eigenhändige, handschriftliche Unterschrift.
Die Postanschrift lautet:
Deutscher Bundestag
- Petitionsausausschuss -
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Fax: 030 / 227-36027 oder -36053
Häufiger Fehler:
Das gefragte Passwort unter „Ich bin bereits registriert“ ist NICHT das Passwort eures Emailkontos.

Registrierungen per Handy führen oft zu Problemen z.B. weil sich Leerzeichen einschleichen.Bundestagspetition – erst 16.600 Mitzeichner, doch wir brauchen 50.000 bis 11.4.! Bitte alle mitmachen und teilen ohne Ende!
Alle, die Probleme mit der Bundestagspetition (für ein Verbot der Tierversuche mit Schweregrad schwer und für die Beseitigung der Verstöße gegen die EU-Tierversuchsrichtlinie) haben, lesen bitte folgende Hilfe:
Es handelt sich um eine Petition nach Artikel 17 Grundgesetz.
Das Petitionsrecht ist unabhängig von Wohnsitz oder Staatsangehörigkeit.
Die Angabe der kompletten Adresse ist hier unumgänglich, um jede Stimme nur einmal zu zählen. Die Bestimmungen des Datenschutzes sind unter „Service und Informationen“ schnell einlesbar. Bitte scheut den Aufwand nicht. Es ist weder Schikane noch Datenklau.
Wenn ihr einmal registriert seid, könnt ihr auch an anderen Bundestagspetitionen teilnehmen.
Wer noch nicht registriert ist:
Klickt auf „Petition mitzeichnen“ und dann auf „Ich bin neu hier“.
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Bitte folgende Angaben angeben
Petition 69364, Vorname, Name, Strasse, Nr, PLZ, Wohnort sowie die eigenhändige, handschriftliche Unterschrift.
Die Postanschrift lautet:
Deutscher Bundestag
- Petitionsausausschuss -
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Fax: 030 / 227-36027 oder -36053

Impfseminar mit Mo Peichl am 13. Mai in Essen


Die Hundeschule Findeklee veranstaltet am Samstag, dem 13. Mai, in Essen ein Seminar mit Mo Peichl zum Thema Hundeimpfungen. 







Weitere Infos siehe Facebook-Seite der Hundeschule Findeklee: 


https://www.facebook.com/events/801032633382719/




Und darum geht's:

-Staupe, Parvo, Tollwut und Co: Welche Impfungen brauchen Hunde, und auf welche kann man verzichten?

-Wenn die Impfpostkarte kommt: Jährlich impfen, dreijährlich impfen - wie oft muss der Hund gepikst werden?

-"Meinem Hund geht´s nach Impfungen immer so schlecht": Können Impfungen schaden?

-Welche Impfungen brauchen Welpen?

Teilnehmer/innen können die Impfpässe ihrer Hunde mitbringen und sich auf Wunsch erklären lassen, was die Tiere bisher bekommen haben. 



PS: Fragen zu Katzenimpfungen können, wenn die Zeit reicht, auch gestellt werden.